Sonntag, 17. Januar 2021
14.01.2021 08:44
Europäischer Milchmarkt

EU: Milchpreise steigen weiter

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Von: aiz

Die Produzentenpreise sind in der EU auch im November 2020 leicht gestiegen. Führende Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Mittel 33,37 Cent (36,2 Rp.) netto/kg Rohmilch. Das entspricht gegenüber dem Vormonat einem Plus von 0,11 Cent (0,12 Rp.). 

Die Vorjahreslinie wurde allerdings um 0,57 Cent oder 1,7% unterschritten. Dies geht aus der jüngsten Preiserhebung des niederländischen Landwirteverbandes LTO hervor.

Milchpreise 2020 unter Vorjahresniveau 

Die EU-Produzentenpreise sind 2020 – vor allem auch im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie – von Februar bis Mai deutlich gesunken. Ab Juni setzte eine Phase der Erholung ein, die vorerst bis November anhielt. Laut vorläufigen LTO-Berechnungen dürften die Milchpreise auch im Dezember im Schnitt relativ stabil geblieben sein.

Die bisher vorliegenden Preismeldungen der Molkereien lassen jedenfalls diesen Schluss zu. Nachdem die Einbussen aber in der ersten Jahreshälfte stärker waren als der Anstieg im zweiten Halbjahr, wird der durchschnittliche EU-Erzeugermilchpreis für 2020 unter dem Vorjahresniveau liegen, betonen die LTO-Experten.

Wie sich die Erzeugerpreise 2021 entwickeln werden, bleibt abzuwarten. Einige Molkereien wie das belgische Unternehmen Milcobel meldeten bereits für Januar höhere Auszahlungen (+1,4 Cent). Auf der anderen Seite kündigten der dänische Molkereiriese Arla (-1,2 Cent) sowie Friesland/Campina in den Niederlanden (-0,9 Cent) Preissenkungen an.

So wird der Wert berechnet

Der LTO-Durchschnittswert wird monatlich auf Basis der Auszahlungsleistungen von 16 marktführenden Milchverarbeitern in Nord- und Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiss errechnet. Der Durchschnittspreis beruht auf einer jährlichen Anlieferung von 1 Mio. kg. 

EU-Milchanlieferung gestiegen 

Die weitere Richtung der Erzeugermilchpreise hängt nach Ansicht der LTO-Experten vor allem auch davon ab, wie gut das globale Milchangebot an die Nachfrage angepasst werden kann und wie lange die Corona-Pandemie zu Marktstörungen führt – hier ruhen die Hoffnungen auf den forcierten Impfungen.

Innerhalb der EU befindet sich die Milchanlieferung noch auf einem erhöhten Niveau: Von Januar bis Oktober 2020 wurde die Vorjahresmenge in Summe um 1,8% übertroffen (EU ohne Grossbritannien). Im Oktober machte das Plus noch 1,3% aus, wobei die Entwicklung in den einzelnen Mitgliedsländern sehr unterschiedlich verlief.

Globales Milchangebot auf hohem Niveau

In den USA übertraf die Anlieferung im Oktober das Vorjahresniveau um mehr als 2%. Neuseeland verzeichnete ebenfalls ein Plus, die Steigerung gegenüber dem Vorjahr war mit 0,8% geringer als im September.

In Australien wurde im Oktober etwas weniger Milch produziert als im Vergleichszeitraum 2019 (-0,3%). Dem gegenüber meldeten Argentinien (+8%) und Uruguay (+6%) deutliche Produktionssteigerungen. In Summe dürfte die Erzeugung in den grössten Milchexportländern (inkl. EU) von Januar bis Oktober 2020 um 1,8% höher ausgefallen sein als vor einem Jahr.

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