Freitag, 26. Februar 2021
14.10.2012 08:04
Milchmarkt

«Das ist eine Frage der Arbeitsteilung»

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Von: Daniel Salzmann

Albert Rösti, Direktor der Schweizer Milchproduzenten (SMP), erklärt, warum er nicht selbst in den BOM-Vorstand geht.

«Schweizer Bauer»: Der SMP-Vorstand hat André Aeby, Hanspeter Kern und Stefan Hagenbuch als Vertreter der SMP für den BOM-Vorstand nominiert. Warum nicht Sie selbst als SMP-Direktor?
Albert Rösti: Das ist eine Frage der Arbeitsteilung. Mit SMP-Vizedirektor Stefan Hagenbuch ist die direkte Verbindung zur Geschäftsstelle gegeben. Als Fachbereichsleiter Internationales und Marktfragen ist er für diese Aufgabe bestens gerüstet. Mit meinem Nationalratsmandat gäbe es wohl auch zeitliche Überschneidungen, denn im BOM-Vorstand  ist ein hoher Sitzungsrhythmus absehbar.

Die SMP schreiben von einer «unabhängigen Vertretung einer breiten Basis von Milchproduzenten». Aber auch Aeby und Kern sitzen in den Vorständen von Milchhandelsorganisationen (Prolait bzw. Nordostmilch).
Vor den Nominationen haben wir definiert, dass die drei Vertreter nicht direkt im Milchhandelsgeschäft engagiert sein dürfen. Das ist für alle drei Personen möglich, sie dürfen in ihrer Funktion nicht direkt mit Milchverarbeitern über Liefermengen und Preise verhandeln. Die Nomination erfolgt ja unter der Bedingung, dass die BOM den SMP drei Vertreter garantiert. Selbstverständlich ist es dann an den Kandidaten sicherzustellen, dass sie diese Kriterien erfüllen.

Wenn die Statuten den SMP neu drei Personen im BOM-Vorstand garantieren, kehren die SMP in die BOM zurück. Was hat das für Vorteile?
Bislang hatten wir einen Sitz im BOM-Vorstand. Die drei Sitze sollen in Zukunft  zumindest eine Sperrminorität ermöglichen. Aber wir müssen ganz klar sagen, dass die drei Stimmen  alleine noch nicht für eine Mehrheit reichen. In diesem Sinne dürfen die Erwartungen auch nicht zu hoch geschraubt werden. Die BOM ist eine zentrale Plattform, um den gemeinsamen Nenner in der Branche zu finden. Das ist sehr wichtig. Die BOM kann aber nicht die politischen Anliegen, wie die Allgemeinverbindlichkeit auf Produzentenseite, die im Nationalrat leider knapp nicht durchgekommen ist, erfüllen, da die Interessen zwischen Produzenten und Verarbeiter und Handel, insbesondere, was die Preise anbelangt, oft unterschiedlich sind. Soweit die Politik nicht interveniert, ist es weitgehend der Markt, der die Regeln bestimmt. Um zurückzukommen auf Ihre erste Frage, ist gerade auch vor diesem Hintergrund die Arbeitsteilung zwischen dem Vizedirektor der SMP, Stefan Hagenbuch, und mir sinnvoll.

Die Motion Aebi steckt in der WAK-S fest, der von Ihnen vertretene Minderheitsantrag zu Art. 9 fand im Nationalrat keine Mehrheit. Geben Sie diese Stossrichtung nun auf?
Die Motion Aebi fand im Nationalrat eine Mehrheit, der Ständerat drückte sich aber davor, über sie abzustimmen. Mein Antrag ist nicht identisch mit der Motion, liegt jedoch auf der gleichen Linie. Das Nein des neu zusammengesetzten Nationalrats wiegt schwer. Diesen Entscheid im Ständerat zu korrigieren, wird sehr schwierig. Wir versuchen es jetzt mit einem Kompromissantrag. Unter den gegebenen Voraussetzungen – es sind die politischen wie aber auch die unterschiedlichen Meinungen unter den Milchproduzentenorganisationen, die letztlich die Politik beeinflussten – ist es für die SMP leider in nächster Zeit kaum möglich, die Allgemeinverbindlichkeit für einen Marktentlastungsfonds zu erhalten.

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