Donnerstag, 4. März 2021
15.02.2021 07:15
Hofsuche

«Das Land ist ideal zu bewirtschaften»

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Von: sum
Simon Dittli und Gianna Wohlwend mit Sohn Lian suchten lang nach einem Betrieb.
zvg

Simon Dittli und Gianna Wohlwend hatten nicht das Glück, einen Familienbetrieb übernehmen zu können. Über hofnachfolge.ch haben sie dennoch ihren Traumbetrieb gefunden. Sie wären in jeden Kanton gezogen, Hauptsache Berggebiet und Milchwirtschaft.

Anfang Mai 2020 konnten Simon Dittli und Gianna Wohlwend in Tarasp GR einen Betrieb mit 45 Hektaren Nutzfläche übernehmen. «Im Moment haben wir 16 Kühe, 30 Texelschafe und fünf Pferde», zählt Simon Dittli auf. «Unser Ziel sind 25 Kühe mit Nachzucht.»

Es sei ein schöner Betrieb, lobt der Neu-Betriebsleiter, «das Land ist ideal zu bewirtschaften. Dass wir diesen Hof gefunden haben, ist ein absoluter Glücksfall.»

Keine familiäre Lösung

Ein Glücksfall, dem aber eine intensive Suche vorhergegangen ist, denn obschon es in Simon Dittlis Familie mehrere Bauern gibt und auch Gianna Wohlwends Eltern im Oberrengadin Landwirtschaft betreiben, war eine familiäre Hofübergabe zu dem Zeitpunkt keine Option.

Die beiden ausgebildeten Landwirte, beide mit Praxiserfahrung nach vier Jahren Arbeit auf dem Betrieb von Gianna Wohlwends Eltern, wendeten sich deshalb an die Stiftung zur Erhaltung bäuerlicher Familienbetriebe, die seit 2014 das Vermittlungs- und Beratungsangebot «Hofnachfolge ausserhalb der Familie» über die Homepage www.hofnachfolge.ch betreibt.

«Nach dem Ausfüllen des Bewerbungsformulars verging ein Jahr, dann konnten wir zwei Betriebe besichtigen – einer davon war unser jetziger Pachtbetrieb in Tarasp, den wir gerne später kaufen möchten.»

Der Hof in Tarasp GR umfasst 45 ha.
zvg

Keine Vorgaben

Über private Kontakte besichtigten Dittli noch andere Betriebe in der ganzen Schweiz – in Obwalden, im Zürcher Oberland, in Graubünden. «Die Lage wäre uns egal gewesen», betonen beide, «Hauptsache war, einen Betrieb übernehmen zu können.»

Natürlich hatten die beiden gewisse Vorstellungen an ihren neuen Betrieb: Er sollte in der Bergzone sein, genug Land umfassen für ein Familienauskommen, Haus und Stall sollten beieinander liegen und Milchwirtschaft ermöglichen.

Dies alles bot der Hof in Tarasp – und die Besitzer waren laut Simon Dittli dazu äusserst tolerant: «Sie haben uns keine Vorgaben gemacht, was wir weiterführen sollten. Wir konnten  ganz nach unseren eigenen Vorstellungen starten.»

Offen sein

Simon Dittli sieht nach den Jahren seiner Hofsuche das Problem nicht darin, dass es zu wenig Höfe gibt: «Viele Betriebe sind einfach zu klein, um zu überleben. Sie gehen ein und das Land wird von den Nachbarn übernommen.

Auch deren Betriebe wollen wachsen. Und viele Höfe werden auch unter der Hand vergeben.» Hofsuchenden rät er, sich an Stellen wie die Stiftung zur Erhaltung bäuerlicher Familienbetriebe oder an die Kleinbauernvereinigung zu wenden, die entsprechende Vermittlungsportale betreiben.  «Wichtig ist aber vor allem, dass man offen ist und sich nicht zu stark auf seinen Wunschbauernhof versteift», hält er fest.

 

27 Responses

    1. Es gibt seit langem im Talgebiet auch Direktzahlungen, nicht zu knapp.
      Mir wären anständige Produktepreise lieber und keine DZ mehr.

