Mittwoch, 3. März 2021
19.03.2019 16:20
Luzern

Bauern müssen Phosphordüngung senken

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda/blu

Im Baldeggersee hat es zu viel Phosphor. Um diesen Wert zu senken, muss beim Düngen der landwirtschaftlich genutzten Flächen angesetzt werden, wie aus einer Studie hervorgeht, die der Kanton Luzern am Dienstag veröffentlichte. Die bisherigen Massnahmen reichen nicht aus.

Es müssten zwingend weitere Anstrengungen zur Reduktion der Phosphoreinträge eingeführt werden, lautet das Fazit des Schlussberichts zur Evaluation der stark zur Phosphorbelastung des Baldeggersees beitragenden Flächen.

3900 statt 2200 Kilo

Die 149-seitige Studie der Forschungsanstalt Agroscope bildet die Grundlage für die Ausgestaltung des Phosphorprojektes im Einzugsgebiet der drei Mittellandseen ab 2020. Die tolerierbare algenwirksame Phosphorfracht in den Baldeggersee beträgt 2200 Kilogramm pro Jahr, die aktuellen Phosphoreinträge liegen jedoch bei 3900 Kilogramm. Damit der See langfristig gesunden kann, müsse die Phosphordüngung auf einem grossen Teil der landwirtschaftlichen Flächen deutlich reduziert werden.

Die Ergebnisse der Forschungsarbeit zeigen auf, dass das grösste Reduktionspotential beim historisch bedingt hohen Phosphorgehalt der Böden liegt. Damit der Phosphorgehalt in den Böden langfristig sinkt, muss die Phosphordüngung auf einem grossen Teil der Flächen deutlich reduziert werden. Je nach angestrebten Zeithorizont bezüglich Zielerreichung (Halbierung des Phosphoreintrags) sind unterschiedliche Massnahmen zu ergreifen.

Im Bericht werden sechs neue Massnahmen vorgeschlagen, die den Phosphoreintrag senken sollen. Dazu zählen etwa eine Extensivierung oder Nulldüngung, mehr Hofdünger-Exporte, weniger Tiere oder eine Hoftorbilanz zu den Nährstoffzu- und Wegfuhren. Eine Regelung sei aus Sicht des Vollzugs am ehesten über Nährstoffbilanzen sinnvoll.

-> Hier gehts zum Bericht

Belüfteter See

Die konkreten Massnahmen werden in den kommenden Monaten entwickelt. Ein verwaltungsinternes Projektteam und eine Begleitgruppe, in der unterschiedliche Interessensvertreter sind, erarbeiten derzeit das Folgeprojekt.

Ein hoher Phosphor-Gehalt im Wasser führt zu einer starken Vermehrung von Algen. Abgestorbenes Pflanzenmaterial sinkt ab und wird unter Verbrauch von Sauerstoff abgebaut. Dadurch kann der Sauerstoff auf dem Seegrund vollständig aufgebraucht werden und fehlt dann den Fischen, ihrem Laich und den Kleinlebewesen im Sediment. Weil der Baldeggersee nach wie vor überdüngt ist, muss er belüftet werden.

Phosphor – Pflanzennährstoff mit Folgen

Phosphor ist ein lebenswichtiger Grundbaustein für Pflanzen wie auch für Tiere. Ein hoher Phosphor-Gehalt im Boden birgt jedoch die Gefahr, dass zu viel Phosphor in Gewässer wie z.B. den Baldeggersee gelangt. Dies führt zu einer starken Vermehrung von Algen. Abgestorbenes Pflanzenmaterial sinkt auf den Seegrund ab und wird unter Verbrauch von Sauerstoff abgebaut. Dadurch kann der Sauerstoff auf dem Seegrund vollständig aufgebraucht werden und fehlt dann den Fischen, ihrem Laich und den Kleinlebewesen im Sediment.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE