Freitag, 23. Juli 2021
13.06.2021 18:50
Pestizidinitiative

«Schweizer Bauern sind in Hamsterrad»

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Von: sda/blu

Für den Präsidenten der Kleinbauern-Vereinigung (VKMB), Kilian Baumann, ist der Ausgang der Abstimmungen über die beiden Landwirtschaftsinitiativen absehbar gewesen. Die Initiativen hätten den Finger auf wunde Punkte in der Schweizer Landwirtschaft gelegt.

Der Nationalrat der Grünen (BE) erklärte der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass es nicht das Ziel der Initiativen gewesen sei, der Landwirtschaft zu schaden. Im Abstimmungskampf mit einem David-gegen-Goliath-Szenario habe dies aber offenbar zu wenig kommuniziert werden können. Die Gegenkampagne der Agrarkonzerne sei zu stark gewesen.

Schweizer Bauern im Hamsterrad

Die Kleinbauern-Vereinigung hatte sich wie die Grüne Partei für die Pestizidinitiative ausgesprochen. Die Grüne Partei sei voll hinter der Initiative gestanden, sagte Baumann. Der Partei sei klar, dass es nicht nur eine grosse Klimakrise, sondern auch eine grosse Biodiversivitätskrise gebe.

Laut Baumann sind die Schweizer Bauern in einem Hamsterrad. Sie müssten – zum Teil auch mit dem Einsatz von Pestiziden – immer mehr produzieren , um ihr Einkommen zu sichern. Von Gegnern und Befürwortern der Initiativen sei erkannt worden, dass künftig weniger Pestizide eingesetzt werden müssten. 

Im Abstimmungskampf sei Bauern Angst gemacht worden über die Folgen der Initiativen und sie seien aufgehetzt worden, sagte Baumann. Die persönlichen Angriffe gegen ihn und seine Familie seien stark gewesen. Er hoffe, dass sich die Wogen jetzt wieder glätten würden.

«Gegner sind in der Pflicht»

Baumann sagte gegenüber schweizerbauer.ch, man sei sich bewusst gewesen, dass einen grossen Widerstand vonseiten der Agrarkonzerne geben werde. «Diese Kreise wollen nicht, dass die Bauern ökologischer werden», sagt der Präsident der Kleinbauern-Vereinigung zu schweizerbauer.ch. Deshalb sei absehbar gewesen, dass es einen «krassen Widerstand geben wird».

Baumann zeigte sich jedoch schon ein wenig erstaunt über das wuchtige Nein: «Es ist schon überraschend, dass die Initianten von den Gegnern mit deren Kampagne so überrollt wurden.» Doch er blickt bereits in die Zukunft. Beide Seiten seien sich im Parlament einig gewesen, dass der Einsatz von Pestiziden gesenkt werden. Beim Weg sei man noch einig. Baumann sieht nun die Gegner der Initiativen in der Pflicht. «Sie müssen nun das Pestizidgesetz unterstützen, um die Risiken bei den Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren. Das würde viel zur Entspannung der Situation beitragen», sagt Baumann zu schweizerbauer.ch.

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11 Responses

  1. Ich spritze auch aber in den letzten Jahren habe ich um bis 80 % weniger gespritzt. Und was Herr Baumann in den Diskussionen gesagt hat stimmt einiges nicht so!

  2. Wir sind keine Hamsterer,wir sind nicht dumm ,wir haben keine Aktien bei Co.und wir brauchen kein Saatgut von Sügenta Herr Bumann.Bioversität gehört uns allein! Und wir sind überaus froh dass grünlich-gefärbte Ideologisierer verloren haben.Tschüss!

  3. Zum Glück haben es die 40% Ja Stimmenden in der Hand die CH Landwirtschaft ab morgen mit ihrem Einkaufsverhalten biologischer auszurichten.
    Wer’s glaubt zahlt einen Taler…

    1. BioSuisse hat es mit ihrem NEIN verhindert, dass der Bio-Anteil auf 40% steigt!
      Wäre die TWI angenommen worden, wären die Preise für Bio-Produkte gesunken und der Marktanteil wäre stark angestiegen.
      BioSuisse ist das Problem, nicht die Stimmbürger!!

      1. alter Bauer: Immer deine und Baumanns und der linken Ideologen gleiche Taktik: Spaltung durch Anklage. Schaffen von Opfern und Täter.
        Die Landwirte habe vorbildlich gegen diese Anschläge der Linken zusammengehalten. Gratulation an alle, die für die richtige Seite gekämpft haben (5 x NEIN).

      2. Problem???
        Bio Suisse hat die Pestizidinitiative unterstützt.
        Dass die TWI abgelehnt wurde, kann nicht Bio Suisse angehängt werden. Die ideologisch naiven Formulierungen in der TWI haben zur Ablehnung geführt. Die Berater von Frau Herren wollten wohl ein Nein.

      3. ooh bin ich blöd, ich dachte es geht um Umweltschutz, Gewässerschutz und um eine ökologische Landwirtschaft.
        Sie schreiben es geht um eine Preissenkung für die Produkte der hart arbeitenden Landwirte!!!
        Geiz ist geil und umweltfreundlich…..
        Ich glaube Sie sind kein alter Bauer.

  4. Das Märchen der nachhaltigen Schweizer Landwirtschaft wurde ein für alle mal entlarvt. Das Thema Pestizide geht nicht mehr weg. Entweder, die Landwirtschaft macht ernst mit ihren Versprechen, die Pestizide zu reduzieren oder die nächste Initiative wird Erfolg haben.

    1. Reto B.: Warum geht das Thema „Pestizide“ nicht mehr weg? Weil es von Leuten wie du ständig warm gehalten wird. Ist das nicht das schlimmere Gift? Anklagen bis zum Abwinken? Pestizide können niedere, für Nutzpflanzen schädliche Organismen töten. Aber was diese Anklage-Haltung tut: Tötet das gute Zusammenleben, die Gesellschaft. Ist das dein Ziel, Reto B.?

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