Donnerstag, 30. Juni 2022
23.05.2022 12:43
Sömmerung

Bergbauern brauchen Hilfe

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Von: Jonas Ingold, lid

Die Caritas sucht Freiwillige, die Bergbauernfamilien in Not unterstützen. Letztes Jahr konnte der Caritas-Bergeinsatz gut 1200 Personen vermitteln. Es könnten aber noch mehr gebraucht werden. Projektleiterin Desirée Germann erklärt, was so eine Helferin oder ein Helfer mitbringen sollte.  

Jeden Sommer brauchen zahlreiche Bergbauernfamilien Hilfe, um ihre Arbeit bewältigen zu können. Über den Caritas-Bergeinsatz vermittelt die Caritas Freiwillige, die einspringen und helfen können. Dieses Jahr gingen bei der Caritas bereits 97 Gesuche von Bergbäuerinnen und -bauern ein. Im Interview erklärt Desirée Germann, Projektleiterin Marketing Caritas-Bergeinsatz, was es braucht um zu helfen, und wieso die Hilfe für die Familien so wichtig ist.

Aus welchen Gründen benötigen die Bergbauernfamilien Hilfe?
Desirée Germann: Wir vermitteln Freiwillige an Bauernhöfe in den Bergzonen 1-4. Das Land, das sie bewirtschaften ist meist sehr steil. Es ist viel Handarbeit nötig und gerade im Sommer fällt sehr viel Arbeit an. Zudem unterstützen wir Bergbauernfamilien in Not und in belastenden Situationen: eine Krankheit, ein Unfall, eine Schwangerschaft, eine Hofübernahme, Bauprojekte oder der Mehraufwand nach einem Unwetter können das kräftemässige Gleichgewicht von Bergbäuerinnen und -bauern rasch strapazieren. Oft genügen zwei zuverlässige Hände und ein wacher Kopf, um die notwendige Entlastung zu bringen.

Für so viele Wochen wie möglich Freiwillige zu finden ist das Ziel von Desirée Germann.
Caritas

Was müssen Freiwillige mitbringen, um einen Einsatz absolvieren zu können?
Freiwillige müssen zwischen 18 und 70 Jahre alt, sowie körperlich und mental fit und gesund sein. Sie müssen keine spezifischen Vorkenntnisse mitbringen. Am wichtigsten ist ihre Motivation anzupacken.

Wie viele Einsätze werden via Caritas pro Jahr geleistet und wie lange dauern diese im Schnitt?
Letztes Jahr vermittelten wir 1206 Freiwillige. Ein Einsatz dauert mindestens eine Woche. Es können auch mehrere Wochen gebucht werden. Die meisten Freiwilligen machen einen Einsatz von einer Woche.

Sind es genügend Freiwillige, die einen Einsatz leisten?
Vergangenes Jahr erreichten wir eine Auslastung von 70%. Das heisst 70% aller Wochen, für die Hilfe angefragt wurden, konnten wir Freiwillige finden. Es existiert also noch Luft nach oben. Es ist unser Ziel für so viele Wochen wie möglich Freiwillige zu finden.

Wie hat sich die Anzahl der Gesuche vom Bergbauernfamilien in den letzten Jahren entwickelt?
Die Anzahl Gesuche ist über die Jahre stetig leicht gestiegen. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass das Angebot immer bekannter wird.

Die Arbeit auf der Alp wird oft romantisiert, ist aber hart und die Tage lang. Macht das den Freiwilligen zu schaffen?
Freiwillige müssen sich klar sein, dass sie keine Ferien buchen. Viele Freiwillige melden uns trotzdem, dass sie ihren Einsatz als erholsam empfunden haben. Es hat etwas Erfüllendes, körperlich total erschöpft am Abend ins Bett zu fallen und zu wissen, was man geleistet hat. Sie lernen eine neue Welt kennen, erweitern ihren Horizont und sind fern von ihrem oft hektischen Alltag und ständiger Erreichbarkeit.

Einsatz online buchen

Wer interessiert ist, kann einen Einsatz unkompliziert über www.bergeinsatz.ch buchen. Dort ist auch eine Liste der Bergbauernfamilien mit Beschreibung aufgeschaltet. Auch die Familien finden unter der Website wichtige Infos sowie das Gesuch, um Hilfe zu beanspruchen.

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