Freitag, 25. Juni 2021
22.02.2021 10:40
Biodiversität

GPK: Landwirtschaft muss mehr für Artenvielfalt tun

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Die Massnahmen, die der Bundesrat zum Schutz der Biodiversität in der Schweiz bisher ergriffen hat, genügen nicht. Das stellt die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Ständerates fest. Namentlich in der Landwirtschaft muss mehr unternommen werden.

Ein grosser Teil der nationalen und auch internationalen Biodiversitätsziele verfehle die Schweiz, stellte die GPK in ihrer am Montag veröffentlichten Bilanz zum bisher Unternommenen fest. Die Artenvielfalt in der Schweiz nehme weiterhin ab. Die bisherigen Massnahmen seien nicht genügend wirksam.

Mehr Massnahmen in Landwirtschaft gefordert

Die GPK nennt dabei besonders die Landwirtschaft. Trotz gewisser Fortschritte in den letzten Jahren genügten die bisherigen Massnahmen nicht, um den Rückgang der Artenvielfalt zu verhindern. Zusätzliche Massnahmen sind in den Augen der Kommission unerlässlich.

Sie verweist dabei auf die Agrarpolitik 22+, deren Behandlung der Ständerat in der Wintersession auf Eis gelegt hat. Der Ständerat bestellte gleichzeitig beim Bundesrat eine Gesamtschau zur künftigen Ausrichtung der Agrarpolitik. In diesen Bericht müsse der Bundesrat auch seine Überlegungen zur Biodiversität aufnehmen, fordert die GPK.

Direktzahlungen

Auch bei den Direktzahlungen für die Landwirtschaft soll der Bundesrat eine Auge auf die Biodiversität haben und «auf einen sinnvollen Einsatz der Zahlungen in diesem Bereich achten», schreibt die GPK weiter. 

Generell soll der Bundesrat in den Augen der GPK negative Auswirkungen von Bundessubventionen auf die Artenvielfalt verringern. Die Kommission zitiert dazu eine Studie der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL).

Die Forschenden führten darin 162 vom Bund, Kantonen und Gemeinden finanzierte Subventionen auf, die «ökonomisch problematisch» und auch «ökonomisch ineffizient» sind, wie es im Bericht heisst. Laut der Studie müssten diese Subventionen abgeschafft oder neu gestaltet werden, wie die GPK schreibt.

Biodiversität stärken

Die Kommission hält aber ebenso fest, dass das Bundesamt für Umwelt (Bafu) nicht das nötige Personal habe, um alle im Aktionsplan Biodiversität vorgesehenen Massnahmen umzusetzen. Dies sei der Fall, «weil der Bundesrat dem Bafu bedauerlicherweise die dafür erforderlichen Personalressourcen verweigert» habe.

Der Bundesrat soll deshalb prüfen, in welchen Bereichen die Strategie Biodiversität Schweiz verstärkt werden muss. Dies soll dann sicherstellen, dass die Ressourcen gesprochen werden, die es braucht, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Der Bundesrat kann bis Ende Mai zur Kritik und zu den Empfehlungen der GPK Stellung nehmen. Die Strategie Biodiversität Schweiz hat der Bundesrat 2012 vorgelegt, im Auftrag des Parlaments. Den Aktionsplan Biodiversität mit einem Katalog von Massnahmen, die über mehrere Jahre umgesetzt werden sollen, beschloss er 2017.

Mehr zum Thema
Politik & Wirtschaft

Thomas Helbling (l.) posiert neben Lorenz Hirt, dem Geschäftsführer der Fial.  - Lucas Huber Die Mitglieder der Föderation der Schweizerischen Nahrungsmittel-Industrien (Fial) haben an der am Dienstag durchgeführten Mitgliederversammlung allen…

Politik & Wirtschaft

Der Satellit soll die Veränderungen des Meeresspiegels als schwerwiegende Folge des Klimawandels akkurat vermessen und Informationen für Wettervorhersagen liefern. - pixabay Der Ozeanbeobachtungs-Satellit «Sentinel 6 Michael Freilich» soll in dieser…

Politik & Wirtschaft

ZVGZVGZVG Lidl Schweiz ruft die Produkte «Kania Fix Nudel-Schinken Gratin», «Kania Fix Bolognese» und «Kania Fix für Lasagne» des Schweizer Herstellers HACO AG zurück. In Eigenanalysen wurde festgestellt, dass die…

Politik & Wirtschaft

Kunststoffe würden in der Schweiz zwar an einigen Orten gesammelt und der Wiederverwertung zugeführt, hiess es im Rat. Doch die Sammlungen seien vergleichsweise teuer. - Migros Die Plastik-Recycling-Firmen des Vereins…

16 Responses

  1. Richtig, die Ziele verfehlen die Schweiz. Die Biodiversitätsziele sind offensichtlich verfehlt gesetzt. Das BAFU braucht Personal und Finanzen, um die Arbeit zu tun, den Landwirten dagegen kann man zusätzliche Auflagen einfach aufbürden.

