Mittwoch, 1. Dezember 2021
16.10.2021 06:00
Lebensmittel

Strengere Regeln für vegane Alternativen

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: lid

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat seine Leitlinien für vegane und vegetarische Alternativen aktualisiert: Negative Auslobungen sind nicht mehr zulässig. Damit dürften etliche Produkte ihre Namen ändern müssen. Coop prüft bereits Anpassungen.

«Ich bin kein Raclette» oder «Ich bin kein Lyoner» prangt auf den Produkten des veganen Onlineshops Vigan. Und auf den Verpackungen der veganen Coop-Marke Yolo steht durchgestrichen «Fish», «Chicken» oder «Eier». Damit war es bisher möglich, die bisherigen Regeln des BLV zu umschiffen. Nun schiebt das Bundesamt dem aber einen Riegel.

«Ich bin keine Milch» unzulässig

Das Informationsschreiben «Vegane und vegetarische Alternativen zu Lebensmitteln tierischer Herkunft» wurde Ende September um den Punkt «Negative Auslobungen» ergänzt. Karoline Arn, Leiterin der BLV-Medienstelle: «Das Informationsschreiben 2020/3.1 wurde durch die Hinzufügung von Punkt 3.7 über negative Auslobungen für vegane und vegetarische Alternativen zu Lebensmitteln tierischer Herkunft aktualisiert.»

Konkret heisst es dort unter anderem: «Die Verwendung einer umschriebenen Sachbezeichnung gemäss VLtH für alternative vegetarische oder vegane Produkte ist auch in Form negativer Auslobungen nicht zulässig, wie zum Beispiel ‘Ich bin keine Milch’.» Und: «Das Anbringen einer im Produkt nicht vorhandenen Zutat tierischer Herkunft, wie zum Beispiel «Rind» oder «Käse», welche auf der Etikette dann durchgestrichen wird, ist auch nicht zulässig. Dasselbe gilt auch für Abbildungen oder Piktogramme eines Tieres.»

Coop prüft Anpassungen

Zweck des Informationsschreibens sei es, Leitlinien bereitzustellen, um eine einheitliche Auslegung und Anwendung des Lebensmittelrechts zu gewährleisten, betont Arn. Eine Gesamtbeurteilung der Produkte bleibe in jedem Fall unerlässlich. Die Kontrolle der Konformität von Lebensmitteln einschliesslich ihrer Kennzeichnung obliege den kantonalen Vollzugsbehörden. Wer Lebensmittel herstelle und in Verkehr bringe, sei zudem zur Selbstkontrolle verpflichtet, sagt Karoline Arn.

Gemäss der aktualisierten BLV-Regeln wären unter anderem die erwähnten Kennzeichnungen von Vigan und der Coop-Marke Yolo nicht mehr zulässig. «Das vorliegende Informationsschreiben haben wir zur Kenntnis genommen. Allfällige Anpassungen werden derzeit geprüft», schreibt Coop-Sprecherin Melanie Grüter auf Anfrage. Vigan hat bisher nicht auf eine entsprechende Anfrage reagiert.

Mehr zum Thema
Politik & Wirtschaft

Floristinnen erhalten mehr Lohn. - emkanicepic Die 12’000 Mitarbeitenden der sogenannten Grünen Branche erhalten mehr Lohn. Die Arbeitgeber haben sich mit dem Verband der Gärtnerinnen und Floristen auf eine Erhöhung…

Politik & Wirtschaft

Barto will das Erfassen der Betriebs- und Produktionsdaten digitalisieren und Doppelspurigkeiten vermeiden. Barto nutzt die Smart-Farming-Plattform von 365FarmNet. - zvg Die Smart-Farming-Plattform hat eine Aktienkapitalerhöhung durchgeführt. Die Plattform soll damit…

Politik & Wirtschaft

lid 1905 war die Schweiz weitgehend ein Agrarland. Bei 243’710 Landwirtschaftsbetrieben und 3,5 Millionen Einwohnern ergab sich laut dem Schweizer Bauernverband ein Verhältnis von 15 Einwohnern pro Landwirtschaftsbetrieb.  2020 waren…

Politik & Wirtschaft

Joshua Willson Die Krankenkassenprämien können das Haushaltsbudget einer Familie ganz schön belasten. Doch es gibt einige Möglichkeiten, wie sich das Budget entlasten lässt, schreibt die Agrisano.  Eine höhere Franchise oder…

One Response

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE