Mittwoch, 3. März 2021
16.05.2014 11:09
Tiefenlager

Radioaktive Abfälle: Planungsstudien von fünf Standortregionen liegen vor

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Von: sda

Sechs Regionen stehen als mögliche Standorte für künftige geologische Tiefenlager für Atommüll auf dem Prüfstand. Von fünf Regionen liegen Planungsstudien vor. Mit den Studien für die Standortregion Nördlich Lägern rechnet das Bundesamt für Energie «in nächster Zeit», wie es am Freitag auf Anfrage hiess.

Im Rahmen der laufenden Standortsuche für geologische Tiefenlager in der Schweiz muss die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) konkrete Areale zur Platzierung der Oberflächenanlage für geologische Tiefenlager bezeichnen. Dies geschieht in so genannten Planungsstudien.

Vorschläge stammen von Regionalkonferenzen

Nach den Planungsstudien für die Standortregionen Wellenberg, Jura Ost, Jura-Südfuss und Südranden liegen nun auch für die Region Zürich Nordost Studien vor, wie das Bundesamt für Energie (BFE) mitteilte. Die Nagra habe das Areal «ZNO-6b» für den Verbleib im weiteren Verfahren bezeichnet.

Konkret heisst dies: Falls das Endlager für Atommüll im Zürcher Weinland gebaut werden sollte, würde die Oberflächenanlage dazu nördlich von Marthalen ZH auf dem Gebiet Isenbuck/Berg erstellt werden. Die Vorschläge zu den Standorten für Oberflächen- und Erschliessungsanlagen stammen von der Nagra. Die Gremien zur regionalen Partizipation, die sogenannten Regionalkonferenzen, konnten dazu Stellung nehmen.

Für das Gebiet Jura Ost sieht die zuständige Regionalkonferenz Villigen AG als möglichen Standort vor, am Jura-Südfuss Däniken SO, am Südranden Neuhausen am Rheinfall SH und am Wellenberg Wolfenschiessen NW. Die Regionalkonferenz Nördlich Lägern schlägt Weiach ZH und Stadel ZH vor. Für Nördlich Lägern sind die Planungsstudien noch ausstehend.

Weiterer Verlauf des Auswahlverfahrens

Zu den in den Planungsstudien bezeichneten Arealen führt die Nagra bautechnische Risikoanalysen durch und erstellt ein Pflichtenheft für die Umweltverträglichkeitsprüfung. Weiter erfolgen provisorische Sicherheitsanalysen und ein sicherheitstechnischer Vergleich.

Diese Untersuchungen bilden die Grundlagen für die Nagra, die im weiteren Verlauf mindestens je zwei geologische Standortgebiete pro Abfallkategorie (schwach- und mittelradioaktive Abfälle sowie hochradioaktive Abfälle) inklusive zugehörigem Oberflächenareal bezeichnen muss. Die Vorschläge werden anschliessend behördlich überprüft, und es folgt eine öffentliche Anhörung.

Frühestens 2050 in Betrieb

Welche Standortgebiete im Auswahlverfahren bleiben, entscheidet der Bundesrat. Danach erteilt er die Rahmenbewilligung, die vom Parlament genehmigt werden muss. Diese untersteht dem fakultativen Referendum.

Die Nagra rechnet damit, dass frühestens im Jahr 2050 ein Tiefenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Betrieb gehen kann; bis vor kurzem ging die Nagra noch von 2035 aus. Das Tiefenlager für hochradioaktive Abfälle wird voraussichtlich 2060 betriebsbereit sein.

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