Sonntag, 18. April 2021
27.03.2021 16:20
CO2-Gesetz 

«SBV-Ja zu CO2 könnte 3x Ja befeuern»

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Von: sal

Am 13. Juni wird über das CO2-Gesetz abgestimmt. Der Schweizer Bauernverband überlegt sich, auf eine Parole zu verzichten. Nicht nur wird es Druck auf die Anzahl Raufutterverzehrer in der Schweiz geben, auch abstimmungstaktische Überlegungen spielen eine Rolle. 

Auch wenn bis 2030 sämtliche Traktoren elektrifiziert wären und die Landwirtschaft kein Diesel, kein Benzin und kein Erdöl mehr verbrauchen würde, würde sie ihr Klimaziel laut CO2-Gesetz noch verfehlen. Also muss viel mehr Mist in Biogasanlagen gehen, es braucht auf einmal sehr viel (womöglich teure) Innovation, die Senkenleistungen vom Boden müsste der Landwirtschaft korrekt angerechnet werden oder es geht an die Tierbestände, insbesondere an die Zahl der Mutterkühe und der Milchkühe in der Talzone, was gut zur politischen Grosswetterlage passen würde und am einfachsten umzusetzen wäre.

Viel Methan von den Kühen

Denn Mutterkühe und Milchkühe stossen viel Methan aus, das ebenfalls ein Treibhausgas ist und in CO2-Äquivalente umgerechnet in die CO2-Emissionen der Landwirtschaft eingeht und dort viel mehr ins Gewicht fällt als sämtliche Dieseltraktoren. Das Bundesamt für Landwirtschaft sagt bereits, aus Klimagründen sollte im Ackerbaugebiet möglichst viel Ackerbau betrieben werde und eher nicht Tiere gehalten werden.  Lesen Sie dazu die Hintergründe im «Schweizer Bauer» vom 27. März 2021. 

Könnte 3x-Ja-Tendenz in den Städten noch verstärken

Der noch zunehmende politische Druck auf die Tierbestände  ist aber nur eine Befürchtung der landwirtschaftlichen Kreise, die sagen, der Schweizer Bauernverband (SBV) solle auf eine Parole zum CO2-Gesetz, über das am 13. Juni abgestimmt wird, verzichten. Im SBV tätige Leute, die sich wegen des herrschenden Mainstreams auf der SBV-Geschäftsstelle nicht öffentlich äussern wollen, sagen zum „Schweizer Bauer“, dass mit einer Ja-Parole die Landwirtschaft nicht nur anerkenne, dass es ein akutes Umweltproblem gebe, sondern mit einem eigenen Ja auch das Ja zum CO2-Gesetz zu befördern helfe, das in den Städten die Ja-Neigung zur Trinkwasser-Initiative und zur Pestizidinitiative ohnehin schon verstärke.  Hingegen brauche der SBV jeden einzelnen SVP-Wähler, um die zwei Agrar-Initiativen zu bodigen. 

Andere sehen es gerade umgekehrt 

Umgekehrt gibt es Stimmen im SBV, die bei einem Verzicht auf die Ja-Parole ein Glaubwürdigkeitsproblem für die Landwirtschaft befürchten, da sie sich bislang gegen das CO2-Gesetz nicht nur nicht gewehrt habe, sondern es befürwortet habe. Diese Kreise sagen, die Landwirtschaft habe viel ins Gesetz einbringen können, und das Gesetz sei von Mitte und FDP massgeblich geprägt worden, und gerade diese Wähler brauche man, um am 13. Juni eine Mehrheit gegen die Trinkwasser-Initiative und die Pestizidverbotsinitiative zusammen zu bringen. 

Hier ist die Furcht vor den linksgrün dominierten Redaktionen der Medien und den vielen auf Social Media aktiven Linksliberalen und Grün bis Grünliberalen, die dem SBV schon nur deswegen aufs Dach geben könnten, wenn er sagt, er konzentriere sich auf die zwei Agrarinitiativen, die er bekämpft, statt sich mit einer eigenen Parole noch in den Kampf zwischen SVP und Teilen des Gewerbes gegen alle anderen Kreise einzumischen. 

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11 Responses

  1. 5 x NEIN zu allen 5 Vorlagen vom 13. Juni. CO2 ist nützlich, nicht schädlich, und die Wärme auf Erden kommt von der Sonne und CO2 hat nur einen Effekt auf die Wärmerückstrahlung bei Konzentrationen unter 300 ppm. Mehr CO2 hat – wenn überhaupt- einen geringen Effekt auf die Temperatur. CO2 Panik ist ein politisch-ideologischer Anschlag auf die marktwirtschaftliche Wirtschaft des Westens.

  2. Wenn das Furzen der Kühe mehr gewichtet wird alls aller Diesel der in der Landwirtschaft verbraucht wird, sollte es jedem Bauern klar sein, was er Stimmen muss.
    Da braucht es keine Empfehlung des SBV.

  3. Es ist wichtig, hier nicht alles in einen Topf zu werfen. Die zwei Agrarinitiativen kommen aus nicht-landwirtschaftlichen Kreisen. Beim CO2-Gesetz hat sich aber der Bauernverband aktiv eingebracht, und sämtliche Forderungen aus SBV-Sicht sind eingeflossen. Ein Rückgang der CO2-Emissionen ist künftig unumgänglich. Das aktuelle CO2-Gesetz bietet hierfür der Landwirtschaft finanzielle Unterstützung. Deshalb ja zum CO2-Gesetz!

    1. CO2 ist überhaupt kein Problem. Im Gegenteil, es hat eher zu wenig CO2 in der Luft. Warum braucht es dann ein CO2-Gesetz? Wie bei der Impfung: es wird Panik gemacht und eine Pandemie vorgetäuscht und danach lassen sich die Leute impfen, was viele Tote verursachen wird. So auch beim CO2. Panik wegen CO2. Durch CO2-Gesetz wird die Wirtschaft massiv geschädigt. Nur aufgrund der falschen Lehre zu CO2 und der unbewiesenen Behauptung, dass CO2 das Klima erwärme.

  4. Der SBV bauert wieder mal an den Bauern vorbei! Besser wäre es wenn Landwirte im SBV Einsitz nehmen würden und weniger HAFL oder ZHW Absolventen. Zurück an die Basis liebe SBV Leute! 5 x NEIN!

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