Sonntag, 29. Januar 2023
13.01.2023 07:40
Ernährung

«Putin verschärft Lebensmittelkrise»

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Von: sda

Die deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock wirft Russlands Präsident Wladimir Putin angesichts der Hungerkrise in Äthiopien vor, für die weltweit verschärfte Nahrungsknappheit verantwortlich zu sein. 

«Der russische Präsident setzt Getreide, setzt Lebensmittel als Waffe ein», sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag in der äthiopischen Stadt Adama beim Besuch des landesweit grössten Getreidelagers des UN-Welternährungsprogrammes (WFP).

Äthiopien von Importen abhängig

«Das verschärft die dramatische Situation der Lebensmittelversorgung weltweit, weil auch die Dürren in der Welt weiter zugenommen haben.» Aus diesem Grund sei es «so wichtig, dass wir auf den brutalen russischen Angriffskrieg eben nicht nur mit Hilfe für die Ukraine reagieren, sondern unsere humanitäre Hilfe, unsere Lebensmittelhilfe weltweit deutlich erhöht haben», sagte Baerbock.

In Äthiopien herrscht eine dramatische Dürre. Das Land ist stark von Weizen und Düngemitteln aus der Ukraine und Russland abhängig. Laut Welthungerhilfe haben rund 22 Millionen Menschen zu wenig zu essen. Äthiopien ist eines der ärmsten Länder der Welt.

Baerbock informiert sich über Getreidehilfe

Baerbock betonte, Nahrung sei ein Menschenrecht. Deutschland und Frankreich unterstützten die ukrainische Getreidespende an Äthiopien mit der Finanzierung und der Organisation des Transports, «damit die Menschen in Äthiopien nicht auch noch zum Opfer des russischen Angriffskrieges werden», sagte sie. Colonna unterstrich: «Die Menschen hier, die unter der Dürre leiden, sind nicht verantwortlich für das, was in der Ukraine passiert. Daher müssen wir ihnen helfen. Das ist eine humanitäre Pflicht.»

Die Ministerin informierte sich mit Colonna in einer Lagerhalle über die Getreidehilfe aus der Ukraine und deren Verteilung durch das Welternährungsprogramm. Der Lagerkomplex hat eine Kapazität von 218’000 Tonnen. Aus der Ukraine waren Ende Dezember über Dschibuti 25’000 Tonnen Weizen geliefert worden, die dort auf die Verteilung warten.

Berlin und Paris bieten Zusammenarbeit an

Deutschland und Frankreich boten Äthiopien nach dem Friedensabkommen für die Unruheregion Tigray auch über die Nahrungsmittelhilfe hinaus eine verstärkte Zusammenarbeit an. Es sei wichtig, dass Europa nun «schnell Gesicht zeigt», sagte Baerbock.

Die äthiopische Regierung hatte im November ein Friedensabkommen mit der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) geschlossen. Bei den Kämpfen in der nördlichen Region starben nach UN-Angaben seit November 2020 mehrere Hunderttausend Menschen. Äthiopien ist mit rund 120 Millionen Einwohnern nach Nigeria der zweitbevölkerungsreichste Staat Afrikas und eines der ärmsten Länder der Welt.

Baerbock: Vergewaltigungen sind Kriegsverbrechen

Baerbock verurteilte Vergewaltigungen in Konflikten oder im Krieg wie in Tigray oder der Ukraine als Kriegsverbrechen. Das humanitäre Völkerrecht sei klar: «Der Schutz von Zivilisten ist auch das oberste Gebot in bewaffneten Konflikten. Und Vergewaltigungen sind Kriegsverbrechen», sagte sie bei einem Auftritt mit Colonna und dem äthiopischen Aussenminister Demeke Mekonnen. Immer wieder gebe es Frauen und Mädchen, die Opfer schlimmster und vor allen Dingen systematischer sexualisierter Gewalt würden. «Es ist nicht normal, dass Vergewaltigungen Teil von Kriegen sind», sagte sie.

Ministerpräsident Abiy hatte auch wegen seiner Aussöhnungspolitik mit dem Langzeit-Rivalen und Nachbarn Eritrea 2019 den Friedensnobelpreis erhalten. Die TPLF und viele Menschen in Tigray hatten mehr Autonomie verlangt. Nachdem geplante Wahlen wegen der Corona-Pandemie verschoben worden waren, hielt die TPLF im September 2020 Regionalwahlen ab. Im Zusammenhang mit dem folgenden Konflikt flohen mehr als 50’000 Menschen in den Sudan. Laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sind mehr als vier Millionen Menschen binnenvertrieben.

