Dienstag, 27. Juli 2021
23.05.2021 10:45
Fütterung

Suisse-Bilanz: 10%-Toleranzgrenze soll fallen

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Von: Johannes Hunkeler, BLW

Die Streichung der 10%-Toleranz ist gemäss Bund eine wichtige Massnahme zur Reduktion der Nährstoffüberschüsse respektive Erreichung der Ziele im Rahmen des Absenkpfades für Nährstoffe. Sie ist auch ein wichtiger Bestandteil des Massnahmenpakets zur Antwort auf die Trinkwasserinitiative.

«Mit der Streichung der 10%-Toleranz wurde gezielt auf eine Massnahme gesetzt, welche eine hohe Wirkung aufweist und administrativ ohne zusätzlichen Aufwand umgesetzt werden kann», hält das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) fest.

Berechnungen von Agroscope und BLW gehen von einem Reduktionspotential von rund 2.3 % aus. Dies entspricht rund ¼ des Absenkzieles von voraussichtlich 10% bis 2027. Betriebe, die heute einen Bilanzsaldo von >100% haben, müssen den Düngeranfall resp. -einsatz reduzieren. Dies erfolgt, indem Hofdünger abgeführt, weniger Mineraldünger eingesetzt oder allenfalls der Tierbestand reduziert wird.

Aus einem reduzierten Düngereinsatz resultieren nur dann auch tiefere Erträge, wenn auf den Betrieben die Nährstoffeffizienz nicht weiter gesteigert werden kann. Dies gilt insbesondere für das Management von Hof- und Recyclingdünger. Mit welchen Massnahmen die Effizienzsteigerung erfolgt, ist den Landwirten freigestellt. Diese können folglich Massnahmen wählen, welche optimal zu ihrem Betrieb passen. Dadurch kann die wirtschaftliche Freiheit die Gleichbehandlung der Betriebe gewährleistet werden.

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23 Responses

  1. Bei der Diskussion zur TWI hätte das BLW auch einmal offiziell sagen können, dass heute schon jeder Landwirt eine Nährstoffbilanz führen muss, wenn er DZ erhalten will.
    Das müsste die ganze Bevölkerung wissen.
    Warum sagt das BLW nichts zb. bei Diskusionen im SRF.
    Oder stimmt die Feststellung Bundesamt GEGEN Landwirtschaft?

    1. Leider ist ja die heute gültige Suisse Bilanz kein Instrument, um die Probleme in der Umwelt zu lösen. Man kann jedes Jahr ganz legal 10% überdüngen, etwa 40% des Stickstoffs werden gleich vorweg als Verlust abgezogen. Je intensiver man wirtschaftet, je mehr Spielraum hat man, da Überschüsse in % gerechnet werden. Das BLW macht das also sehr gut, wenn es die SB nicht als Argument braucht. Was wirklich greift ist eine Senkung der Limite DGVE ja ha.

      1. Grüner ist noch grün hinter den Ohren! Ueber HODUFLU und die SuisseBilanz sind die Nährstoffflüsse unter Landwirtschaftsbetrieben bestens kontrolliert.
        Weniger genau sind die Nährstoffimporte aus dem Düngersack und vom Abfall aus der Gesellschaft von Kompogasanlagen zu überprüfen. Gärgüllen oder schöngesagt „Naturdünger flüssig“ sind hoch konzentrierte Stickstoffdünger, die Lohnunternehmer gerne grosszügig auf die Felder verteilen.

      2. Seit dem Fütterungsverbot von Speiseresten an Schweine und dem Biogasanlageboom wird vor allem Foodwaste als Biogasgülle in die Landwirtschaft entsorgt. Innert 10 Jahren nahm diese Menge um rund 500’000 m3 oder etwa 40’000 DGVE zu. Dieser Nährstoffimport ist der wachsenden Bevölkerung und der Strom-Einspeisevergütung an Biogasanlagen, besonders Kompogasanlagen zu verdanken. Als Dank wird jetzt der Landwirtschaft der gestiegene Futtermittelimport als Ersatzfutter für Schweine vorgeworfen.

        1. Auch die beste Kontrolle der Nährstoffflüsse nützt nichts, wenn die Kontrollparameter nicht stimmen. Und bestens wird höchstens das Papier kontrolliert. Ich habe noch nie einen Kontrolleur gesehen, der Güllemengen nachmisst oder Güllefässer vor Ort zählt. Am Schluss zählt das, was in der Natur passiert. Insider musst noch deutlich gründlicher hinterfragen!

