Dienstag, 15. Juni 2021
04.06.2021 12:10
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Pestizid-Initiative: Debatte in der «Arena»

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Von: mgt

Bauern gegen Bauern: Im Abstimmungskampf um die beiden Agrarinitiativen gehen die Emotionen hoch. In der letzten der fünf Abstimmungssendungen treffen die Pro- und die Contra-Seite zur Initiative Pestizidverbot aufeinander. Im Studio bei Sandro Brotz ist auch Landwirtschaftsminister Guy Parmelin.

Morddrohungen, aufgeschlitzte Pneus und ein brennender Anhänger mit Abstimmungsplakaten: Der Kampf um die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft ist mit Vandalenakten und Drohungen auf beiden Seiten teilweise ausgeartet. Wie konnte es so weit kommen? Wird sich die vergiftete Atmosphäre nach der Abstimmung vom 13. Juni wieder beruhigen?

Die Initiative will synthetische Pestizide in der Schweiz gänzlich verbieten – in der Landwirtschaft, im eigenen Garten und bei der Lebensmittelproduktion. «Der Einsatz von synthetischen Pestiziden ist nicht vereinbar mit einer nachhaltigen Landwirtschaft», sagen die Initianten. «Ein Verbot würde zu teureren Lebensmitteln führen», heisst es auf der Contra-Seite. Ist eine Landwirtschaft ohne Pestizide möglich? Oder steigen dadurch die Lebensmittelpreise?

Bundesrat und Parlament empfehlen, die Volksinitiative abzulehnen. Der Handlungsbedarf sei erkannt und die Vorschriften für die Bewilligung und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln würden verschärft. Das Initiativkomitee hingegen ist der Ansicht, das Zulassungsverfahren für Pestizide sei zu lasch und die Schweiz müsse von diesen Giften befreit werden. Ist die Initiative zu radikal? Oder der einzig richtige Weg für eine nachhaltigere Landwirtschaft?

Als Gegner der Vorlage begrüsst Sandro Brotz in der «Arena»:

Guy Parmelin, Bundespräsident und Vorsteher Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF)

Für die Vorlage treten an:

Regula Rytz, Nationalrätin Grüne/BE;
Dominik Waser, Mitglied Komitee Pestizidinitiative;
David Jacobsen, Bio-Landwirt;
Jerôme Tschudi, pensionierter Arzt.

Weitere Gegnerinnen und Gegner der Vorlage sind:

Brigitte Häberli-Koller, Ständerätin «Die Mitte»/TG;
Simon Lässer, Gemüseproduzent und Agronom;
Bruno Witschi, Präsident Swiss Convenience Food Association.

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9 Responses

  1. Wie konnte es soweit kommen? Den 1. Schritt haben diese „ehrenhaften Nationalräte“ Herren und Baumann gemacht.
    Weil Herren und Baumann im SRF Clup alle ÖLN Bauern als Wasservergifter hingestellt haben.
    Zudem haben sie gelogen, ( sogenannte kann Formulierung)

  2. Damit man „kann“ juristisch richtig lesen kann, genügen die Lesekenntnisse der Primarschule nicht!
    „Der Bundesrat kann Massnahmen anordnen“, ist ein ganz anderes KANN als
    von hofeigenem Futter ernährt werden kann: hier geht es um ein naturwissenschaftliches KANN. Sofern nichts vom Hof weggeführt wird, muss das betriebseigene Futter ausreichen. Werden z.B. Zuckerrüben vom Hof wegeführt, darf Kraftfutter, dessen Rohstoffe auf dieser Fläche wachsen würde, zugekauft werden.

    Kann ungleich „kann“

    1. „kann“ ist nicht gleich „kann“ aber auch:
      nicht jeder der meint, er habe gesunden Menschenverstand, hat ihn auch. Das Leben und vor allem die Psyche des Menschen ist relativ. Die Beurteilung von sich selbst ist vielfach schlicht weg falsch……

        1. Da zeigt sich wieder, dass nicht jeder, der sich „Gesunder Menschverstand“ nennt, diesen auch hat.
          Ich habe die ganze Ausbildung von der Stifti aus gemacht. Ich merkte dann aber, dass es nicht reicht, wenn man die Mistgabel beiden kann. Man muss auch noch lernen und trainieren, mit dem Kopf zu arbeiten. Das ist gesunder Menschenverstand. Du kannst sicher die Mistgabel bedienen. leider reicht das nur, um DZ-Bezüger zu sei, für mehr nicht.

          1. Also ich finde, dass der Gesunde Menschenverstand“ einen gesunden Menschenverstand hat.
            Wenn das Wort „kann“ nicht mehr „kann “ bedeutet, dann sind wir bei der Verwirrung und Willkür angekommen.
            Das Problem der TWI und PI ist deren sozialistischer Ursprung und Ziel.

          2. Alter Bauer, wo war denn dein Verstand und derjenige von allen, die die letzten Jahrzehnte bestimmt haben, was wie zu laufen hat? Ihr wart die Produzenten, Konsumenten, Politiker, Stimmberechtigten und an den Schalthebeln der Macht. Ihr habt’s Jahrzehnte lang verbockt und nun erwartet ihr, dass wir Jungen eure Fehler innert weniger Jahre korrigieren. Wo war da dein sogenannt gebildeter Kopf?

        2. Manchmal reicht der Verstand allein nicht aus….. selber wenn er gesund wäre. Für einen guten Diskurs braucht es zum VERstand auch noch den ANstand.

  3. @Jungbauer:
    Zum Glück gab es in diesen letzten Jahrzehnten wenigsten ein paar Visionäre, die ohne Staatsmittel und ohne Anerkennung wertvolle Arbeit geleistet haben und im biologischen Landbau wichtige Forschung betrieben haben. Schliesst du diese mit ein, wenn du findest, sie hätten es verbockt? Oder waren es vor allem diejenigen, die gemacht haben, was der Markt verlangt? Oder was der Staat unterstützt?

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