Donnerstag, 30. Juni 2022
20.05.2022 12:50
Energie

Strom wird bis zu 20 Prozent teurer 

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Von: sda/blu

Die rekordhohen Strompreise am Markt sowie die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine führen dazu, dass eine Mehrheit der Energieversorgungsunternehmen ihren Kundinnen und Kunden 2023 höhere Strompreise verrechnen müssen. 

Die Strompreise steigen im kommenden Jahr um 20 Prozent und mehr. Damit rechnet die Hälfte der Energieversorgungsunternehmen.  Auf einen 5-Zimmerhaushalt kommen im Jahr 2023 somit 180 Franken Mehrkosten zu. Einer der Gründe dafür ist der Krieg in der Ukraine.

Drei Komponenten

Für Gewerbebetriebe, zum Beispiel eine grosse Bäckerei oder ein Gastrobetrieb, mit einem Jahresverbrauch von 150’000 kWh, ist mit Mehrkosten von rund 6’000 Schweizerfranken zu rechnen. Dies geht aus einer Umfrage des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) unter seinen Mitgliedern hervor, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst. Die Umfrage sei als erste Einschätzung zu verstehen, da die Beschaffung teilweise noch nicht abgeschlossen sei.

Der Strompreis der grundversorgten Endkundinnen und Endkunden setzt sich zusammen aus drei Komponenten: Netzkosten (ca. 49%), Energie (ca. 33%) und Abgaben (ca. 18%). «Vor allem der Teil Energie, auf den sich die VSE Umfrage bezieht, steigt aufgrund der angespannten Situation am Markt teilweise stark und lässt die oben genannten Rückschlüsse auf den gesamten Endkunden-Strompreis zu», heisst es in der Mitteilung.

2021 stark gestiegen

Die Strommarktpreise seien 2021 unter anderem aufgrund höherer Brennstoff- und CO2-Preise sowie Kraftwerksausfällen und -abschaltungen stark angestiegen. Diese Entwicklungen hätten dazu geführt, dass die Strompreise an den Grosshandelsmärkten Ende 2021 die mit Abstand höchsten Werte seit 13 Jahren erreichten. Mit dem Krieg in der Ukraine verschärfe sich die Preissituation noch.

Allerdings steigen die Strompreise laut VSE nicht einheitlich, sondern sind von Energieversorgungsunternehmen zu Energieversorgungsunternehmen verschieden. Das hänge davon ab, ob Strom mehrheitlich über Eigenproduktion bezogen oder am Markt beschafft wird.

Einkauf wird teurer

Vier von fünf Unternehmen gaben in der Umfrage an, Strom mehrheitlich am Markt zu beschaffen, wobei die Hälfte diesen langfristig einkauft. Die am Markt tätigen Energieversorgungsunternehmen gehen davon aus, die Strompreise stärker erhöhen zu müssen als jene, die hauptsächlich aus Eigenproduktion beziehen. Letztere wiesen in der Vergangenheit aufgrund der über dem Markt liegenden Gestehungskosten bereits ein höheres Preisniveau aus. 

Bei den Netzkosten ist 2023 ebenfalls ein leichter Anstieg zu erwarten. Die Swissgrid hat bereits im März angekündigt, den Tarif für das Übertragungsnetz zu erhöhen. Ein 5-Zimmerhaushalt (Jahresverbrauch 4’500 kWh) muss etwa 20 Schweizerfranken mehr bezahlen für das Netz, ein Gewerbebetrieb rund 670 Schweizerfranken (Jahresverbrauch 150’000 kWh). Die Netzkosten für die unteren Verteilnetze sind noch nicht bekannt. 

Lage bleibt angespannt

Die finalen Strompreise für die Endkundinnen und Endkunden in der Grundversorgung liegen Ende August vor. Die Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom wird sie bekannt geben. Der Ausblick ist mit Unsicherheiten versehen.

«Mit dem anhaltenden Krieg in der Ukraine und der Möglichkeit eines Öl- und Gasembargos für Importe aus Russland dürfte die Preissituation an den Grosshandelsmärkten angespannt bleiben», schreiben die Stromversorger. Die hohen Preise könnten einen Anreiz zu einem rascheren Vorantreiben von Energieeffizienzmassnahmen sein, heisst es weiter.

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