          1. Hi Grüner das wollen die Behörden nicht , dann kommt aus das Sie die Bauern und Bevölkernung die Letzten 30 Jahre an gelogen hat. Da ich Güllen proben mache weis ich von was ich hier schreibe, ich habe differenzen in der Nährstoffbillanz . Beim N bin ich bei -20%, P -30 bis -40, K -50% ,Tiefer gegen über Nährstoffbillanz.

    2. +einen Tierbestand, der mit dem auf dem Betrieb produzierten Futter ernährt werden kann“, lässt sich mit der bestenden SwissBilanz umsetzen; einfach ohne Hofdüngerabnahmeverträge.
      So muss niemand überflüssige Nährstoffe aus der Mast illegal verstecken bzw. versenken.
      Deshalb JA zur TWI

      1. Wer versteckt denn überflüssige Nahrstoffe?
        Wer versenkt Nährstoffe?
        Der Roman versenkt Nährstoffe wenn er aufs WC geht.
        Schweizer Bauern nutzen den Hofdünger, damit sie keinen Kunstdünger kaufen müssen.

        1. Weil keine Nährstoffe versteckt werden, sind die Bodentestzahlen und die Nitratwerte des Grundwassers in den Gebieten mit viel Schweinmast so normal – oder eben doch nicht?

          Die hohen (teilweise extrem hohen) Werte in diesen Gebieten wären nicht möglich, wenn Nährstoffbilanzen und Hofdüngerabnahmeverträge eingehalten würden.
          Oder liegt es daran, dass die SwissBilanz falsch ist?

      2. Das hätte dann zur Folge, dass im Berggebiet weder Hühner noch Schweine gehalten werden können. Sicher werden uns dann die Bauern regelmässig Eier aus dem Flachland liefern, damit wir weiterhin unsere Bergspezialisten für den Tourismus herstellen können. Über ein neues Label „aus dem Flachland für den Berg“ etwa könnte ja dann verhandelt werden. (Ironie in)

  2. Speiseresten verbrennen statt in die Biogasanlage werfen .
    Die Nahrungsmittelindustrie soll ihr Problem selber lösen ,
    statt den Bauern in die Schuhe schieben . Eines Tages wird
    der Blick schreiben vergiftete Böden wegen Gülle aus
    Biogasanlage…..

    1. Was nicht ist, kann noch werden!
      In grossen Gebieten Deutschlands wurden die Böden mit Biogasgülle schon schwer überdüngt.
      Diese Gülle stammt jedoch nicht aus Speiseresten, sondern aus der blödsinnigen Produktion von Bioethanol und Raps-Methyl-Ester

      1. Biogasgülle selbstverständlich nur aus Bioethanol-Produktion. RME-Produktion liefert Glyzerin als Nebenprodukt- das niemand will

    2. Hi Biobauer , ich setzte auf mein Betrieb keine Biogas Gülle ein, wegen verdacht Hummus ab bau, Botulismus Bakterien könnten wie a Biogas Gülle im den Boden gelangen und sich vermehren. ( Chronische Botulismus im Stall ist die Folge davon )

  3. Wow ihr seid alle so „praxisbezogene und intelegent“ Leute die mit dem Satz kommen “ mit einem Tierbestand, der mit dem auf dem Betrieb produzierten Futter ernährt werden kann“
    Ihr könnt einfach schon jedes Problem damit lösen.
    Was würde die Welt ohne euch machen???

    1. Die ganz Intelligenten würden am liebsten die Landwirtschaft Weltweit verbieten.
      Leben dann von Luft und Liebe.

    2. Nein, das stimmt nicht, dann müsste Dünger zugekauft werden, da stickstoff , phosphor , Kali in den produkten weggeführt wird. Auf längeren zeitraum würden die böden aushungern. Eine ausgeglichene düngerbilanz ist der richtige weg! Vorausgesetzt sie wird richtig gerechnet!

      1. Hallo Biobauer lässt du die Gülle und Mist auf den Gehalt untersuchen??? Wenn nicht, würde ich dir entfehlen das zu machen, wenn das Resultat hochrechnest aufs Jahr siehst du wie ungenau die Nährstoffbilanz ist!!! Der nährstoffanfall von den Tieren in der Billanz zu hoch angesetzt sind.

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