Sonntag, 22. Mai 2022
26.01.2022 13:00
Versorgung

Saatgut: Es gibt neu Raps-Pflichtlager

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Von: mgt/blu

Die Schweiz erhält wieder ein Saatgut-Pflichtlager. Der Bundesrat hat die Verordnung über die Pflichtlagerhaltung von Saatgut gutgeheissen. Sie tritt am 1. April 2022 in Kraft. Damit sichert ein Lager an Rapssaatgut künftig die einheimische Herstellung von Rapsöl. Die Schweiz ist beim Rapssaatgut vollständig auf Importe angewiesen.

Gemäss Verordnung müssen diejenigen Marktteilnehmer Pflichtlager anlegen, die Rapssaatgutsorten für die Rapsölgewinnung importieren oder zum ersten Mal im Inland verkaufen. Wer pro Kalenderjahr mehr als 100 kg Rapssaatgut einführt, muss ein Pflichtlager anlegen.

Jahresbedarf abdecken

Basis dafür bildet das Landesversorgungsgesetz. Die aufzubauende Reserve soll den Jahresbedarf zur einheimischen Herstellung von Rapsöl abdecken.

Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) wird das Ausmass der Pflichtlager sowie die Qualität der Pflichtlagerwaren bestimmen. Der Umfang der Pflichtlagermenge wie auch die Qualität der Ware richten sich nach der aktuellen Struktur des Saatgutmarktes in der Schweiz sowie nach den Saatgutsorten, welche im Schweizer Markt zulässig sind. «Vorgesehen ist eine Pflichtlagerhaltung an Rapssaatgut marktüblicher Sorten», schreibt der Bundesrat.

Abhängigkeiten bei Rapssaatgut

Die Schweiz hatte früher bereits einmal Saatgutpflichtlager. Diese wurden in den 1990er-Jahren im Rahmen der Politik zur Reduktion der Pflichtlager abgeschafft. «Seither hat sich der Markt für Saatgut stark konzentriert und internationalisiert», hält der Bundesrat fest. Die wirtschaftliche Landesversorgung (WL) untersuchte deshalb in den vergangenen Jahren, wie krisenfest die Schweiz im Saatgutbereich noch ist.

Dabei zeigte sich, dass beim Rapssaatgut zahlreiche Abhängigkeiten bestehen. So gibt es in der Schweiz weder eine Rapszüchtung noch eine Vermehrung. «Die schweizerische Rapsölgewinnung ist vollständig auf den Import von Rapssaatgut angewiesen», hält die Landesregierung fest. Rapssaatgut sei gut lagerfähig und Sortenwechsel seien frühzeitig absehbar.

Ausbau des Sortiments möglich

Ein Ausbau der Pflichtlager ist durchaus möglich. So schreibt der Bundesrat: «Kommt die WL bei künftigen Überprüfungen zum Schluss, dass Saatgut weiterer Pflanzenarten der Pflichtlagerhaltung unterstellt werden soll, könnte dies dann mit Ergänzung des Erlasses erfolgen.»

Dünger: Pflichtlager freigegeben

Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) hat am 20. Dezember 2021 eine Pflichtlagerfreigabe beschlossen. Grund: Die Lage am Düngermarkt ist angespannt. Mit der Freigabe soll ein möglicher Engpass aufgefangen werden. Die Verordnung trat am 15. Januar 2022 in Kraft.

Die Schweiz ist für Stickstoffdünger vollständig auf Importe angewiesen. Dieser ist gemäss Mitteilung des Bundes von Dezember derzeit nur beschränkt verfügbar. «Das wenige Wochen vor der ersten Düngung zu Beginn der Vegetationsperiode», warnen die Behörden. Der Bund will einer Mangellage entgegenwirken und gibt deshalb einen Teil der Pflichtlager frei.

Die Lage stufen die Behörden als ernst ein: «Die Versorgung des Landes mit Dünger kann ohne einen Einsatz der Pflichtlager, trotz Anstrengungen der Branche, höchstwahrscheinlich nicht gewährleistet werden.»

Bereits Anfang Dezember 2021 hat das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) beschlossen, dass Pflichtlagerhalter, wo nötig, auf 20 Prozent der gesamten Pflichtlagermenge zurückgreifen dürfen. Diesen Schritt kann das BWL in eigener Kompetenz veranlassen. Die Schweiz hält insgesamt rund 17’000 Tonnen Reinstickstoff an Pflichtlager. Dies entspricht einem Drittel einer Vegetationsperiode. 

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One Response

  1. und beim stickstoffdünger hat man nichts dagegen gemacht,das inlandproduktion ins ausland verlagert wurde, ohne dünger auch massiv weiger ertrag, na bravo

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