Dienstag, 15. Juni 2021
11.05.2021 17:58
Agrarinitiativen

«Trinkwasserinitiative schwächt Milchwirtschaft»

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Von: blu

Am 13. Juni wird über die Agrarinitiativen abgestimmt. Zahlreiche landwirtschaftliche Organisationen haben sich gegen die Begehren ausgesprochen. Das tut nun auch die Branchenorganisation Milch (BOM). Sie warnt vor weniger Milch und mehr Importen.

Für die Schweizer Milchwirtschaft stehe am 13. Juni viel auf dem Spiel, schreibt die BOM einer Mitteilung die BOM am Dienstag. Bei einer Umsetzung der Trinkwasserinitiative würde sie gegenüber der ausländischen Konkurrenz massiv geschwächt, heisst es weiter.

«Zahl der Milchkühe sinkt»

Die BOM begründet dies mit dem Passus mit dem betriebseigenen Futter. Bei einer Annahme dürfe nur solches verfüttert werden. «Das würde eine normale Arbeitsteilung unter den Schweizer Produzenten verunmöglichen. Und die Zahl der Milchkühe würden sinken», warnt die BOM.

Dies habe zur Folge, dass die Milchmenge sinke und der Preis für die daraus hergestellten Produkte steige. Die Branchenorganisation befürchtet bei einem Ja eine massive Zunahme des Einkaufstourismus und der Importe.

Gras wird nicht mehr verdelt

Die BOM weist bezüglich darauf hin, dass die Futterration einer Schweizer Milchkuh überwiegend aus einheimischem Grünfutter bestehe. Kühe würden aus Gras zu hochwertigem Protein für die menschliche Ernährung veredeln. «Auf 70 Prozent der Landesfläche wächst nur Gras», heisst es weiter. Bei einem Ja drohe diese Nutzung zu verschwinden.

Die BOM weist auch auf das Tierwohl hin. «Die Produktion im Ausland erfolgt meist weniger tierfreundlich als in der Schweiz», heisst es in der Mitteilung.

Bei einem Ja zur Pestizidinitiative sieht die BOM die heutigen Hygienevorschriften gefährdet. «Der Einsatz vieler Reinigungs- und Desinfektionsmittel, die heute die Lebensmittelsicherheit entlang der Lebensmittelkette sicherstellen, würden verboten», warnt die Organisation.

Nebst den Produzentenorganisationen und gewerblichen Käsern gehören der BOM auch Milchverarbeiter wie Emmi, Baer, Nestlé, Cremo, Hochdorf, Züger, Milco und die Detailhändler Coop und Aldi an. Sie alle lehnen also die Agrarinitiativen ab.

Zwei Volksinitiativen

Die Pestizid-Initiative fordert ein Verbot synthetischer Pflanzenschutzmittel in der landwirtschaftlichen Produktion, in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und in der Boden- und Landschaftspflege. Verboten werden soll auch der Import von Lebensmitteln, die mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln hergestellt wurden oder die solche enthalten.

Die Trinkwasser-Initiative verlangt, dass nur noch Bauern Direktzahlungen erhalten, die auf Pflanzenschutzmittel, vorbeugend oder systematisch verabreichte Antibiotika und zugekauftes Futter verzichten. Auch die landwirtschaftliche Forschung, Beratung und Ausbildung soll nur unter diesen Bedingungen Geld vom Bund erhalten.

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34 Responses

    1. Sozialismus bringt immer Armut. Franz-Josef Strauss hat mal gesagt, wenn die Sozialisten die Wüste besässen würde sogar das Sand in der Wüste rar. Die schaffen es, alles zu verarmen.
      Die beiden Agrarinitiativen sind sozialistische Machwerke.
      Grosse Worte, wunderbare Versprechungen, da sind die Sozialisten gut. Aber liefern? weit gefehlt.
      Dir, Fritz, fehlt das gesunde Urteilsvermögen. Aus der Geschichte könntest du lernen, dass der Sozialismus immer so funktionierte.

        1. hüppi daniel: redest du zu dir? Welche Lügen? Welche Lobbyisten? Habt ihr Linken mal selber nachgedacht oder plappert ihr einfach die Parolen eurer Führer nach? Es ist sehr bedenklich. Du muss schon ein wenig mehr Worte schreiben, damit ich und andere erkennen, ob du dir überhaupt irgendwelche Gedanken gemacht hast und ob es sich lohnt auf dich einzugehen, oder ob du einfach ein linker Plauderi und unbelehrbarer Besserwisser bist.

    2. „die Schweizer Milchwirtschaft würde bei einer Umsetzung der Trinkwasserinitiative gegenüber der ausländischen Konkurrenz massiv geschwächt.“ Das ist ja das Ziel der Sozialisten. Sie schwächen uns mit den sinnlosen Covid-Massnahmen (Berset, Sommaruga), mit den Panikmachen zu Klima und Biodiversität (Grüne, GLP, SP) und nun mit den wirtschafts- und gesellschaftsfeindlichen Agrarinitiativen (Grüne, GLP, SP, ..).
      5 x NEIN am 13. Juni ist Pflicht für jeden wachen, verantwortungsvollen Stimmbürger.