      1. Wohl keine Ahnung vom Bauernhof Leben!
        Billigere Preise =Ende Bauernhöfe.

        Möchten Sie auf die hälfte von Ihrem.Lohn Verzichten?wenn ja erst dann dürfen Sie solche Aeusserungen machen.

        1. Anständige Produktepreise wären ja solche, die die Wahrheit der Produktion abbilden und uns Konsumenten wieder den wahren Wert des Produktes zeigen würden.

    2. Im Tal kann dafür oft intensiv produziert werden, meist in geschützen oder gestützten Märkten.
      Habe einen Kollegen der produziert 300‘000 Kg Käsereimilch – Talzone.

      Das gibt:
      CHF 13‘500 Verkehrsmilchzulage direkt aufs Konto
      CHF 31‘500 Verkäsungszulage +
      CHF 9‘000 Silofrei Zulage über den Käser ausbezahlt.

      + Jährlich ca. 10 Schlachtkühe und 30 Mastkälber im geschützten CH Fleischmarkt.

      Also meine Herren: Wir alle sind im gleichen Boot.
      Missgunst zwuschen Tal und Berg schadet nur!

      1. Damit bezahlst du ja schon deine zwei Lernenden… oder fast einen Vollzeitangestellten.
        Etwa 40 Kühe und 20-30 Hektaren LN

        Milchpreis bekommst du auch noch…und weitere Direktzahlungen…
        Wenn du jetzt nicht all zu grobe Maschinenkosten hast, lebt es sich ganz gut… oder nicht?

        so schlecht ist wohl Kühe melken doch nicht…?

    1. Solange die schönsten Alpen den Landwirten aus dem Talgebiet gehören soll der Bauer im Talgebiet schön still bleiben. Diese habt ihr in früheren Zeiten, als es der Bergbevölkerung sehr schlecht ging um sehr wenig Geld erworben ( gestohlen!!). Ihr seid nur neidisch weil wir auch endlich ein anständiges Niveau an Einkommen errechen und die Simpatien von der Bevölkerung haben.

  1. Also wenn ich die Kommentare hier lese muss ich schon sagen: Auf die Mehrheit von ihnen hätte man verzichten können. Wenn ihr schon Kommentare schreibt, dann aus Freude für diese jungen Leute und nicht aus Neid.

  2. Liebe Bauern, es ist sehr wichtig das ihr überlebt ihr ernährt die CH mit euren Produkten.
    Falls ihr ein 2.Standbein sucht mit passivem Einkommen kann ich weiter helfen.
    Meine Nr 079 620 54 01

    1. Suche Waldgrundstück mit anschließendem Acker /Wiese, am besten zusammenhängend.
      Möchte der Natur etwas zurück geben und längerfristig meine Familie und Freunde mit frischem Gemüse, Früchte versorgen. Geplant ist ein Permakultur Garten, Anbau und erhalt alter Sorten, Streuobstwiese Waldgarten. Mit einer Vielfalt an Pflanzen/Bäume, Lebensraum für alle Tiere wie Insekten Bienen und Vögel.
      Kauf oder langfristige Pacht. Gesucht wird im Kanton Bern, Solothurn, Jura, Aargau oder Basel Land.

  3. Reden Sie aus Erfahrung?
    Warum generell MLM schlecht machen? Wir kennen eine Lösung, da würden Sie staunen, da würden Sie Ihre Meinung ändern. Sich bei den Menschen informieren die sich auskennen, ihre positiven Erfahrungen weitergeben und sich nicht vom „hören sagen “ seine Meinung bilden.
    Diese Chance könnte für diese Jungen Leuten eine grosse Hilfe sein. Ich spreche aus eigener Erfahrung.

  4. Geht selber Bergbauern damit ihr verstehen könnte wieso lieber am Berg wohnen und weniger verdienen. Es gibt viel wichtigere Lebensqualität als Geld

  5. Hallo ihr Motzer da draussen lasst die Familie ihrem Traum nachgehen ich unterstütze solches Vorhaben es geht nicht immer nur um viel Geld zu verdienen es würde auch anderen Familien gut tun wenn nicht immer alles geht würde!!.
    Ein bisschen mehr Respekt wäre besser angebracht!..

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