Dienstag, 28. September 2021
08.09.2021 14:55
Coronakrise

Zertifikatspflicht wird ausgeweitet

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Von: sda

Wer ab Montag ein Restaurant oder ein Fitnesscenter betreten oder an Veranstaltungen teilnehmen möchte, muss ein Covid-Zertifikat vorweisen. Das hat der Bundesrat am Mittwoch entschieden. Verstösse gegen die ausgedehnte Zertifikatspflicht sollen geahndet werden.

Die Liste der Orte, an welchen ab kommender Woche ein Covid-Zertifikat vorgezeigt werden muss, ist lang: Restaurant-Innenräume, Bars, Konzerte, Theater, Kinos, Sportanlässe, Kletterhallen, Aquaparks, Billardhallen, Casinos, Hochzeiten, Museen, Bibliotheken, Zoos, Fitnesszentren und Hallenbäder. Zugang erhält dort nur, wer geimpft, genesen oder negativ getestet wurde und dies mit einem Zertifikat beweisen kann.

Bei Zertifikatspflicht keine Masken

Die Kantone oder die Hochschulen können zudem eine Zertifikatspflicht für den Studienbetrieb auf Bachelor- und Masterstufe vorschreiben, wie der Bundesrat schreibt. Unter anderem die Universität Bern hat bereits eine solche Regelung ergriffen.

Die Ausweitung der Zertifikatspflicht geht auch mit Lockerungen einher: An Orten und Veranstaltungen mit Zertifikatspflicht entfallen alle anderen Schutzmassnahmen wie beispielsweise die Maskenpflicht. Heute gilt dieses Regime erst für Discos, Clubs und Grossveranstaltungen wie Fussballspiele. Das habe sich bewährt, schreibt der Bundesrat. Mit dem Einsatz des Zertifikats werde das Übertragungsrisiko stark reduziert.

Keine Änderungen im Freien

Explizit ausgenommen von der ausgeweiteten Zertifikatspflicht sind laut dem Bundesrat Gassenküchen und Gastrobetriebe in Transitbereichen von Flughäfen. Aus Gründen des Grundrechtsschutzes ausgenommen sind zudem religiöse Veranstaltungen sowie Anlässe zur politischen Meinungsbildung bis maximal fünfzig Personen.

Kein Zertifikat benötigt man für die Teilnahme an Selbsthilfegruppen oder «für beständige Gruppen von maximal dreissig Personen, die in abgetrennten Räumlichkeiten regelmässig zusammen trainieren oder proben».

Bei Veranstaltungen im Freien gelten die bisherigen Regeln: Für Veranstaltungen mit mehr als tausend Personen besteht eine Covid-Zertifikatspflicht, kleinere Veranstaltungen im Freien können entscheiden, ob der Zugang auf Personen mit Zertifikat eingeschränkt wird.

Beim Prüfvorgang speichert die App keine Daten auf zentralen Systemen oder in der «COVID Certificate Check»-App.
Bund

Zertifikat am Arbeitsplatz

Wer als Privatperson gegen die neuen Regeln verstösst, kann mit hundert Franken gebüsst werden, wie der Bundesrat schreibt. Einrichtungen und Veranstaltungen, welche die Zertifikatspflicht nicht beachten, droht demnach eine Busse bis hin zur Schliessung der Betriebe. Für die Kontrolle sind die Kantone zuständig.

Der Bundesrat will es auch Unternehmen ermöglichen, das Zertifikat bei ihren Arbeitnehmenden zu überprüfen, «wenn es dazu dient, angemessene Schutzmassnahmen festzulegen oder Testkonzepte umzusetzen». Falls ein Arbeitgeber von seinen Arbeitnehmenden einen Test verlangt, muss er die Kosten dafür selber tragen.

Die Verwendung des Zertifikats sowie die daraus abgeleiteten Massnahmen müssen bei den Arbeitnehmenden konsultiert und schriftlich dokumentiert werden, wie der Bundesrat schreibt. Der Arbeitgeber muss aus Datenschutzgründen, wenn immer möglich, das datenarme «Zertifikat light» verwenden.

52,5 Prozent vollständig geimpft

Insgesamt wurden bis Sonntagabend 9’243’350 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Damit wurden 9’812’779 Dosen verabreicht. 52,35 Prozent der Bevölkerung sind bereits vollständig geimpft, weitere 6,66 Prozent haben eine erste Dosis erhalten.