    1. Hier handelt es sich um Biobetriebe. Ist zwar Ihre Traumwelt, Herr Schläpfer, entspricht aber, hoffentlich auch nach dem 13. Juni, noch nicht der Schweizer Wirklichkeit.
      Außer natürlich, die Fachleute wie Sie (analog zu den Covid „Fachleuten“ oder den Klima-„Fachleuten“), können sich mit ihren realitätsfernen Studien und Prognosen durchsetzen.

    2. Felix Schläpfer: Verstehen Sie auch etwas von Wirtschaft? Wirtschaft heisst Austausch von Gütern und Dienstleistungen. Was haben Sie dagegen, dass auch die Futter- und Milchindustrie mitverdient? Und wenn es weniger Landwirte hat, weniger Milchkühe, weniger Milch gibt, dann verdienen ALLE weniger: auch wir. Die Wirtschaft wird abgedrosselt.
      Auf jeden Fall sind Sie genau auf der Linie des Great Reset vom WEF. Beim WEF sind ja die ganz Reichen, die nun die Bevölkerung noch mehr reduzieren wollen.

      1. Was ich dagegen habe? Ich habe Mühe, wenn bestimmte Industrien ohne ersichtliche Gründe bevorzugt behandelt werden. Oder haben Sie Hinweise dafür, dass innerhalb unserer Volkswirtschaft die Futtermittel- und Milchindustrie besonders produktiv ist und deshalb vom Staat besonders aufgepumpt werden muss? Mir ist nichts derartiges bekannt. Ich weiss aber, dass sie Industrie mit ihren Umweltbelastungen besonders hohe volkswirtschaftliche Kosten verursacht. Beste Grüsse, FS

        1. Jeder weiss, dass der Bund für die Versorgungssicherheit des Landes verantwortlich ist. Dazu gehört die militärische Sicherheit, die Energieversorgung und die Ernährungssicherheit, und dabei eine möglichst grosse Unabhängigkeit und Autarkie. Das wusste schon Henry Kissinger, dass die Länder manipulierbarer sind, wenn Ernährung, Energie und Militär eines Landes zu sehr vom Ausland abhängen. Die Linken greifen alle diese Pfeiler an, mit schönklingenden Initiativen.

          1. Ja Herr Furrrer die Linken und Grünen sind für alles schlechte verantwortlich. Dumm nur, dass sie immer zahlreicher werden….

  1. schwächt, ich würde sagen die Milchproduktion geht num 30% zurück, die einen melken zwar mehr, aber auf der anderen Seite hören bedeutend mehr definitiv auf zu melken. Denn der Milchpreis wird nicht wesentlich besser, wenn überhaupt

  2. Im Berggebiet geht die Milchproduktion ganz klar zurück. Ich selber lase den die Kälber Melken,für 4000-5000kg seze ich keine Melkmaschine mehr an

    1. meis char, ich würde sehr wohl weitermelken, bei 4000 kg ev. nur noch einmal am Tag und im Sommer möglichst viel auf der Alp: weniger Arbeit, weniger Aufwand, mehr Verdienst! Oder bist du so ein unverbesserlicher Brownswisszüchter? Bei denen ist die Hofzufahrt wichtiger als die eigene Futtergrundlage. Helbock her und Briner weg………

      1. Die Gutverdienenden (vor allem bei den Linken, Grünen und Intellektuellen) verdienen ihr Geld oft beim Staat (Behörde, Gewerkschaft, Forschung, …). Die bekommen 100% Lohn von den Steuern anderer (Staatsgeld) und zahlen davon etwas in Form von Steuern dem Staat zurück (vermindern also in der Summe sogar das Geld in der Staatskasse).
        Die sog. Direktzahlungen machen einen kleinen Posten im Staatsbudget aus. Ausserdem sind die DZ für wirkliche Leistungen der Bauern, die allen zu gute kommen.

        1. Ich bin aber eine gutverdienden Linke und freischaffend, also nicht vom Staat.

          Und wenn die Direktzahlungen ja so bescheiden sind, kannn man sie ja getrost streichen.

          1. Die Direktzahlungen machen 3.5 Mia Fr jährlich aus Zu den 70 Mia. Fr. für die unsinnigen, chinesisch- kommunistischen Covid- Massnahmen ist das ein Klacks.
            Ich meine, dass 3.5 Mia Fr. nicht zuviel sind für die wichtigen, gesamtwirtschaftlichen Leistungen der Bauern.
            Diese Leistungen werden – leider und symptomatisch für die linke Leitkultur – nur von wirklich lnformierten oder praktisch tätigen Landwirten anerkannt. Die linke Neidkultur mag den Landwirten nicht mal das Zahnweh gönnen.

          1. Klar. Das Narrativ (Märchen) der Massenmedien ist anders und die Wahrheit darf nicht gesagt werden. Politisch-korrekte Intoleranz. Das links-grüne Verständnis von Demokratie.

          2. Der Bundesrat ist nicht böse, sondern mindestens die beiden SP- Bundesräte sind völlig unfähig und wollen Verschuldung, Sozialismus und Abhängigkeit der Bevölkerung vom Staat vorwärts treiben und unumkehrbar machen.

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