Samstag, 16. Januar 2021
07.04.2017 07:05
Wirtschaft

Steuern: Schweiz weiterhin attraktiv

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Von: sda

Im vergangenen Jahr hat es in der Schweiz insgesamt keine nennenswerten Verschiebungen bei den Steuersätzen gegeben. Zu diesem Schluss kommt der «Swiss Tax Report 2017». Die Schweiz sei für Unternehmen weiterhin attraktiv, aber nach dem Nein zur Unternehmenssteuerreform III brauche es ein gutes neues Gesamtpaket.

Das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG präsentierte am Donnerstag in Zürich seinen «Swiss Tax Report 2017». Dieser vergleicht die Gewinn- und Einkommenssteuersätze in allen 26 Kantonen und 130 Ländern.

Verglichen wurden die maximalen effektiven Gewinnsteuersätze für Unternehmen (Bund, Kanton, Gemeinde) sowie die maximalen Einkommenssteuersätze für natürliche Personen. Die Berechnungen für die natürliche Person gehen davon aus, dass diese ledig, kinder- und konfessionslos ist und in der jeweiligen Kantons- oder Landeshauptstadt lebt.

«Attraktives Gesamtpaket nötig»

Nach dem Nein zur USR III müsse «ein attraktives Gesamtpaket» Ziel der neuen Vorlage sein, sagte Peter Uebelhart, Mitglied der KPMG-Geschäftsleitung, vor den Medien. Das Thema wurde aufgegriffen, obwohl es eigentlich nichts ins Berichtsjahr fiel. Gemäss Stefan Kuhn, Leiter Unternehmenssteuern bei KPMG, ist eine Steuerreform «nie ganz kostenlos»«. Es werde Ausfälle geben und zu Abwanderungen kommen. Dem müsse man entgegenwirken und sich bewegen.

Falls die neue Vorlage des Bundesrates lange auf sich warten lasse, müssten die Kantone den betroffenen Firmen »bald eine Perspektive bieten«. Hier gebe es durchaus Handlungsspielraum, sagte Kuhn.

Kaum Bewegung bei Steuersätzen

Im Allgemeinen haben sich sowohl die Unternehmens- als auch die Individualsteuersätze im vergangenen Jahr kaum bewegt. Im nationalen Vergleich wird das Steuer-Ranking weiterhin von den Zentralschweizer Kantonen angeführt. Die hinteren Ränge teilen sich die Westschweiz, das Mittelland und die Stadtkantone.

Bei den ordentlichen Gewinnsteuersätzen nahm die Mehrheit der Schweizer Kantone im vergangenen Jahr keine Änderung vor. Auch im europäischen Vergleich gab es 2016 »keine nennenswerten Veränderungen« – bis auf diejenigen in Ungarn und Italien: Während Ungarn eine drastische Steuersatzsenkung von 19 Prozent auf 9 Prozent vorgenommen hat, wurde der Satz in Italien von 31,40 Prozent auf 24 Prozent gesenkt.

Im vorderen Drittel

Mit Blick auf Europa seien insbesondere die Zentralschweizer Kantone weiterhin gut positioniert, allen voran Luzern (12, 43 Prozent), heisst es im Bericht. Die grösste Konkurrenz in Europa stelle nach wie vor Irland dar mit einem ordentlichen Gewinnsteuersatz von 12,50 Prozent. Global betrachtet zählen neben den bekannten Offshore-Domizilen insbesondere Hongkong und Singapur zum Kreis der attraktiven Steuerstandorte für Unternehmen.

Die Schweiz liegt im weltweiten Vergleich im vorderen Drittel. Bei der Individualbesteuerung liegen die Schweizer Kantone gemäss dem Report im europäischen Mittelfeld. Am günstigsten leben Personen mit hohem Einkommen im Kanton Zug (Einkommenssteuersatz 22,86 Prozent), gefolgt von Obwalden, Appenzell Innerrhoden, Uri, Nidwalden und Schwyz. Am teuersten ist es in Genf (Einkommenssteuersatz 44,75 Prozent).

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