Montag, 28. November 2022
23.09.2022 15:00
Energie

Trotz drohender Energiekrise: Schweiz spart kaum Strom

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Alle reden vom Strom sparen – nur machen tut es bisher kaum jemand. Die Zahlen zum aktuellen Stromverbrauch liegen im Bereich der normalen Schwankungen.

Gemäss den von der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid diese Woche publizierten Statistiken lag der Stromverbrauch im August rund 2,5 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre von 2012 bis 2021 für den August und damit im Bereich der üblichen Schwankungen. Dies zeigt eine Auswertung durch Keystone-SDA.

Kein Rückgang in Zürich

Ein ähnliches Bild zeigen die Daten, die das Elektrizitätswerk des Kantons Zürich (EKZ) auf Anfrage zur Verfügung gestellt hat. Die Datenreihe reicht ebenfalls bis Ende August.

Noch aktueller sind die Zahlen des Elektrizitätswerkes der Stadt Zürich (EWZ). Diese werden täglich publiziert und reichen jeweils bis zwei Tage vor Publikationsdatum. Auch im September ist in der grössten Stadt der Schweiz bislang kein markanter Rückgang sichtbar – trotz bundesrätlicher Sparappelle und einer notfallmässigen Rettungsaktion für den Stromkonzern Axpo.

Gasverbrauch ist bereits stark gesunken

Mit Blick auf den Winter könnte sich das rächen: Denn was jetzt an Strom und Gas eingespart wird, könnte dazu beitragen, eine allfällig kritische Versorgungslage im Winter besser zu meistern.

Der Gasverbrauch in der Schweiz ist in den vergangen zwei Monaten um rund 20 Prozent gesunken, wie Bastian Schwark, der Energiekrisenmanager des Bundes, am Mittwoch gegenüber der «Neuen Zürcher Zeitung» sagte. Verantwortlich dafür seien in erster Linie die Unternehmen.

Wie sich der Stromverbrauch in den kommenden Monaten entwickelt, ist kaum vorauszusehen, da er von zahlreichen Faktoren abhängig ist. Es gibt durchaus Anzeichen dafür, dass Haushalte und Unternehmen Strom sparen wollen. Laut einer Sprecherin des EKZ ist etwa die Nachfrage von Kundinnen und Kunden nach Energieberatung stark gestiegen.

Pro-Kopf-Verbrauch leicht rückläufig

Rasch umsetzbar wären Verhaltensänderungen, wie das von Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP) empfohlene gemeinsame Duschen. Der Ersatz von Geräten und Maschinen mit hohem Stromverbrauch in Haushalten und Unternehmen hingegen braucht mehr Zeit.

Längerfristig betrachtet ist der Pro-Kopf-Verbrauch von Strom in der Schweiz leicht rückläufig. Weil jedoch gleichzeitig die Bevölkerung wächst, resultiert insgesamt ein praktisch konstant hoher Stromverbrauch. Mehr als die Hälfte davon entfällt auf Unternehmen, die Haushalte verbrauchen ungefähr einen Drittel, das Transportwesen hat einen Anteil von rund 10 Prozent.

Mehr zum Thema
Politik & Wirtschaft

Urs Werder engagiere sich seit vielen Jahren für die Anliegen der Milchproduzentinnen und Milchproduzenten, halten die VMMO fest.zvg Der Toggenburger Milchproduzent Urs Werder will neuer Präsident der Schweizer Milchproduzenten (SMP)…

Politik & Wirtschaft

Der Richtpreis steigt zwar um 3 Rappen, gleichzeitig wird aber der Abzug um 2 Rappen erhöht.Reto Blunier Die Branchenorganisation Milch erhöht den A-Richtpreis für industrielle Molkereimilch auf den 1. Januar…

Politik & Wirtschaft

Der GDT-Index gilt als wichtiger Indikator für die Preisentwicklung am Weltmilchmarkt. Es handelt sich um die gewichtet durchschnittliche prozentuale Veränderung der Preise.zvg Der Preisindex der bei der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade…

Politik & Wirtschaft

Thomas Freiburghaus wird neuer Finanzchef von Hochdorf.Hochdorf Thomas Freiburghaus wird ab Mai 2023 neuer Finanzchef der Hochdorf-Gruppe. Er wird Nachfolger von Gerhard Mahrle, der seit dem 4. Juli 2022 die Funktion…

One Response

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE