Freitag, 5. März 2021
28.12.2020 12:06
Umfrage

Werden Sie 2021 investieren?

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Von: blu

Das Jahr 2020 geht bald zu Ende. Wir möchten von Ihnen wissen, ob Sie 2021 auf Ihrem Betrieb Investitionen planen und wenn ja, in welchem Bereich. Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab.

Die Schweizer Landwirtschaft dürfte 2020 eine Bruttowertschöpfung von 4,4 Milliarden Franken generieren. Gegenüber 2019 wäre dies ein Anstieg von 5,8%. Dies geht aus einer Schätzung des Bundesamts für Statistik (BFS) hervor.

Gutes Jahr für Hofläden

Gemäss ersten Schätzungen steigt die Gesamtproduktion der Schweizer Landwirtschaft im Jahr 2020 gegenüber 2019 um 0,2 Prozent auf 11,4 Milliarden Franken. Die Ausgaben für Vorleistungen (Futtermittel, Energie, Dünger, Unterhalt und Reparaturen usw.) betragen 7,0 Milliarden Franken und sind damit 3,1% tiefer als im Vorjahr.

Die Pandemie wirkte sich auf die Landwirtschaft aus. Die Verkäufe in den Hofläden in den Hofläden nahmen stark zu. Viele Bäuerinnen und Bauern reagierten rasch, bauten ihr Angebot aus oder boten Lieferdienste an. Während die Hofläden boomten, waren es für die Marktfahrer schwierige Zeiten, da die Märkte nicht stattfinden durften.

Die tierische Produktion nimmt im Jahr 2020 gegenüber 2019 um 4,5% auf 5,7 Milliarden Franken zu. Der Wert der Milchproduktion wird vom BFS auf 2,5 Milliarden Franken beziffert (+2,6%). Die Produktionsmenge ist dabei leicht rückläufig (–0,8%), der Durchschnittspreis steigt (+3,4%) weiter. 

Weniger als 20’000 Milchviehbetriebe

Erstmals fiel die Zahl der Milchbetriebe auf unter 20’000. Die Anzahl Milchkühe sank weniger stark als in den Vorjahren und die Milchmenge blieb ungefähr stabil. Weil die Nachfrage hoch ist, bleibt Milch ein eher knappes Gut, schreibt der Landwirtschaftliche Informationsdienst (lid). Der Buttermangel und der damit verbundene Import von 5’800 Tonnen Butter gab in der Branche viel zu reden. Der Wert der Milchproduktion wird vom BFS auf 2,5 Milliarden Franken beziffert (+2,6%). 

Importbutter gab 2020 zu reden.
Olivier Ruprecht

In der Schweineproduktion wurden gemäss lid nach 2019 erneut kostendeckende Preise erzielt. Nach schwierigen Jahren konnten die Schweinehalter auch wieder investieren. Der Wert der Schweineproduktion dürfte um 5,7% auf 1,0 Milliarde Franken steigen.

Die Nachfrage nach Eiern ist 2020 erneut gewachsen. Die Hennen legten über eine Milliarde Eier, das waren wieder mehr als im Vorjahr.

Viehzüchter mit Plus

Für die Viehzüchter war es ein wechselvolles Jahr, das aber positiv endete. Die Kuhpreise waren gemäss lid besser als in den Vorjahren. Schwer zu schaffen machte der Lockdown den Kälbermästern. Die Preise brachen ein. Nach dem Lockdown erholte sich der Kälbermarkt rasch, wurde allerdings von der zweiten Corona-Welle stärker getroffen als das Rindfleisch.

Dass die Viehhalter 2020 insgesamt ein gutes Jahr verzeichnen, zeigen die Zahlen von Agristat. Die Viehhalter lösten in den ersten drei Quartalen rund 39 Millionen Franken mehr als in der Vergleichsperiode 2019, das ist ein Plus von 5,3 Prozent. An den Versteigerungen für Milchkühe lagen die Preise je Tier rund 300 bis 500 Franken höher als vor einem Jahr.

Pflanzenbau: Unterschiedliche Entwicklungen

Bei der pflanzlichen Produktion gibt es unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten. Die Gemüseproduktion entwickelte sich stabil, das übliche Sommerloch blieb aus, weil Schweizer ihre Ferien im Inland verbrachten. Die Weinernte fiel tiefer aus als im Vorjahr, die Winzer wurden von der geschlossenen Gastronomie und der Absage von Weinfesten hart getroffen.

Ein äusserst schwieriges Jahr erlebten gemäss lid die Zuckerrüben-Produzenten. In den westlichen Anbaugebieten wütete die Viröse Vergilbung, eine Pflanzenkrankheit, gegen die dieses Jahr kein Mittel wirkte. Die Erträge fielen tiefer aus. Die Brotweizenernte fiel ähnlich hoch aus wie im Vorjahr. Deutlich gestiegen ist hingegen die Ernte von Futterweizen. Ebenfalls eine ausgebaute Anbaufläche wegen der hohen Nachfrage führte beim Raps zur grössten Ernte seit 2014.

Ein prägendes Bild 2020: Die Viröse Vergilbung sorgt für gelbe Blätter und kleine Rüben.
Jonas Ingold

Gemäss Schätzungen des Bundesamts für Statistik dürfte sich der Produktionswert des Pflanzenbaus gegenüber 2019 um 5,5% auf 4,2 Milliarden Franken verringern. 

Direktzahlungen wichtiger Einkommensbestandteil

Die schrittweise Öffnung der Agrarmärkte in den 1990er-Jahren führte zur Einführung von Direktzahlungen, die ab 1999 verallgemeinert und 2014 neu ausgerichtet wurden. Die Gelder dienen vor allem dazu, Leistungen von allgemeinem Interesse zu vergüten. 

Nach ersten, auf den Voranschlag des Bundes gestützten Schätzungen bleiben die Staatsbeiträge gegenüber 2019 praktisch unverändert. «Mit nahezu 3 Milliarden Franken machen diese Beiträge 2020 rund 21% der Gesamtressourcen des Schweizer Agrarsektors aus und bilden damit einen wichtigen Bestandteil des sektoralen Einkommens», schreibt das Bundesamt für Landwirtschaft.

2021: Wichtige Abstimmungen

2021 wird die Landwirtschaft bei nationalen Abstimmungen im Fokus liegen. Die Trinkwasser- sowie die Pestizidverbots-Initiative kommen im Juni zur Abstimmung. Die Trinkwasser-Initiative verlangt, dass nur noch Landwirtschaftsbetriebe Direktzahlungen erhalten, die auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verzichten und ihre Tiere ausschliesslich mit betriebseigenem Futter versorgen können.

Die Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» verlangt, dass der Einsatz von synthetischen Pestiziden in der landwirtschaftlichen Produktion, in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und in der Boden- und Landschaftspflege verboten wird. Auch die Einfuhr von Lebensmitteln, die synthetische Pestizide enthalten oder mithilfe solcher hergestellt worden sind, soll verboten werden. Bei einem Ja zu den Initiativen müssten sich viele Bauern neu ausrichten. 

Unter Beobachtung stehen die Bauern auch beim Tierwohl und Tierschutz. Zahlreiche Medienberichte im vergangenen Jahr haben die Landwirtschaft unter Druck gesetzt. Auch beim Klimaschutz und der Biodiversität wird der Druck auf Landwirtinnen und Landwirte steigen. 

Stabile Rahmenbedingungen sind für die Schweizer Landwirtschaft zentral.
Neue Holzbau AG

Investitionen benötigen stabile Rahmenbedingungen

Bei Investitionen werden finanzielle Mittel langfristig im Betrieb gebunden. Zudem wird oft die Produktionsrichtung für einige Jahre festgelegt. «Investitionen brauchen Sicherheit, aber die Bauern sind verunsichert und scheuen deshalb das Risiko einer Investition. Die Politik muss endlich erkennen, dass die Landwirte eine langfristige und verlässliche Planungssicherheit brauchen», sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied.

Investitionen können auf Basis ihrer Motivationsgründe unterschieden werden. Mit einer Ersatzinvestition beispielsweise werden Maschinen oder Anlagen ersetzt. Über eine Rationalisierungsinvestition werden Arbeitskräfte eingespart und mittels einer Diversifikationsinvestition soll ein weiteres Standbein aufgebaut werden. 

Stabile Rahmenbedingungen sind für die Schweizer Landwirtschaft zentral. Denn beständige Verhältnisse haben positive Effekte auf das Einkommen und damit auf die Investitionsbereitschaft der Landwirte. 

Wir möchten von Ihnen wissen, ob Sie in diesem Jahr Investitionen geplant haben und wenn ja, wo Sie den Schwerpunkt legen. Wie schätzen Sie die Lage ein? Lässt die wirtschaftliche Lage eine Investition zu? Oder warten Sie ab? Stimmen Sie ab und diskutieren Sie mit

Werden Sie 2021 investieren und in welchem Bereich?
Gebäude
20%
147
Traktoren und Maschinen
14%
103
Stall- und Hoftechnik
17%
126
Landkauf
7%
52
Direktvermarktung
5%
40
Energie
3%
22
Agrotourismus
2%
13
Wohnen
11%
78
keine Investitionen
21%
150

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