Freitag, 23. Juli 2021
18.06.2021 12:00
Stellungnahme

Schleppschlauch: Positiver Effekt ist fraglich

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Von: mgt

Der Nationalrat hält am Schleppschlauch-Obligatorium fest. Der Schweizer Bauernverband bedauert dies. 

Der Schweizer Bauernverband SBV bedauert den Entscheid des Parlaments. Der Nationalrat habe die Chance verpasst, den sehr problematischen Entscheid des Bundesrates zum Schleppschlauchobligatorium zu
korrigieren, schreibt er in einer Mitteilung.  Somit werde der Einsatz emissionsmindernder Ausbringverfahren ab 2022 obligatorisch. 

Trotz grosser Mehrheit im Ständerat und Empfehlung in der beratenden Nationalratskommission, lehnte die Mehrheit des Nationalrates die Motion Hegglin ab. Diese schlug vor, den Einsatz solcher Gülle-Ausbringverfahren weiterhin finanziell zu unterstützen, ohne aber ein Obligatorium einzuführen. Das wäre für die Schweizer Bauernbetriebe und die Umwelt ein sinnvoller Entscheid gewesen, da der erzwungene Schleppschlaucheinsatz auch zu negativen Umwelteffekten führen kann, so der SBV.

Fehlende Rücksicht auf Praxiserfahrung

«Unterdessen wird rund 45 Prozent der Gülle emissionsarm ausgebracht, aufgrund der topographischen Verhältnisse sind maximal 70 Prozent möglich», schreibt der SBV. Vor allem grössere Talbetriebe seien umgestiegen. Bei kleineren Betrieben steigen die damit verbundenen Zusatzkosten und Betriebe mit Hanglagen müssen in Zukunft verschiedene Gülle-Systeme nutzen, was die Kosten zusätzlich in die Höhen treibt und unnötigerweise auch graue Energie von un-ausgelasteten Systemen verbraucht.

Ein Ausbringen der Gülle ausschliesslich über Lohnunternehmen berge die grosse Gefahr, dass die
Witterungsverhältnisse zu wenig beachtet werden können, so der SBV weiter. Seien diese ungünstig,  weil es zu warm ist, dann erhöhen sich die Emissionen, was den positiven Effekt des Schleppschlauches wieder
zunichtemacht. Der Effekt des Obligatoriums für die Umwelt sei somit fraglich.

Zudem sind die Maschinen der Lohnunternehmer oft schwerer und haben deshalb einen negativen Effekt auf die Bodenverdichtung. Ausnahmen für kleine Betriebe sind nicht vorgesehen, sondern müssen im Einzelfall aufgrund von Sicherheit, Zugänglichkeit und Platzverhältnisse definiert werden. Dieser komplexe Vollzug wird sich nur schwer umsetzen lassen und zu unverhältnismässigen Kosten führen.

Der SBV bedauert die fehlende Rücksicht auf die Erfahrungen der Praxis. Er ist nicht gegen den Schleppschlauch, sondern überzeugt, dass die Weiterführung des Anreizsystems der richtige Weg gewesen wäre, um das Ziel einer Reduktion der Emissionen zu erreichen.

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21 Responses

    1. Keine Ahnung.
      Das weiss wohl niemand so genau.
      In der Landwirtschaft braucht es ja auch keine grosse Anpassungszeit.
      Man kann ja innert Tagen alles ändern.

  1. War zu erwarten das FDP, Mitte, Links-Grün schlechte Verlierer sind! Nach dem Nein zu den Agrarinitiativen werden diese Parteien uns nun anders strafen! Alle wollen immer billigere Lebensmittel, den Bauern werden aber Mehrkosten durch den Bund verursacht! Der Bauernverband muss sich wehren, dass der Bund die Mehrkosten auf finanziert wenn er schon ein Schleppschlauchobligatorium erlässt!

    1. Ich glaube, bei den Agrarinitiativen ging es um Pflanzenschutzmittel, Antibiotika und Futterimporte und nicht um umweltfreundlichere Ausbringverfahren für Gülle. Zudem waren die FDP und die Mitte gegen die Initiativen. Nicht so stichhaltig, diese Argumentation.

