Dienstag, 15. Juni 2021
10.06.2021 08:06
Biodiversität

Weniger Pflanzenschutzmittel mit mehr Biodiversität 

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Von: Judith Lander Callipari, BLW

Biodiversitätsförderflächen werden nicht oder reduziert gedüngt und mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Buntbrachen oder Ackerschonstreifen tragen damit zu den Zielen der Parlamentarischen Initiative bei.

«Biodiversitätsförderflächen auf der Ackerfläche kommen nicht nur der Natur zugute, sondern auch der Produktion von Lebens- und Futtermitteln», schreibt das Bundesamt für Landwirtschaft.

Durch diese Flächen werden Nützlinge und Bestäuber gefördert, welche zur Bekämpfung von Schädlingen der landwirtschaftlichen Kulturen und für die langfristige Sicherung der Bestäubung immens wichtig sind. Die vorgeschlagene neue ÖLN-Anforderung von 3.5 % Biodiversitätsförderflächen auf der Ackerfläche trägt gleichzeitig zu beiden Zielen der Parlamentarischen Initiative 19.475 «Das Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren» bei, der Verminderung des Nährstoff- und des Pflanzenschutzmitteleintrags.

«Gleichzeitig wird über die Biodiversitätsförderflächen die Biodiversität dort gezielt gefördert, wo heute ein grosses Defizit besteht, nämlich auf der Ackerfläche im Talgebiet», heisst es weiter. Insgesamt benötigen alle ÖLN-Betriebe weiterhin mindestens 7% Biodiversitätsflächen; die 3.5% Biodiversitätsförderflächen auf der Ackerfläche müssen nicht zusätzlich bereitgestellt werden. Die Vorschrift gilt nur für Betriebe mit mehr als 3 Hektaren offener Ackerfläche in der Tal- und Hügelzone.

Mit dem Ackerschonstreifen und dem neuen BFF-Element «Getreide in weiter Reihe» haben die Betriebe zwei Typen von Biodiversitätsförderflächen zur Auswahl, mit denen Lebens- und Futtermittel produziert werden können. «Bunt- und Rotationsbrachen sowie Säume und Nützlingsstreifen sind nicht nur wichtige Lebensräume für viele Tierarten, sondern werten auch das Landschaftsbild auf», schreibt das BLW.

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3 Responses

  1. Dieses Jahr habe ich erstmals seit Langem keine Blühstreifen mehr. Nach den unterirdischen Kommentaren in diversen Foren (watson, SRF, Nau, usw.) von Imkern ist mir die Lust vergangen.
    Nie hat jemand solche Massnahmen positiv beurteilt, im Gegenteil, sie würden als Alibiübung abgetan.

  2. Maßnahmen sind immer nur so gut wie auch umgesetzt und mitgetragen werden.
    Steigen sie doch an einem sonnigen Tag vom Traktor und hören sie dem summen zu und schalten dabei auch noch das Hirn ein.
    Immer alles bekämpfen aber sich vor der Abstimmung rühmen was man doch schon alles für die Natur mache.

    1. Wie gesagt, habe seit vielen Jahren Blühstreifen angelegt. Aber der Hass und Spott von den neuen „Landwirtschaftsexperten“ zu denen ich leider auch Sie zähle, hat ein hohes Frustpotential das mir die Freude an solchen Massnahmen zerstört.

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