Freitag, 27. Mai 2022
01.09.2011 05:46
Agrarökonomemkongress

WTO-Chef Lamy und BR Schneider: Vernetzen statt abschotten

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Von: Michael Rediger (lid), blu

WTO-Chef Pascal Lamy und Bundesrat Johann Schneider Ammann eröffneten in Zürich den Kongress der Europäischen Agrarökonomen (EAAE) 2011. Klimawandel, knapper werdende Ressourcen und Preisschwankungen auf dem Weltmarkt stellen die Landwirtschaft vor eine ungewisse Zukunft.

Alle Redner am Eröffnungsabend waren sich einig, wie wichtig eine funktionierende Land- und Ernährungswirtschaft für die Welt von heute ist.

Lamy: Globalisierter Agrarhandel ist Teil der Lösung

Pascal Lamy forderte eine stärkere weltweite Vernetzung der Agrarmärkte und einen Abschluss der Doha-Runde als Grundlage einer grösseren Sicherheit für die Lebensmittelmärkte weltweit. Zurzeit würden die einzelnen Länder zu stark auf sich selbst schauen und gegen Aussen abschotten, beklagte Lamy die aktuelle Situation. Ein globalisierter Agrarhandel sei Teil der Lösung, nicht Teil des Problems, war Lamy überzeugt.

Auch Landwirtschaftsminister Johann Schneider Ammann brach eine Lanze für eine offene Grenze: Ein Land, wie die Schweiz wo jeder zweite Franken im Ausland verdient werde, dürfe sich nicht abschotten. Für die Weiterentwicklung der Landwirtschaft zähle er gerne auf die Inputs der Agrarökonomen, gab der Bundesrat an die Adresse der Teilnehmer zu verstehen.

Forschung soll Grundlagen zu Risiken und Politik liefern

Gemäss Informationen der Kongressveranstalter zählen zu den Herausforderungen der zukünftigen Landwirtschaft der Klimawandel und knapper werdende Ressourcen wie Wasser. Auch die steigenden Preise für Getreide und andere Nahrungsmittel auf dem Weltmarkt seien ein grosses Problem, insbesondere für Entwicklungsländer. Die agrarwirtschaftliche Forschung will Grundlagen liefern, wie die Risiken einer globalisierten Nahrungsmittelproduktion zu bewältigen sind und die zukünftige Landwirtschaftspolitik am besten gestaltet werden kann.

Der Kongress will mit Plattformen wie der Agri-Business Lounge auch den Austausch zwischen Forschung und Wirtschaft fördern.

800 Teilnehmer aus 50 Ländern

Der Kongress der European Association of Agricultural Economists (EAAE) findet alle drei Jahre statt und ist die grösste wissenschaftliche Veranstaltung im Bereich Agrarökonomie in Europa (800 Teilnehmer). Dieses Jahr steht er unter dem Motto „Change and Uncertainty – Challenges for Agriculture, Food and Natural Resources". Vom 30. August bis 2. September präsentieren Wissenschaftler aus mehr als 50 Ländern in über 350 Vorträgen und 280 Postern ihre aktuelle Forschung. Unter der Leitung von Stephan Pfefferli haben die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) und das Institut für Umweltentscheidungen der ETH Zürich die Veranstaltung vorbereitet.

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