Sonntag, 29. Januar 2023
11.01.2023 07:12
Deutschland

Grüne-Politikerin vergleicht Landwirte mit Drogenabhängigen 

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: AgE

Mit scharfer Kritik haben die Freien Bauern auf den Vergleich konventioneller Landwirte mit Drogensüchtigen
durch die grüne Europaabgeordnete Sarah Wiener reagiert.

«Wenn eine ungelernte Köchin, die sich ihren Bio-Gutshof in Brandenburg von Geldgebern aus der Stadt finanzieren lässt, uns erfolgreich wirtschaftenden Bauern Vorhaltungen macht, so ist schon allein das eine unerhörte Anmassung», erklärte Christian Linne von der Bundesvertretung der Freien Bauern in einer Medienmitteilung.

Den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf dem überwiegenden Teil der Betriebe mit einer Sucht gleichzusetzen, offenbare zudem Wieners «ideologische Intoleranz».  «Dass man sich mit Andersdenkenden nicht mehr fachlich auseinandersetzt, sondern sie pauschal als krank bezeichnet, erinnert mich an dunkelste Zeiten unserer Geschichte», so Linne.

Hilfsmittel und keine Droge

Wiener hatte den Vergleich im Interview mit Agra-Europe gezogen. Mit Blick auf den umstrittenen Verordnungsvorschlag der EU-Kommission zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (SUR) hatte die Österreicherin erklärt, dass man nicht einer Sparteninteressengruppe die Gesetzgebung überlassen könne, wenn es «um unser aller Gesundheit, die Gesundheit von Umwelt und Natur und den Schutz unserer Lebensgrundlagen Erde, Wasser, Luft geht». Das wäre ja so, als wenn man einem Süchtigen sage, er solle die Dosis selbst bestimmen und reduzieren.

Linne entgegnete dem, dass Pflanzenschutzmittel nicht wie eine Droge das Leben eines konventionell wirtschaftenden Landwirts bestimmten, sondern sie seien ein Hilfsmittel unter vielen, noch dazu ein teures, was ihre sparsame Verwendung nahelege.

Oligopole endlich sprengen

«Gerührt» zeigten sich die Freien Bauern indes über die Sorge Wieners um die Unabhängigkeit der bäuerlichen Betriebe von der chemischen Industrie. «Wenn sie das wirklich ernst meint, sollten wir unbedingt miteinander ins Gespräch kommen», sagte Linne.

Die Freien Bauern forderten seit langem eine Entflechtung der Oligopole bei den Herstellern von Landmaschinen, Düngemitteln, Pflanzenschutzmitteln, bei Molkereien, Schlachthöfen und dem Lebensmitteleinzelhandel.

Mehr zum Thema
Politik & Wirtschaft

Wegen der Dürre in den Sommer- und Herbstmonaten sind von den Versicherern zusammen 117 Mio. Euro (117,3 Mio. Fr.) an Landwirte und Viehzüchter überwiesen worden.Markus Spuhler Witterungsbedingte Schäden in der Landwirtschaft…

Politik & Wirtschaft

David Jenne In Frankreich hat Landwirtschaftsminister Marc Fesneau einmal mehr die Bedeutung der Ernährungssouveränität unterstrichen. Zu den wichtigsten Elementen zählte der Ressortchef in seiner Neujahrsansprache dabei die Einkommen der Landwirte.…

Politik & Wirtschaft

Der Konsum in der EU bringt für die östlichen Nachbarn höhere Umweltbelastungen mit sich.Erwin Munter Die Europäische Union lagert ihre Umweltschäden laut einer Studie vor allem an ihre östlichen Nachbarn…

Politik & Wirtschaft

Pete Lintforth Als Ersatz für EU-Subventionen sollen britische Landwirte künftig finanziell für den Schutz der Natur und die Verbesserung der Umwelt belohnt werden. Insgesamt sind 280 verschiedene Massnahmen ausgelobt, wie…

6 Responses

  1. Ich habe auch Mühe, diese „Drogenabhängigkeit“ zu verdauen. Wenn ich aber lese, dass sie als „Nichtlandwirtin“ den Mund zu halten hat, wegen Inkompetenz, dann muss ich auch sagen, dass hier sehr viele Kommentatoren aus der Landwirtschaft auch ihren Senf zu ausserlandwirtschaftlichen Themen abgeben von denen sie absolut keine Ahnung und auch absolute keine Kompetenz haben. Dann sollte man auch mal seine Klappe halten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE