Freitag, 27. November 2020
10.06.2013 12:40
Restwasser

Restwassersanierungen: Kantone immer noch in Verzug

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Von: sda

Mehrere Kantone sind bei der Sanierung des Restwassers im Verzug. Eigentlich hätten sie bis Ende 2012 dafür sorgen sollen, dass Flüsse unterhalb von Kraftwerken noch genügend Restwasser führen. Doch nur die Kantone Basel-Landschaft und Genf führten die Arbeiten innerhalb der gesetzten Frist durch.

In 16 Kantonen werden die Sanierungen voraussichtlich bis Ende 2015 abgeschlossen sein, wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) am Montag mitteilte. In den übrigen Kantonen dauern die Arbeiten noch länger. 

487 Restwasserstrecken saniert

Mit den Sanierungen soll verhindert werden, dass Gewässer zu dünnen Rinnsalen verkommen, wenn für die Stromproduktion Wasser aus Bächen und Flüssen entnommen werden. Das Gewässerschutzgesetz verlangt deshalb, dass Fliessgewässer unterhalb der Entnahmestelle bis Ende 2012 soweit saniert werden müssen, wie es wirtschaftlich tragbar ist. 

Nach Angaben des BAFU gibt es in der Schweiz rund 1500 Wasserentnahmen, welche für die Wasserkraft genutzt werden. Rund die Hälfte davon muss saniert werden. Wie eine Umfrage des BAFU unter den Kantonen ergab, wurden bisher 487 Restwasserstrecken saniert. Das sind 181 mehr als in der Umfrage vor zwei Jahren. 

Nur zwei Kantone erfüllen Vorgaben 

Grosse Unterschiede zeigen sich bei der Umsetzung der Vorgabe in den verschiedenen Kantonen: Ende 2012 waren in 16 Kantonen zwischen 60 und 100 Prozent der Restwasserstrecken saniert. Einzig die Kantone Basel-Landschaft und Genf schlossen ihre Sanierungen in der vorgegebenen Zeit ab. 

In Glarus, St. Gallen und Uri dürften die noch ausstehenden Sanierungen noch im laufenden oder aber nächstes Jahr abgeschlossen werden, wie das BAFU schreibt. In den Kantone Aargau, Obwalden, Waadt, Zug, Bern und Schwyz sollten alle Sanierungen bis 2015 abgeschlossen sein. 

Von denjenigen Kantonen, die weniger als 60 Prozent ihrer Restwasserstrecken saniert haben, plant Appenzell-Ausserrhoden den Abschluss der Arbeiten bis 2014. Der Gebirgskanton Graubünden sowie der Thurgau, Zürich, Freiburg und Luzern rechnen mit einem Abschluss der Sanierungen bis 2018 oder 2020 – oder nannten gegenüber dem BAFU kein Abschlussdatum. 

Wallis und Jura überarbeiten Sanierungskonzept 

Aus dem Wallis liegen keine Daten vor, wie das BAFU schreibt. Der Kanton habe mitgeteilt, dass er sein Sanierungskonzept gestützt auf ein Urteil des Bundesgerichts vom letzten November überarbeiten werde. Die Richter hatten damals im Fall der Misoxer Kraftwerke in Graubünden die Restwassermengen als zu gering beurteilt. 

Auch der Kanton Jura will seinen Sanierungsbericht revidieren. Die Sanierungen werden im Wallis voraussichtlich Ende 2014 und im Jura bis Ende 2015 abgeschlossen sein. 

Die rasche Umsetzung der Sanierungen werde auch vom Bundesrat eingefordert, schreibt das BAFU in seinem Communiqué. Sie sei zudem beim Ausbaupotenzial berücksichtigt, welches der Wasserkraft in der Energiestrategie 2050 zukommt.

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