Dienstag, 28. September 2021
20.07.2021 06:43
Landwirtschaft

Kein Stadt-Land-Graben, sondern Wissensdefizit

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: lid

In den letzten 20 Jahren sei in der Schweizer Landwirtschaft viel gegangen, die breite Bevölkerung sei darüber allerdings kaum informiert worden. Das Problem sei nicht ein Stadt-Land-Graben, sondern nicht vermitteltes Wissen, meint Landwirt Ernst Lüthi.

Ernst Lüthi bewirtschaftet in Ramlinsburg im Kanton Basel-Landschaft einen 25 Hektaren-Betrieb nach IP-Richtlinien. Der Hauptfokus liegt auf dem Anbau verschiedener Früchte sowie etwas Getreide und Mais. Im Frühling machte er mit Berufskollegen im Rahmen des Abstimmungskampagne bei Standaktionen mit, um das Gespräch mit der Stadtbevölkerung zu suchen.

Solche Standaktionen, die nur kurz und selten stattfinden, führten langfristig allerdings kaum zum Ziel, meint Ernst Lüthi. Das habe aber nichts mit dem Stadt-Land-Graben zu tun: «Ob es diesen wirklich so gibt? Es ist eher die Problematik, dass die Konsumenten sehr oberflächlich mit dem Thema Ernährung und deren Herkunft umgehen.»

Konsumentinnen und Konsumenten hätten über die letzten Jahrzehnte das Hintergrundwissen, wie ein Produkt entsteht und was dazu benötigt wird, verloren. Für Ernst Lüthi ist die Schweizer Landwirtschaft mitverantwortlich für diese Wissenslücke: In Zukunft müssten sich die Nahrungsmittelproduzenten sehr gut überlegen, wie sie in Zukunft Informationskampagnen gestalten wollen.

Landwirtinnen und Landwirte hätten in den letzten 20 Jahren sehr viel gemacht, aber wenig darüber gesprochen. Zudem habe die Schweizer Nahrungsmittelproduktion mit Produktewerbung den Konsumentinnen und Konsumenten ein falsches Bild vermittelt.

Ernst Lüthi plädiert deshalb für neue Ansätze, die Grundinformationen bereits an die Schulkinder wie auch allgemein an die Konsumenten weitergibt.

Mehr zum Thema
Politik & Wirtschaft

Im Vereinigten Königreich sitzen derzeit viele Tankstellen auf dem Trockenen. - zvg Die Regierung in London hat angesichts der Kraftstoffkrise in Grossbritannien Lastwagenfahrer der Armee in Bereitschaft versetzen lassen. Diese…

Politik & Wirtschaft

Wie der Discounter  mitteilte, soll kurzfristig mit vermehrten Verkaufsaktionen in allen 3’200 Filialen der Absatz von Schweinefleischprodukten aus Deutschland angekurbelt werden.  - Samuel Krähenbühl Nach Aldi Nord und Süd will…

Politik & Wirtschaft

Macht Norwegen weltbekannt: Die Fjorde. - Daniel Salzmann Wer einmal dort gewesen ist, der wird in Norwegen fast unausweichlich zum Naturliebhaber. Idyllische Fjorde und Berge zieren die langgezogene Westküste, auch…

Politik & Wirtschaft

Noch fehlt es nach Angaben der DTI-Wissenschaftler ausserdem an belastbaren Einschätzungen zu den Umweltfolgen der In-vitro-Fleischerzeugung. - David Parry / PA Wire Dänische Forscher gehen nicht davon aus, dass sich…

2 Responses

  1. Lieber ernst lüthi
    Du hast in vielen fragen recht. Das neu eröffnete schweiz agrarmuseum burgrain bei willisau geht genau deinen fragen nach und vertieft das wissen über landwirtschaft. Alle, produzenten und konsumenten sind eingeladen, sich zu informieren und werden gefragt: wer ist landwirtschaft? Antwort: alle!
    Gruss r.u.m. eichenberger

  2. Das ist genau der Punkt das Herr
    Lüthi anspricht.
    Es wird zuwenig in den Medien berichtet.Auch über die Fortschritte der Landwirtschaft.
    Das würde auch den einen oder anderen Bauer Anregen
    Es ist nicht jedermanns Sache sich
    Öffentlich zu presentieren,aber man könnte auch Heimatfilme zeigen,das alle wissen,das die Milch nicht in einem Einkaufsladen produziert wird.
    Auch für die nächsten Wahlen,wäre. das förderlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE