Donnerstag, 8. Dezember 2022
24.02.2020 08:05
Agrarpolitik

Verlierer: Kuhhalter im Tal- und Hügelzone

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Halter von Kühen, Ziegen und Schafen in der Tal- und in der Hügelzone erhalten mit der AP22+ weniger Direktzahlungen.

Die Botschaft des Bundesrates verweist auf Seite 206 auf eine Schätzung von Agroscope, wie sich die Direktzahlungen mit der AP22+ nach Zonen und Betrieben verändern. Dabei wird die Mittelverteilung pro Zone (Tal- bis Bergzone IV)  primär durch die Höhe der abgestuften Zonenbeiträge bestimmt.

Gleich viel pro Zone 

Die Gesamtsumme der Direktzahlungen pro Zone (Mio. Fr. pro Zone) soll im Vergleich zur heutigen Agrarpolitik stabil bleiben, weshalb die Ansätze der Zonenbeiträge unter Berücksichtigung aller anderen Beitragsansätze festgelegt werden. Die stärkere Unterstützung des Berggebiets, die mit der AP 14–17 erfolgt ist, werde somit fortgeführt.

Für das Sömmerungsgebiet seien keine Änderungen vorgesehen, sodass insgesamt gleiche viele Direktzahlungen zur Unterstützung der Alpwirtschaft wie heute bereitstünden.

Mehr für Spezialkulturen

Doch dann wird es interessant. Denn bei den weiterentwickelten und neuen Produktionssystemen werden nicht alle Betriebe im gleichen Ausmass teilnehmen können oder wollen. «So werden beispielsweise die Anstrengungen zur Reduktion des PSM-Einsatzes vor allem von Ackerbau- und Spezialkulturbetrieben erbracht. Betriebe mit vorwiegend Acker- oder Spezialkulturen erhalten mehr Direktzahlungen als bisher», heisst es. Gleiches gilt für Biobetriebe, die tendenziell an mehr Massnahmen der Produktionssysteme teilnehmen können.

Wo es Gewinner gibt, gibt es auch Verlierer: «Besonders Betriebe mit vorwiegend Grünland und Raufutter verzehrenden Nutztieren in der Tal- und Hügelzone erhalten weniger Direktzahlungen, weil insbesondere die Förderung mit Versorgungssicherheitsbeiträgen sinkt.» Das passt durchaus ins Konzept des Bundesrates. Denn «eine Produktion von Gras auf Flächen, die für den Ackerbau geeigneter wären, ist aus Sicht der Ressourcen und der Versorgungssicherheit nicht effizient und soll deshalb tendenziell weniger gefördert werden (Feed no Food).» Die Veränderungen der Direktzahlungen eines Betriebs würden durch Übergangsbeiträge abgefedert, wird betont.

Tal- und Hügelzone

Die Talzone umfasst den ganzen Mittellandbogen und reicht in die Alpentäler hinein, im Rhonetal bis nach Sierre oder im Rheintal bis nach Chur. Zur Hügelzone zählen etwa das Untere Emmental, das Schwarzenburgerland, weite Teile des Baselbiets und des nördlichen Aargaus, Hügelzüge im Mittelland wie der Lindenberg, das Ruedertal, das Sihltal, der Albis, Teile des Tösstals, das Untere Toggenburg mit Kirchberg, die Stadt St. Gallen, der Schaffhauser Randen und im Kanton Freiburg Alterswil, Heitenried und Bulle. sal

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