Dienstag, 26. Januar 2021
29.08.2014 09:05
Weltausstellung

«Norditalien ist interessant für den Aufbau neuer Exportmärkte»

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Von: Daniel Salzmann, Samuel Krähenbühl

An der Expo Milano 2015 wird die Schweizer Landwirtschaft mit einem Restaurant und einem Info-Stand präsent sein. Laut Laurence Bovet, der Leiterin des Auftritts, wird es ausschliesslich Schweizer Produkte zu essen geben.

«Schweizer Bauer»: Warum tritt die Schweizer Landwirtschaft überhaupt an der Weltausstellung auf, und wen wollen Sie erreichen?
Laurence Bovet: Das Motto der Expo Milano 2015, «Den Planeten ernähren. Energie für das Leben», eignet sich für die Schweizer Landwirtschaft hervorragend, um sich thematisch einzubringen. Unser Ziel ist es, die Schweizer Landwirtschaft sowohl bei Schweizern, Italienern als auch Besuchern aus der ganzen Welt als innovativen und zukunftsorientierten Teil der Schweizer Wirtschaft zu präsentieren. Wegen der grossen Nähe erwarten wir viele Schweizer Besucher und sehen deshalb den Auftritt auch als Chance für die Bewerbung in der Schweiz. 

Welche Produkte stehen da im Vordergrund?
Das Durchführungsland Italien ist einer der wichtigsten Absatzmärkte für Schweizer Käse. Auch weitere Spezialitäten und verarbeitete Produkte wie Schokolade werden in Italien verkauft. Italien und insbesondere Norditalien sind interessant für den Aufbau neuer Exportmärkte für Produkte aus der Schweiz.

Was macht Agro Marketing Suisse (AMS) an der Expo?
AMS ist einerseits Presenting-Partner für das Schweizer Restaurant und den Take-away-Bereich im Schweizer Pavillon. In dieser Funktion stellt AMS die Beschaffung von Schweizer Lebensmitteln sicher und kann die visuelle Gestaltung der Gastronomiebereiche massgeblich mitbestimmen. Das Ganze findet in enger Zusammenarbeit mit Präsenz Schweiz statt, welche für den Gesamtauftritt der Schweiz in Mailand zuständig ist. Zudem ist der Betrieb eines Informationsstandes durch AMS ein wichtiger Bestandteil des Auftritts der Schweizer Landwirtschaft. Die Besucher erhalten hier Informationen über die Schweizer Landwirtschaft. Zudem bin ich persönlich während der ganzen Dauer der Weltausstellung vor Ort und stehe zur Verfügung, um über das Engagement der Schweizer Landwirtschaft zu informieren.

Was wird im Schweizer Restaurant angeboten, und wer kann die Lebensmittel liefern?
Im Restaurant und im Take-away werden ausschliesslich Schweizer Produkte angeboten. Da die Weltausstellung in Mailand und damit nahe an der Schweizer Grenze ist, kann man das logistisch relativ einfach machen. Die Gäste kommen sowohl in den Genuss von traditionellen Schweizer Gerichten als auch eines Fondues «moitié-moitié» oder einer kalten Platte mit Aufschnitt und Käse. Dann gibt es aber auch neue Kreationen wie ein neu interpretiertes Polenta-Gericht aus dem Tessin. Zusätzlich zur Basisspeisekarte, die während der Expo unverändert bleibt, werden im Rahmen von Spezialitätenwochen regionale Gerichte der Partnerstädte Zürich, Basel und Genf sowie der Gotthardkantone Tessin, Wallis, Graubünden und Uri angeboten.

Was kostet der Auftritt an der Weltausstellung 2015?
Das Gesamtbudget für den ganzen Auftritt der Land- und Ernährungswirtschaft beträgt 1,6 Mio. Franken. Wir sind der Meinung, dass das Budget sehr gut vertretbar ist. Es ist ein Grossanlass, der über sechs Monate dauert und an dem über 20 Millionen Besucher – wovon wohl etwa 600’000 aus der Schweiz – erwartet werden.

Woher kommt das Geld?
Rund ein Drittel trägt AMS. Dafür wurden in den letzten Jahren Reserven gebildet, die nun eingesetzt werden können. Einen Beitrag von einer halben Million Franken trägt die Stiftung für nachhaltige Ernährung durch die Landwirtschaft. Den Rest machen Absatzförderungsmittel des Bundes und ein Beitrag von Switzerland Cheese Marketing aus. Denn Italien ist einer der wichtigsten Exportmärkte für Schweizer Käse.

In einem der vier Türme des Schweizer Pavillons sind offenbar Apfelringli geplant. Finden Sie das eine gute Idee?
Wir begrüssen einen Turm mit Apfelringli, einem speziellen und auch innovativen Produkt der Schweizer Landwirtschaft, sehr. Meines Wissens ist es allerdings noch nicht definitiv entschieden, ob die Apfelringli zum Zuge kommen. Die Idee der Türme ist, dass man sie am Anfang füllt und sie sich dann langsam leeren.

Aber Käse wäre das wichtigste Schweizer Exportgut…
Viele Produkte – darunter auch Käse – waren leider aufgrund der Haltbarkeit sowie der Temperaturen in den Ausstellungstürmen nicht möglich und eignen sich auch nicht zum Mitnehmen. Mit unserem Engagement als Presenting-Partner des Restaurants, in dem ausschliesslich Schweizer Produkte serviert werden, haben wir die beste Gelegenheit, um Schweizer Produkte der Land- und Ernährungswirtschaft in Szene zu setzen und zu bewerben. Aus diesem Grund steht der Inhalt der Ausstellungstürme für uns nicht im Vordergrund. 

www.padiglionesvizzero.ch

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