  2. Verbietet alle Autos mit Verbrennungsmotor, Übergangsfrist 6 Monate!
    Das wäre dasselbe ( Investition von 50000 Fr. für neues Schleppschlauchfass) wie mit uns Bauern umgegangen wird.

    1. Da müsste der Bauernverband prüfen, ob mann diesen Unsinn nicht Gerichtlich bekämpfen kann.
      Zudem sind soviele Schleppschlauchfässer in der kurzen Zeit gar nicht zu beschaffen

    2. Ja, wird innert ca. 10 Jahren so kommen.
      Noch schneller geht aber ein Verbot von fossilen Brennstoffen in der Landwirtschaft. Die haben genug Fläche, um selber Biogas und Strom für ihren eigenen Verbrauch zu erzeugen. Etwas Initiative bitte.
      p.s.: Wir müssen CO2-Erzeugung stoppen und die Landwirtschaft trocknet Gras (und anderes) mit steuerbefreitem fossilen Brennstoffen, um mehr Milch zu produzieren, die wir dann wieder subventionieren müssen. Wahnsinn.

      1. Jakob Sperling: „fossile“ Brennstoffe müssen nicht verboten werden. Warum auch? CO2 ist gut für das Pflanzenwachstum und -ertrag und somit letztlich für den Wasserhaushalt und die Begrünung der Erde.
        Die sog. „fossilen“ Brennstoffe, wie Erdöl und Erdgas dürften nicht aus abgestorbenem organischen Material entstanden sein, sondern bilden oder bildeten sich abiotisch im Innern der Erde. Sind also sozusagen für unsere Begriffe „in unendlichen Mengen vorhanden“.

  3. Ich bin ein totaler Gegner des Schleppschlauch und glaube bei richtigen einsatz ist die Breitverteilung meist die bessere Lösung. Z.b nur bei Regen, niederdruck usw. Jetzt kommt aber das grosse aber! Die Woche vor den Abstimmungen war ich im TG unterwegs, bei brütender Hitze wurde in Siedlungsnähe rücksichtslos Gülle ausgebracht. Fertig mit Heuen , jetzt wird Gegüllt. Ich stelle jetzt lautlos auf Schleppschlauch um und gönne den ignoranten den Ärger und Frust

    1. Das ist leider so, geht mir genau gleich. Und wetten, jene die hier am lautesten bellen sind die, die eben nicht aufs Wetter schauen…

  4. Ich werde meine Stark verdünnte Regenwassergülle bei brütender Hitze nach der Strohräumung ausbringen, wenn auch kurz danach gegrubbert, was ich sonst nicht systematisch mache! Das ist legal!
    Die Lohnunternehmer sind nicht umsonst unterwegs mit den grossen Maschinen, die kosten steigen.

  5. Im Frühling miete eine solchen Fass es iat eine Gute sache gewesen ,aber es hat aucg grosse negative ausvirkung.
    Ich musste 2 stunden fahren und 2 stunden retour fahrten machen um das Fass zu Holen .
    Eins kaufen oder meines umrüsten kostet auch noch etwas

    Beii neubauten wäre Besser nicht mehr mit Schwemmentmistung Bauen andere Lösung müssen Herkommen

  6. Schleppschlauch ist eine gute Sache das bringt die Nährstoffe auf den Boden, mein Grossvater hat das schon gesagt wirft die Gülle nicht in die Luft sondern am Boden nach dann gibt es Gras. Das ist so wir fahren schon 10 Jahre mit Schleppschlauch haben gute Erträge und Erfolge. Mit dem herkömmlichen Jauchefass freien fall hatte schon mehr Gras gegeben als mit dem Druckfass, mit gleicher m 3 pro ha. Aber die Augen offen halten und sehen was mit der Natur passiert sollte der Landwirt heute noch,

  7. In der Motion Hegglin vom Ständerat, steht ganz klar drin, der Bundesrat wird beauftragt, den Auftrag an die Forschung zu erteilen, wie können Hofdünger wirkungsvoll Mikrobiell aufbereitet werden. Das Schleppschlauch Programm wäre trotzdem weiter gelaufen. Nun haben aber die Grünlieberalen, vorab Katrin Baertschi mit Ihrer unwissenheit und Arroganz, alles bvesser zu wissen wollen, das ganze in die völlig falsche Richtung gelenkt. Was es nähmlich längst bewiesen ist.