Überlastung der Spitäler «nicht ausgeschlossen»

Mit der Ausweitung des Zertifikats reagiert die Landesregierung auf die anhaltend angespannte Lage in den Spitälern, wie sie schreibt. Die Plätze in den Intensivstationen der Spitäler werden wegen der steigenden Zahl von Covid-19-Patientinnen und -Patienten zunehmend knapp. In einigen Kantonen werden Operationen verschoben und verschiedentlich werden auch Patientinnen und Patienten in andere Spitäler verlegt.

«Ein rascher Anstieg der Hospitalisationen und damit eine Überlastung der Spitäler kann aufgrund der kühler werdenden Temperaturen im Herbst nicht ausgeschlossen werden», schreibt der Bundesrat. Die Zahl der Ansteckungen sei weiterhin hoch. In den vergangenen Tagen habe sich eine leichte Zunahme der Viruszirkulation abgezeichnet.

Mit den neuen Zertifikatsregeln sollen erneute Schliessungen ganzer Branchen oder Verbote von bestimmten Aktivitäten verhindert werden. Zudem wird auch leise Druck auf die ungeimpften Personen ausgeübt. Vor zwei Wochen hatte der Bundesrat bereits entschieden, dass Corona-Tests für asymptomatische Personen ab dem 1. Oktober nicht mehr gratis sind.

Das Virus überträgt sich am häufigsten bei engem und längerem Kontakt, z.B. wenn man zu einer infizierten Person weniger als 1,5 Meter Abstand hat und dabei keine Schutzmassnahmen eingehalten werden. Je länger und enger dieser Kontakt ist, desto grösser ist das Risiko einer Ansteckung.
Dr StClaire

Ein Viertel braucht Test

Vor Wochenfrist hatte sich der Bundesrat noch gegen den erweiterten Einsatz des Zertifikats ausgesprochen. Er hatte die Hoffnung, dass sich die unpopuläre Massnahme verhindern liesse. Gegen die Ausweitung hatten sich im Vorfeld insbesondere die SVP und der Branchenverband Gastrosuisse geäussert. Doch die Befürworter der Massnahme sind weit zahlreicher.

Die Ausweitung der Zertifikatspflicht wird laut der wissenschaftlichen Taskforce des Bundes einen Viertel der Bevölkerung betreffen. Personen, die geimpft, genesen oder unter 16 Jahre alt sind, treffen die verschärften Regeln nicht. Sie machen in der Schweiz drei Viertel der Bevölkerung aus.

Bis sich die neue Massnahme auf die Situation in den Spitälern auswirkt, dauert es laut dem Bundesrat zwei bis drei Wochen. Die ausgedehnte Zertifikatspflicht ist bis am 24. Januar 2022 befristet. Der Bundesrat kann die Massnahme auch früher wieder aufheben, sollte sich die Situation in den Spitälern entspannen.

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20 Responses

  1. Wir werden von Verschwörern regiert, die uns schlecht informieren und die durch die Zertifikats-, Masken- und Test-Zwangsmassnahmen uns zur Impfung zwingen wollen.
    Das ist völlig rechtswidrig und dem muss mit aller Kraft widerstanden werden.
    Denn „Frei ist, wer die Freiheit gebraucht“ steht in der Bundesverfassung. Und diese Freiheit und dieses Recht haben wir.
    Wir haben das Recht auf Unversehrtheit, auf Rechtsgleichheit.
    Länder ohne Masken, Impfung, Zwang funktionieren viel besser!

    1. Herr Furrer, schweigen Sie einfach.

      Sie erzählen hier dauernd Schwachsinn. Es ist ok, wenn jem sich nicht impfen lassen will, aber andere dazu aufstacheln, sich nicht Impfen zu lassen geht nicht.

      Solche Parolen verbreiten den Tod

      Denken Sie mal daran, dass jemand zB. Krebskrank ist und wegen voller Spitäler sich nicht behandeln lassen kann.

      Seien Sie endlich still. und Der Schweizerbauer sollte solche Leute heir nicht mehr zu wort kommen lassen.

      1. Wer hier Tod und Spaltung verbreitet sind die Impfbefürworter. Zertifikatspflicht ist Apartheid und widerspricht der Bundesverfassung diametral. Ist entschieden abzulehnen. Allenfalls mit zivilem Ungehorsam.

      2. Sie sind hier derjenige der Schwachsinn erzählt. Die Schweizer Spitäler waren zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd ausgelastet. Dies könnte man ganz einfach selbst recherchieren, wenn man den möchte.

