Samstag, 23. Januar 2021
06.06.2013 15:06
Nidwalden

Milchlieferanten versuchten Firma zu retten

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Von: Richard Greuter

Über die Burger Käse AG wurde der Konkurs verhängt. Unklar ist, wie es mit dem Betrieb und den Mitarbeitern weitergeht.

Bereits vor einer Woche wurde im «Nidwaldner Amtsblatt» die vorläufige Konkursanzeige der Firmen Burger Käse AG und Burger Käse Immobilien AG in Ennetmoos publiziert. Zahlreiche Ennetmooser Landwirtschaftsbetriebe, und auch solche ausserhalb der Gemeinde, lieferten über Jahre ihre Milch an die Firma Burger.

Schlechte Zahlungsmoral

Allerdings kam der Untergang der Firma nicht überraschend. Schon vor Jahren, als noch Nidwaldner Betriebe ihre Milch an die Firma Burger lieferten, liess die Zahlungsmoral zu wünschen übrig, sodass sich ihre letzten Nidwaldner Milchlieferanten bereits vor fünf Jahren einen anderen Abnehmer für ihre Milch suchen mussten.

Zu diesen Lieferanten gehörte auch Ernst Amrhein aus Ennetmoos: «Wir haben lange versucht, Ruedi Burger zu unterstützen, aber die Zahlungsmoral war schlecht.» Woher die Firma Burger seither ihre Milch bezog, ist nicht bekannt. Seit Beginn der Liberalisierung des Milchmarktes werden 98 Prozent der Innerschweizer Milch über den Zentralschweizerischen Milchproduzentenverband (ZMP) abgewickelt. Doch laut ZMP-Geschäftsführer Pirmin Furrer hat die Firma Burger noch nie Milch vom ZMP bezogen.

Produkte noch verwertet

Wie es nun weitergeht, ist unklar. Laut Roland Kunz vom Betreibungs- und Konkursamt Nidwalden ist der vorläufige Konkurs verhängt worden. «Ob tatsächlich ein Konkursverfahren durchgeführt wird, hängt von den vorhanden Aktiven ab. Dies wird sich in nächster Zeit weisen», erläuterte Kunz. Etwa die Hälfte der ehemaligen Belegschaft ist derzeit damit beschäftigt, die letzten Produkte zu vermarkten. «Da es sich um verderbliche Ware handelt, ist dies notwendig und auch im Sinne der Gläubiger», hält Kunz fest.

Auch wenn die Burger Käse AG für die Nidwaldner Bauern kaum mehr eine grosse Bedeutung hatte, wird deren Verschwinden bedauert. «Grundsätzlich ist es immer schade, wenn eine solche Produktionsstätte verschwindet», sagte Bruno Käslin, Präsident vom Nidwaldner Bauernverband, auf Anfrage. Und weiter: «Jede Veredelungskette, die fehlt, ist für die Landwirtschaft ein Verlust.» Laut Geschäftsführer und Mitinhaber Ruedi Burger finden derzeit Gespräche statt. Mehr war von ihm nicht zu erfahren.

Firmengeschichte

Seit 1883 betrieb die Familie Burger in Gisikon LU eine Käserei. 1994 übernahm Ruedi Burger die Käserei Windleten in Ennetmoos und baute sie zu einem modernen Verarbeitungs- und Verpackungsbetrieb für Hart- und Halbhartkäse aus. Zeitweise beschäftigte der Betrieb rund 30 Mitarbeiter. Wie viel Milch der grösste Milchverarbeiter in Nidwalden in den besten Zeiten verarbeitete, war nicht zu eruieren. Schätzungen gehen von bis zu 10 Mio. Kilo aus. Das Herzstück war ein Felsenkeller in der Rotzschlucht. Dieser wurde vor elf Jahren ausgebaut und bietet heute Platz für 800 Tonnen Käse. rg

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