  8. Bewiesen ist, wenn Ammoniak auf den Boden kommt, dass vermhert Lachgas gebildet wird, dass 300mal schädlicher als Ammoniak und Co2 ist und 120 Jahre aktiv ist mit einer Halbwertszeit wie Atom acktiv bzw Schaden anrichtet in der Ozonschicht. Ja richtig, die Landwirtschaft ist dafür verantwortlich. Und die Politik hat es einmal mehr vernachlässigt richtig zu handeln. Und die meisten Bauern, haben das Wissen nicht und wissen sich nicht besser zu helfen als dem ganzen hinterher zu laufen.

  9. Der Schleppschlauch in nur so gut, wie die Qualität der Hofdünger, sprich Gülle die damit ausgebracht wird. Wäre zwar nicht nötig, nur leider lieben sehr viele Bauern diese Gerät, als wären sie damit verheiratet, darum stellen sie das nichgt in Frage! Wird die Gülle und Mist Mikrobiell aufbereitet, entweicht kein Metan und kein Ammoniak und es entsteht auch kein Lachgas. Der Bauer hat mehr und besseren Stickstoff zur Verfügung, nur leider sind noch zu viele Landi, Landor und fenaco höhrig.

  10. Ich habe jetzt einen Arbeitskreis gegründet mit Bauern die mehr über die Hofdünger Aufbereitung wissen wollen, die meisten machen schon etwas und wollen sich nun laufend noch verbessern. Wie dieser Bündner Bauer im vorigen Kommentar gesagt hat. Es wäre besser schon ein anderes Aufstallungssystem zu wählen, damit erst gar keine Gülle mehr ensteht. Es gibt sehr gute einfache Aufstallungssysteme, die auch bei einem Um-Neubau weniger kosten als Herkömliche Aufstallungen mit Vollgülle!!!

  11. Wer sich informieren möchte, was für Hofdünger Aufbereitung Möglichkeiten es gibt, egal ob Vollgülle und oder Mist. Oder gar andere oder neue Aufstallungssysteme, darf sich gerne bei mir melden.Voraussetzung ist,dass Ihr wirklich gewillt seit etwas zu machen.Klar erst abklären und dann entscheiden,die Grundeinstellung fängt immer im Kopf an.Es gib kein Betrieb,wo es nicht möglich wäre,irgend in einer Form dies auf die eine oder andere Art zu bewerkstelligen.Ich habe rund 30 Jahre Erfahrung darin

  12. Du bist ein Bauer-Landwirt,der mehr erfahren möchte über die Tiergesundheit, denn da fängt bereits die Aufbereitung an,vor dem Tier ist hinter dem Tier.Aufstallungssystemen und Gülle+Mist Aufbereitung.Ddann darfst du mich kontaktieren.Ich erwarte Anstand und Respekt und dass Du bereit bist mir deine Betriebsangaben preis zu geben, so dass ich Dir eine gute Lösung aufzeigen kann.Am liebsten würde ich dann auch direkt mit Dir reden.Nur Mut,die Lösung für Dich wartet othmar-bernet1@bluewin.ch

  13. Ein Schleppschlauch Obligatorium ist dumm. Der Schleppschlauch kommt freiwillig zum Einsatz, fördert aber die schlagkräftige Güllewirtschaft, die ein enormes Umweltrisiko ist. Besser wäre die Förderung von Mist-, Kompostställen, Entwicklung von neuen Systemen. Was ist, wenn wegen dem Wetter gar keine Gülle mehr ausgebracht werden kann, wie vor ein paar Jahren in Norddeutschland, wo die Gülle dann in staatliche Folienlagunen per LKW gefahren wurde?

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