  2. Die GPK hat einen wichtigen Faktor übersehen: Auch die Bauern brauchen für den Aktionsplan zusätzliches Personal, um die Massnahmen umzusetzen. Wer finanziert dieses?

  3. Die virtuelle Welt hat auch die Politiker erreicht. Man glaubt alles mit schönen Broschüren, Plänen und Berichtli bewerkstelligen zu können. Man ist sich nicht einmal mehr bewusst, dass die Natur draussen stattfindet. Alles soll mit dem Computer gerichtet werden können.
    Es wäre eine Generalkontrolle über die Arbeiten im BAFU nötig, bevor man noch mehr Stellen fordert. Aber die Linken und Grünen wollen ihren Kollegen wieder neue Jöbbli zuschanzen.

  4. Im Strassenbau, dem Wohnungsbau und dem Sportplatzbau sind die Ziele sicher erreicht, man bürdet sie einfach der Landwirtschaft auf. Meiner Meinung nach müsste jedes Grundstück, egal ob Einfamilienhaus oder Gewerbebau, mindestens die 7 % Ökofläche ausweisen. Und sofort etwas gegen die Lichtverschmutzung machen, da hätten die Insekten Freude. So hätte jeder seinen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt getan.
    Aber eben, wer Direktzahlungen erhält, auf dem kann man herumhacken……

    1. Gute Antwort Nur bei den Privaten schaut keiner hin . Die wissen auch nicht woher die Lebensmittel wirklich herkommen . Bis die das gemerkt haben ist es wohl zu späht. Wohlstand lässt grüssen.

      1. Haben wir eine Überbevölkerung? Die einheimische Bevölkerung nimmt – wegen den geringen Geburtenraten – ständig ab. Woher kommt denn die Überbevölkerung? Und woher kommen die Leute (Migranten)? Und warum kommen die zu uns? Überbevölkerung ist ein Lieblingswort der Eliten, die wollen ja gemäss einem Monument in Georgia die Weltbevölkerung auf 500 Millionen reduzieren. Gottlose Leute. Gott will dass die Erde gefüllt wird. Es hätte für 35 Mia Leute Platz und nachhaltig zu essen.

  5. Frage mich wo unsere Bauernvertreter sind in dieser GPK!!
    Keine Branche tut soviel wie wir Bauern. Auf unseren Feldern wird Co2 eingelagert ((in Pflanzen und Boden) und unsere Kulturen produzieren Sauerstoff…
    Da gibts nur eines, alles in Rechnung stellen und auf die Strasse und Sperrungen errichten!

    1. Von der 13-köpfigen GPK des Ständerates sind zwei Bauernvertreter dabei: Maya Graf von den Grünen und Werner Salzmann von der SVP, Wenn man gesehen hat, wie die Politiker (praktisch alle ohne wirkliches Profil) bei den Corona-Massnahmen oder beim CO2-Gesetz abstimmen (sie lassen sich hauptsächlich von der Mehrheit, der Angst und der Unwissenheit bestimmen), dann kann man von diesem Gremium nicht viel anderes erwarten als eine Entscheidung, die den Bauern noch mehr Lasten aufhalsen will.

  6. Sollen die doch mal beweisen, dass die Artenvielfalt im Besiedeltem Gebiet oder in den Städten besser ist! Mit jedem m2 der Überbaut wird, wird Biodiversitätsfläche vernichtet! Warum wird bei Grundstücken von Privaten nicht auch 7% Biodiversitätsfläche verlangt wie in der Landwirtschaft? Markus Aebi Grossrat Kt. Bern hat dieses Postulat an die Berner Regierung eingereicht und diese hat Wohlwollend zugestimmt! Melde mich gerne freiwillig, diese Kontrollaufgabe zum kontrollieren zu übernehmen!

  7. Uns wird immer vorgeworfen, dass unsere Felder eintönig seien. Letzten Sommer war ich mit dem Velo durch verschiedene Quartiere gefahren und habe die vielen Mähroboter (Tierquäler) gesehen, die keinem Lebewesen eine Chance lassen geschweige einem Blümchen, Weissklee noch sonst was. Ausgleichsflächen FEHL ANZEIGE. Melde mich ebenso als Kontrolleur wie Urs, würde mir sehr Spass machen, allen Grünen und Linken auch mal sagen, was sie Falsch machen und bei jedem Vergehen eine Busse verteilen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE