Dienstag, 27. Juli 2021
24.05.2021 14:45
Protest

Klimastreik will Sozialismus

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Von: sal

Begonnen hat es mit Jugendlichen, die am Freitag statt in die Schule auf die Strasse gingen und für CO2-Netto-Null-Emissionen bis ins Jahr 2030 demonstrierten. Am Freitag fand der Aktionstag «Strike for Future» statt. Das Manifest dazu zeigt, dass es der Bewegung mittlerweile um viel mehr als um das Klima gebaut. In der Wirtschaft sollen Angestellte über die Firmen mitentscheiden können. 

Am Freitag war es wieder so weit. Die Klimajugend ging auf die Strasse, um für einen sofortigen und weitgehenden Schutz des Klimas zu demonstrieren. Bis 2030 soll die Schweiz klimaneutral leben und wirtschaften (der Bundesrat will das bis ins Jahr 2050 erreichen). 

Die Klimajugend will aber nicht mehr auf die Jugend reduziert werden, sie will als grössere Bewegung gesehen werden, die alle Altersgruppen umfasst. Und sie hat sich auch mit Gewerkschaften zusammengetan. Dass viele linke, ja sozialistische Ideen Teil der Forderungen sind, beweist das Manifest, das die Bewegung auf ihrer Website aufgeschaltet hat. 

Ernährungssystem ist ein wichtiger Punkt 

Nach wie vor sind die Landwirtschaft und das Ernährungssystem ein wichtiger Punkt der ganzen Klimajugendbewegung. Sehr weit vorne im Manifest heisst es, dass das Klima und die Biodiversität zwei Facetten derselben Krise seien. Deshalb: «Wir fordern eine biodiversitätsfreundliche Landwirtschaft und ein Ende des Einsatzes von umweltschädlichen Produkten und Methoden.» Mittlerweile ist ja Dominik Waser, eines der Gesichter der Klimajugend und des Klimastreiks, zum Sprecher der Pestizidverbotsinitiative, über die am 13. Juni abgestimmt wird, avanciert. 

Die Bewegung «Strike for Future» hat aber mehr als nur die Landwirtschaft im Blick. Sie fordert Ernährungssouveränität, «die den Zugang zu Produktionsmitteln, Land und natürlichen Ressourcen für Lebensmittelproduzenten einschliesst, die Beteiligung von Lebensmittel-Kleinproduzent*innen an Entscheidungsprozessen und eine Umstellung auf eine gesündere kleinbäuerliche Landwirtschaft,die die Abschaffung von hochbelastenden Grosstierzuchtanlagen einschliesst, die sowohl zu Tierleid als auch zu einer ungesunden Verteilung von Schadstoffen in Lebensmitteln und in der Umwelt führen.»

Die Lebensmittelverteilung sollte aus den Händen der Grossverteiler genommen werden (mit Coop und Migros sind die zwei grössten in der Schweiz allerdings Genossenschaften), stattdessen sollen Systeme mit lokalen Produktionssystemen und Märkten gefördert werden. 

Mitarbeiter entscheiden über Firmen

«Beteiligung an Entscheidungsprozessen»: Was im Landwirtschaftsteil angetönt ist, wird im Kapitel zum Recht auf Arbeit noch deutlicher formuliert: «Wir wollen mehr Demokratie am Arbeitsplatz. Die Arbeitenden müssen in die Entscheidungsfindung über Produktionsmethoden, Unternehmenspolitik und ihre eigenen Arbeitsbedingungen einbezogen werden (…) .» Durch diesen Satz weht nichts weniger als der Geist des Sozialismus, wo die Firmen durch alle Mitarbeitenden kontrolliert werden und nicht mehr durch private Gründerinnen und Gründer, die mit eigenem Geld ins Risiko gegangen sind.

Die Bewegung «Strike for Future» fordert auch eine Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich für die unteren und mittleren Einkommen sowie eine kürzere Arbeitswoche, längere Elternzeit und ein niedrigeres Renteneintrittsalter. Zur Finanzierung dieses Ausbaus des sozialen Systems steht nichts, nur bei der Passage zum öffentlichen Dienst heisst es, dieser solle im Verhältnis zu Einkommen und Vermögen finanziert werden. 

Personenfreizügigkeit für alle 

Auch die Migrationspolitik ist ein Thema im neunseitigen Manifest. Die Klimakrise soll als Grund für Asyl anerkannt werden.  Es heisst darin: «Wir fordern gleiche demokratische Rechte für alel Einwohner*innen, unabhängig von Aufenthaltsstatus und Staatsbürgerschaft.» Das ist getreu dem Schriftzug, der in der Stadt Bern mancherorts hingesprayt worden ist: «Kein Mensch ist illegal.»

Dann steht weiter: «Wir fordern Personenfreizügigkeit für alle und eine menschenwürdige Migrationspolitik, die die Rechte aller Menschen wahrt.» Die Personenfreizügigkeit, wie sie die Schweiz heute mit der EU hat, gilt ja nur für Personen, die in der Schweiz eine Arbeitsstelle haben.  Es ist unwahrscheinlich, dass «Strike for Future»  Menschen nur unter der Bedingung in die Schweiz kommen lassen will, dass sie hierzulande eine Arbeitsstelle nachweisen können. Alle Migrant*innen sollen dann auch das Stimmrecht bekommen. 

Gratis-ÖV und Velo als Norm 

Die Art und Weise, wie wir reisen, müsse in Einklang mit den Zielen der Reduzierung der Treibhausgasemissionen gebracht werden, heisst es weiter im Manifest. «Wir brauchen einen kostenlosen, zugänglichen, effizienten öffentlichen Verkehr ohen raumverschwendende Klasseneinteilung.» Heute ist es aber so, dass die Passagiere der 1. Klasse den ÖV stärker finanzieren als die Passagiere der 2. Klasse. Auch hier bleibt offen, woher das Geld für die Finanzierung des Gratis-ÖV kommen soll. 

«Sichere Velorouten und nichtprivate motorisierte Gefährte sollten die Norm sein.» Wenn nötig, könnten Kooperativen menschengrosse Elektroautos anbieten», liest man weiter. Die Frage, wie eine sechsköpfige Familie ihre Verwandten am anderen Ende der Schweiz besuchen soll, bleibt offen, wenn die Elektroautos nur «menschengross» sein dürfen. 

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19 Responses

  1. Nichts neues, nur , alle Sozi Staaten(3 Reich, DDR, UDSSR usw) gingen zu Bruch wegen Geldmangel und ging im krieg oder weil die Leute davon liefen kaputt…
    ich sage schon lange das die Linken sehr offen und Meinung freundlich sind , nur, es wirrt nur einem Meinung geduldet…
    Sowas ist höchst gefährlich und solte beobachtet werden, die jungend macht halt was ihr von den linken Lehrer gepredigt wurde..

  2. In der Jugend soll man auch mal ein bisschen was erreichen wollen und für eine Ideologie voll einstehen. Wenn es plötzlich einem selber hinten rechts weh tut, oder man auf Lebensstandart verzichten soll, ist alles plötzlich anders.
    Darum solle man diese Demos nicht überschätzen, nur zur Kenntnis nehmen, und gut ist.
    Wäre mal interessant, was diese Veranstaltungen alles an Ressourcen und Geld verschlingen, die wir mit unseren Steuergeldern zahlen.

  3. bis vor 20 jahren war in der schweizer landwirtschaft alles vom staat geregelt, kontingente, noch und noch. sozialismus pur. und heute sind die bauern die ersten die nach dem staat rufen und am liebsten wieder kontingente und staatlich verordnete grenzschliessungen verlangen. sozialismus pur, und diese bauern lästern über junge . peinlich, und verlogen. mir sind linke junge lieber als rechte alte.

    1. Geschichtslehrer, sind sie denn das wirklich? Genauso wenig wie wir wissen, ob sie tatsächlich das sind was sie vorgeben, wissen sie nicht, welchen Tätigkeiten die Schreibenden nachgehen. Weniger Vorurteile würden auch ihnen gut tun.

    2. Und Sie haben ja den ganzen Lohn vom Staat, inkl. Viel bezahlte Ferien und Freitage.. Nein, ich als Lehrer würde mich nicht zu fest aus dem Fenster lehnen…. Bei allem Respekt vor ihrem Berufsstand…

      1. Die Bauern kämpfen ja auch nur für die DZ, sonst könnten sie ja zur TWI ruhig ja sagen. Bei durchschnittlich70000. – fr DZ sind die Bauern auch staatsangestellte.

        1. Bei mir machen DZ noch gerade 14 % meines Jahresumsatz aus, Tendenz weiter sinkend, und das ist auch gut so. Ich strebe eine möglichst hohe Unabhängigkeit von Staatsgeldern an. Also weit entfernt von Staatsangestellter…. ????

