Dienstag, 15. Juni 2021
29.05.2021 18:01
Trinkwasser-Initiative

«Und was ist mit dem Pestizid Butox?»

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Von: sal

Landwirt und SVP-Grossrat Ernst Wandfluh (im Bild) organisierte vergangene Woche auf seinem Betrieb in Kandergrund BE ein Podium zur Trinkwasser-Initiative (TWI). Dabei brachte er ein bisher nicht beachtetes Problem vor. 

Er gehe mit seinen Kühen auf die Vorweide Schlafegg ob Kandergrund. Dort müsse er das Insektizid Butox einsetzen. Sonst würden die Tiere spätestens auf der Alp im Ueschinental ob Kandersteg so stark unter den Zecken leiden, dass ein Antibiotikaeinsatz nötig werde.

Der anwesende Tierarzt Paul Boss bestätigte, dass Butox ein Insektizid und damit ein Pestizid sei. Wandfluh fuhr fort: «Dann heisst das, dass ich nach einem Ja zur TWI sämtliche Direktzahlungen verlöre, weil ich ein Pestizid einsetze?»

Der Frutiger Nationalrat und TWI-Befürworter Jürg Grossen (GLP, BE) meinte, das sollte nicht sein, da werde man eine Lösung finden. TWI-Gegner Albert Rösti (SVP, BE), in Kandersteg als Bauernsohn aufgewachsen, hingegen sagte: «Der Initiativtext ist klar: Kein Einsatz von Pestiziden.» Für Rösti  war das ein weiteres Beispiel dafür, dass die TWI überhaupt nicht durchdacht sei.

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14 Responses

  1. Solche Initiativen hätte man für Ungültig erklären müssen.
    Doch weil sie die Landwirtschaft betreffen, wurden sie freudig durchgewunken.
    Bauern sind hald Menschen 2. Klasse.

      1. Innere Aufstockung (viele Tiere ohne Land) war und ist heute noch legal. Auch anderes „Unsinniges“ und „Gefährliches““ waren lange legal:
        Sklavenhandel
        Abfall in Kiesgruben deponieren.
        Industrieabfälle in Flüssen entsorgen
        Arsen als Insektizid spritzen
        usw. usw.
        Auch durch diese Verbote wurden Existenzen gefährdet (z.B. Sklavenhändler-Existenzen)
        Wir sollten ja auch gescheiter werden und Unsinniges verbieten.

        Deshalb JA zur TWI

          1. «Einsicht ist der beste Weg zur Besserung.» Die innere Aufstockung war für viele Kleinbetriebe der einzige Weg für ein besseres Einkommen. Nun sollen diese Kleinbetriebe aufgrund einer schludrig formulierten Initiative illegal sein. Mit der Nährstoffbilanz ist dieser Part eh überflüssig wenn Futteraustausch erlaubt sein soll.

        1. Landwirte mit Sklavenhändler zu vergleichen ist unterste Schublade, auch eine entschuldigung macht dies nicht besser. Gleichzeitig eine Initiative befürworten, welche dazu führt das dann einfach im Ausland das Trinkwasser mehr belastet wird rundet diesen sinnfreien kommentar noch ab.

    1. Seit dem 2. Weltkrieg bzw. seit der Einführung des LWG Anfang der 50iger-Jahre, waren wir Bauern die gehätschelten Lieblingskinder der Schweizer. In den kommenden Jahrzehnten werden wir zu ganz normalen Bürgern mit Rechten und Pflichten werden.
      Das mit der 2. Klasse ist ein typisches Geschwätz von ehemals Verhätschelten.

    2. Dann müsste man sämtliche SVP-Initiativen ebenfalls für ungültig erklären. Die enthalten auch immer Aussagen, bei denen man von Vorneherein weiss, dass sie nicht funktionieren. Diesmal kommt der Schrott halt ausnahmsweise von links.

    3. Ich bin Freund der Initiativen im Grundsatz. Das Problem ist dass das Futter nur auf eigenem Hof Produziert werden kann. Das ist nich Logisch und geht somit nicht. Wäre der Text: Inländisches Futter gewesen, hätte ich angenommen. So ist es eine Quasi Enteignung.

      Ich begreife aber den Bauerneinwand wegen der Preise nicht. Gerade gutverdienende zahlen für gute Qualität gerne mehr, seid doch hier Pioniere statt nur 2xNein aufzuhängen. Ich sage 1 mal ja Syntethische, 1 mal Nein, Trinkwasser

      1. Gratuliere zur Einschätzung der TWI.
        Bei der Syntetischen kann man geteilter Meinung sein, wäre dann schwierig dass man bei den Importnahrungsmittel das Bio durchsetzen kann.

  2. Das wo ich noch sagen will der Herr Baumann wird Bedroht ein Armer Kerl. Aber dass wir selber Bedroht werden ich meine Familie, viele Bauernfamilien und ihre Existenzen sind von der Initiativen und Initianten Bedroht. Das wird von der Presse nirgendwo Geschrieben.

  3. Die Anwendung von Produkten gegen Parasiten in der Tierhesundheit müsste bei wortgetreuer Umsetzung tatsächlich schwierig werden. Ein Beispiel mehr, wenn fachfremde Träumer/innen oberflächlichen Populismus betreiben. Sie sind in erster Linie gegen Bauern. Das Trinkwasser ist nur das Werkzeug, sonst wären alle Bereiche (Bau, Medizin, Verkehr…) einbezogen worden.

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