China bemüht sich um noch stärkeren Einfluss

Erst am Dienstag war Chinas neuer Aussenminister Qin Gang auf seiner ersten Auslandsreise zu Besuch in Addis Abeba. China will sich am Wiederaufbauprozess im Land beteiligen. Wie viele afrikanische Länder ist Äthiopien bei China hoch verschuldet wegen früherer Infrastrukturprojekte. Das Land steht bei Peking mit 13,7 Milliarden Dollar in der Kreide.

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17 Responses

  1. Gerade Leute wie Baerbock verschärfen die Lebensmittel- und Energiekrise. Das ist offensichtlich für jeden, der nicht völlig der westlichen NATO-Propaganda erlegen ist!

  2. Deutschland importiert Getreide aus Kanada und Amerika weil ihres nicht Backfähig ist. Nach den Reduktionen der Nährstoffe. Grüne Heuchelei

  3. Ein lindgrünes Seidenhempchen würde Sie etwas sympathischer machen.Und passt eventuell besser zu Afrika.

  4. Also bestand schon VOR Putins Angriffskrieg bereits eine Lebensmittelkrise. Schön dass das Frau Baerbock das zugibt.
    Europas grüne Ideologie ist gefährlich für Frieden und Wohlstand.

  5. Warum wurden denn die Getreideexporte aus Odessa nach Europa transportiert wenn Äthiopien diese braucht? Die Kriegstreiberin Baerbock täte gut daran den Mund nicht zu voll zu nehmen! Noch vor kurzer Zeit gelobten die Grünen dem Pazifismus. Aber jetzt hat man einen „Feind“! Hätte man Putin machen lassen wäre der Krieg vorbei und Hunderttausende Menschen hätten gerettet werden können! Aber nein Deutschland steht ja unter der Amifuchtel und man muss parieren. Wir Arbeiter bezahlen es ja schon.

      1. Sehe ich ganz anders, Joggeli. Christoph Büschi fasst die wahren Hintergründe sehr gut zusammen. Wenn du, Joggeli, wirklich selber und unabhängig zu denken meinst, dann beweise das hier im Forum!
        Wer andere – ohne faire Begründung – nur als Troll bezeichnet und Schmähungen ausspricht, beweist, dass er keine Argumente hat!

        1. Herr Furrer, der von ihnen verehrte Tyrann im Kreml bombartiert Spitäler und Wohnhäuser, ein Kriegsverbrechter, verstehen Sie das?

          1. Leider werden wichtige Bemerkungen dazu zensiert. Alle Untaten im Ukrainekrieg werden von den Manipulatoren Putin in die Schuhe geschoben. Die Mehrzahl der Untaten in der Ukraine geht auf das Konto von Selenski, der NATO und des ukrainischen Regimes

  6. „Die Mehrzahl der Untaten in der Ukraine geht auf das Konto von Selenski, der NATO und des ukrainischen Regimes“

    Wer so etwas behauptet, macht sich moralisch mitschuldig an den Kriegsverbrechen, die das russische Regime unter Putin in der Ukraine begeht.

    1. Nein, Hans, wer so etwas sagt, hat sich wirklich mit der Materie befasst.
      Wer aber so etwas sagt, wie du, Hans, zeigt, dass er der NATO-Propaganda unkritisch erlegen ist und sie sogar aktiv weiterverbreitet.

    2. Es ist eigentlich genau umgekehrt. Weil wir glauben, dass Putin allein schuld ist, und dass wir der Ukraine helfen müssten, wurden Waffen an die Ukraine geliefert. Auch eine objektive Diskussion über den Ukrainekrieg wurde verhindert. Durch die einseitige Sichtweise unserer Medien, Politiker und manipulierter Bevölkerung wurde der Krieg erst ermöglicht und fortgesetzt. Ohne NATO-Propaganda und -unterstützung hätte das ukrainische Regime die fairen Friedensbedingungen Putin’s angenommen.

      1. Auch der Westen hat Fehler gemacht. Sicher.

        Aber rechtfertigt das einen brutalen Angriffskrieg gegen ein souveränes Nachbarland und dessen Zivilbevölkeung? Sind Sie dieser Meinung, Ja, Herr Furrer?

        Die Ukraine hat Russland nicht angegriffen.

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