    3. Geschichtslehrer:
      1. Ein Lehrer sollte die Gross- und Kleinschreibung beherrschen.
      2. Ein Lehrer sollte die Begriffe erklären. Was ist Sozialismus?
      Es ist: „„… eine wirtschaftliche Organisation der Gesellschaft, in der die materiellen Produktionsmittel der gesamten Gemeinschaft gehören.“ War das in der Schweizer Landwirtschaft der Fall? Nein!
      3. Ein Geschichtslehrer muss die Verbrechen des Sozialismus aufzeigen (Millionen Ermordete, Verhungerte, … in wenigen Jahrzehnten).

    4. Und ein Geschichtslehrer muss auch zugeben, dass Sozialismus überall und jederzeit die schlechteste Wirtschaft, die schlechteste Umwelt und das schlechteste soziale Zusammenleben hervorgebracht hat (in der Praxis).
      In der Theorie tönt Sozialismus gut und wird den Schülern auch so vermittelt. In der Praxis ist Sozialismus eine Katastrophe.
      Der Geschichtslehrer (und seinesgleichen) ist einer der „Schreibtischtäter“ und „Überzeugungstäter“, der die heutige Jugend auf einen falschen Weg führt.

  4. Was für ein blödsinn sie da rausposaunen! Kontigentiert war nur die Milch. Fals sie wirklich Geschichtslehrer sind, dann ein sehr schlechter, denn sonst wüssten sie wozu zuviel Sozialismus führt. Aber wenn man in einer geschützten Werkstatt den Lohn vom Staat bekommt ist ja nicht viel mehr zu erwarten.

    1. meine bücher zeigen mir dass auch, raps, ZR ,kartoffeln. schweine, munimast, hühner ,puletten, kontingentiert waren, die bauern konnten auch nicht selber produkte verarbeiten, abgabepflicht, wer welchen käse macht wurde von bern vorgeschrieben, verkauf oder besser gesagt ablieferung an den bund. die bauern waren nie freie unternehmer, und jetzt wollen sie schnell wieder zurück zu dieser zeit.

      1. Geschichte ist interessant. Marktlehre aber auch. Jeder Staat ist darauf bedacht, eine min.100% Lebensmittelversorgung bereit zu stellen. Problem: So wird von Staates wegen ein konstantes Überangebot geschaffen. Dieses Überangebot wirkt preisdrückend. Der Staat greift wieder in den Markt ein und sichert die Einkommen der Produzenten.
        Staatlich gelenkte Zweige können nicht rein marktwirtschaftlich funktionieren.

      2. Kontigentierung ist nicht Sozialismus.
        Im Sozialismus herrschte die Planwirtschaft und brachte Mangel hervor. Kontigentierung ist das Gegenteil. Es bedeutet weiterhin die freie Verfügbarkeit der Bauern über ihre Produktionsmittel (Land, Technik, Tiere, …) und dadurch eine Überproduktion, die aus politisch-wirtschaftlich-freiheitlichen Gründen eingeschränkt werden muss.
        Sozialismus wie der Raubtierkapitalismus (ohne Grenzen und Schutz) zerstören eine funktionierende Landwirtschaft.

  5. Was würde passieren, wenn der Staat alles Land, die Gebäude und Maschinen aufkaufen würde, und uns Landwirte zu den selben Bedingungen anstellen würde, wie Lehrer oder andere Staatsangestellte betreffend Arbeitsstunden, Ferien und Sozialleistungen. Wie viel Personal bräuchte es dann auf einem jetzigen Familienbetrieb? Wie würde die Ertragsseite aussehen? Und würde es billiger? Ich schätze, das der Staat mit den heutigen Direktzahlungen eine Landwirtschaft zum Schnäppchenpreis hat.

    1. Merkst du was??
      Überall auf der Welt, ausser in kommunistischen oder sozialistischen Systemen wo Landwirtschaft dann gar nicht mehr funktioniert, gibt man uns Bauern vor wir seien freie Unternehmer und gibt uns vielleicht noch ein paar Privilegien (Steuern usw.) damit wir nicht merken wie wir über den Tisch gezogen werden. Wir produzieren brav billige Nahrungsmittel und die Bevölkerung bleibt schön ruhig, weil sie viel Geld für anderes übrig hat…
      Wozu brauchen eigentlich Familienbetriebe?

    2. Andri, du sagst es richtig. Die Direktzahlungen haben nichts mit Sozialismus oder Subventionen zu tun, sondern es ist der gerechte Preis für den Standortnachteil der Schweizer Bauern (hohes Preisniveau, hoher Druck von einer „wohlstandsverwahrlosten“ Gesellschaft mit Dokumentationspflicht, Tierschutz- und Umweltaufgaben, Landschaftspflege, …).
      Wenn die Produktionsmittel verstaatlicht würden (= Sozialismus), würde die Produktivität / Effizienz der Schweizer Landwirtschaft gewaltig sinken.

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