      3. Beste Ines,
        das Argument Quote: Es ist ok, wenn jemand sich nicht impfen lassen will, aber Ander dazu aufstacheln, sich NICHT impfen zu lassen, geht nicht…Ende Quote.

        Dieses Argument kann und muss zwingend beidseitig angewendet werden, denn die gesamte Medienlandschaft betreibt seine Monaten nichts anderes, einzig im Sinne der Impf-Befürworter.
        Als mündige CH Bürger, wählbar und stimmberechtigt, ist es zwingend die Verantwortung für sein eigenes Tun und Handeln zu übernehmen!

    2. An Beat Furrer
      Bravo, schön dass es Jemand zu sagen wagt.
      Wir brauchen dringend bessere Volksvertreter in Bern, die derzeitigen 7 sind zu sehr dem
      Kapitalismus und der Machtgier verfallen.

  2. Vor einem Jahr hatten wir keine Massnahmen,und viel weniger Fälle. Über die Hälfte der Bevölkerung ist nun geimpft.Ergo=Weder die Massnahmen noch das impfen bringt etwas,dafür gehen wir mit grossen Schritten einer totalen Diktatur entgegen,ihr werdet es erst begreiffen wenn es zu spät ist…

    1. Ja nicht impfen! Das schadet der Gesundheit! Irreversibel! Sie täuschen sich, kenta 14, und mit Ihnen ein grosser Teil der Bevölkerung. Wir werden im Februar, zur Fassnacht, nicht aus dem Covid-Theater heraus sein, auch wenn sich jetzt alle impfen würden. Denn die Impfung wird das Immunsystem aller Menschen derart schwächen, dass, wenn die Grippesaison kommt, wir wirklich eine Überlastung des Gesundheitssystems haben werden. Die Pandemie (mit Kranken und Toten) beginnt dann WEGEN der Impfung!

      1. Die ungeimpften werden halt immer weniger und manche verlieren halt die Nerven, Furrer platzer usw, das muss man eher mitleidvoll sehen

        Die Abstimmung über das Zertifikat wird für coronaleugner die totale Niederlage werden.

        1. Eine Insidermeldung aus der Intensivstation in der Schweiz: Es kommen ganz viele auf die IPS mit Impfschäden, z.B. mit Lungenentzündungen. Da aber Impfschäden nicht per Krankenkasse abgerechnet werden können, werden diese Leute eben als Ungeimpfte ausgewiesen.
          Die Todeszahlen steigen seit den Impfungen und werden noch massiv weitersteigen, wenn die nächste Grippewelle kommt.

        2. Inzwischen wurde von mehreren Seiten offengelegt, dass die von offizieller Seite publizierten Zahlen zwar nicht falsch sind, aber fehlinterpretiert werden. Zudem hat man die Anzahl Intensivbetten über ein im November 2020 eingeführtes Gesetz um ca. 1/3 indirekt reduziert. Deshalb ist die Auslastung auch so hoch. Auch die anderen Zahlen werden so ausgelegt, dass man Angst schürt. Die Politiker, die damals versuchten, Schweinegrippe als Pandemie hochzureden lachten sich krumm ob der dummen Schafe.

      2. Zertifikatspflicht ist rechts- und verfassungswidrig. Die Polizisten, die Politiker sagen das auch. Die Zertifikatspflicht schafft einen Apartheitsstaat. Wer will so etwas?

  3. Jeder der impft,ist doch Teil des Systems… Impft soviel ihr wollt,von mir aus täglich. Millionen von kulturfremden Einwanderern,Wiederansiedlung von Grossraubtieren,Bürokratie-Irrsinn,nun auch noch faktisch eine Impfpflicht,die Politiker+Behörden tun seit Jahren alles,um Werte,Tradition und Lebensweise des Schweizer Volkes abzuschaffen.

  4. Ja, dass sich auf dieser Erde nach der jahrzehntelangen , immer rasend schnelleren Entwicklung, nun plötzlich ganz unerwartet etwas tut, das merkt nun warscheinlich, langsam jedermann. Wer hätte noch vor drei Jahren geglaubt, dass eine weltweit verbreitete Krankheit, in so kurzer Zeit,solche Auswirkungen haben könnte. Unsere Perspektiven haben sich verändert. Impfen gegen Krankheiten, ist nicht etwas ganz Neues. Es kann eine Möglichkeit sein. Bin auf Empfehlung der Ärzte geimpft.

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