Montag, 27. Juni 2022
20.12.2011 12:06
Bäuerliche Einkommen

Wenn der Bergbauer einen Skilift betreibt

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Von: sda

Die Ermittlung der Einkommen in der Landwirtschaft und Vergleiche dieser Löhne mit Einkommen anderer Angestellter weisen Mängel auf. Das kritisiert die Eidgenössische Finanzkontrolle.

Eine Reform, um die Mängel zu beheben, sei aber eingeleitet worden. Die Einkommensindikatoren in der Landwirtschaft seien für die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage der Bauern in der Schweiz zentral, schreibt die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) in einer Mitteilung vom Dienstag. Die Ermittlung der einkommensrelevanten Grössen sei seit längerer Zeit umstritten.

Die Finanzkontrolle hat das System der Einkommensermittlung auf Landwirtschaftsbetrieben unter die Lupe genommen. Sie stellte fest, dass die Auswahl der Betriebe weder zufällig noch flächendeckend sei. Die Berichterstattung erfolge verkürzt und vereinfachend und werde der Datenmenge und der Qualität der Daten nicht gerecht.

Wie Emmanuel Sangra von der EFK auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda ausführte, ist beispielsweise die Stichprobe mit 3500 Betrieben problematisch. Sie beinhalte ausschliesslich Betriebe, welche die gleiche Buchhaltungs-Software verwenden.

Tatsächliches Einkommen höher

Ein weiteres Manko: Die mit nicht-landwirtschaftlichen Tätigkeiten erzielten Einkommen der Bauern würden nicht berücksichtigt. Diese seien manchmal bedeutend, etwa wenn ein Bergbauer einen Skilift betreibe. Das tatsächliche Einkommen der Bauern sei also manchmal höher als das «landwirtschaftliche Einkommen», sagte Sangra.

Die EFK empfiehlt, abzuklären, wie zusätzliche Datenquellen genutzt werden können, um die Einkommensparameter besser zu bestimmen. Für eine ausgewogene Berichterstattung zur Einkommenslage in der Landwirtschaft sei ein Mix von wichtigen Ergebnissen und Hintergrundinformation vorzusehen.

Das Bundesamt für Landwirtschaft und die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon begrüssten die Empfehlungen der EFK, heisst es im Communiqué. Sie planten, entsprechende technische, methodische und bei Bedarf rechtliche Schritte zur Verbesserung der Einkommensermittlung und -ausweisung in der Landwirtschaft aktiv anzugehen.

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