Sonntag, 14. August 2022
06.07.2022 16:45
Devisen

Euro fällt zum Franken auf Rekordtief

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Von: awp

Noch nie war der Franken gegenüber dem Euro so stark. Am Mittwochnachmittag kostet ein Euro noch 0,98755 Franken. Und ein Ende der Stärke des Frankens ist nicht absehbar.

«Das ist – abgesehen vom Chaostag 15. Januar 2015 – ein Allzeittief», sagte Thomas Heller, CIO bei Belvédère Asset Management zu AWP. Damals hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken aufgehoben, den sie während Jahren verteidigt hatte.

Zum Vergleich: Bei der Einführung des Euro am 1. Januar 2002 kostete der Euro 1,48 Franken und stieg in den Jahren danach vorübergehend auf mehr als 1,60 Franken.

Angst vor Energiekrise belastet

Der Franken befindet sich seit dem 16. Juni, als die SNB den Leitzins unerwartet und mit 50 Basispunkten auch unerwartet stark auf -0,25 Prozent erhöht hat, im Aufwind. Doch die jüngste Entwicklung lässt sich laut Händlern primär mit einer Euro-Schwäche erklären.

Auslöser der Euro-Schwäche ist laut der Valiant Bank die Furcht vor einer Energiekrise in Europa, nachdem Russland die Gas-Lieferungen reduziert hat. Denn von einer Gaskrise wäre der Euro-Raum wesentlich stärker betroffen als die USA oder die Schweiz. Zusätzlich belastet wird der Euro von der zögerlichen Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Kampf gegen die hohe Inflation. Denn während die US-Notenbank FED und die SNB die Zinsschraube schon deutlich angezogen haben, tut sich die EZB schwer damit. Dies habe den Euro zum Dollar auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren gedrückt.

Nun hat die EZB für ihre Ratssitzung im Juli einen ersten Zinsschritt in Aussicht gestellt. Doch sollte die EZB den Leitzins nur 25 und nicht 50 Basispunkte erhöhen, könnte der Druck auf die Gemeinschaftswährung weiter zunehmen. «Ein Zinsschritt um einen halben Punkt würde den Druck auf den Euro dagegen abmildern», heisst es bei Valiant.

SNB geht nicht gegen Franken-Stärke an

Die SNB lasse derzeit eine gewisse Frankenaufwertung zu, sagte Heller. Sie komme ihr bei der Bekämpfung der Inflation entgegen und sie scheine für die Wirtschaft verkraftbar zu sein. Ab einer gewissen Grenze werde die SNB aber wieder gegensteuern und am Devisenmarkt intervenieren. «Ich glaube nicht, dass der Euro zum Franken nun durchrasselt und wir in einigen Tagen einen Kurs von 0,95 sehen werden», meint er.

Ab welcher Grenze die SNB intervenieren wird, ist jedoch ein gutgehütetes Geheimnis. Die Valiant Bank sieht die rote Linie, an der SNB wieder intervenieren dürfte, für den Euro-Kurs zum Beispiel erst bei 0,95 Franken.

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2 Responses

  1. Der Fachmann Leonhard Fischer sagt im Weltwoche-Interview mit Roger Köppel, dass er schätze, dass die Inflation zu je einem Drittel
    – der Politik der Nationalbanken (bzw. FED, EZB)
    – den Nachwirkungen der Corona-Massnahmen
    – dem Krieg / Kriegshetze (Ukraine, Russland) geschuldet ist.
    auf: weltwoche.ch/daily/insider-gespraeche-ueber-die-weltwirtschaft

  2. „Noch nie war der Franken so hoch, ausser am 15.1.15“ Was soll nun das wieder heissen? Genauso macht ihr es mit der Klimapanik. „Noch nie war es so heiss, ausser…..“. Wollt ihr Sensation oder Panik? Was ist der Zweck?

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