Donnerstag, 7. Juli 2022
10.05.2022 08:05
Italien

I: Obst- und Getreidebranche fordert Hilfe

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Von: AgE


Obwohl Italien beim Exporterlös für Obst- und Gemüse 2021 einen neuen Rekord aufgestellt hat, blickt die Branche mit Sorgen in die Zukunft und fordert Unterstützung von der Regierung in Rom und von der Europäischen Union.


Obwohl Italien beim Exporterlös für Obst- und Gemüse 2021 einen neuen Rekord aufgestellt hat, blickt die Branche mit Sorgen in die Zukunft und fordert Unterstützung von der Regierung in Rom und von der Europäischen Union. Wie die italienische Wirtschaftszeitung «Sole 24 Ore» berichtete, belief sich der
Ausfuhrwert von italienischem Obst und Gemüse im vergangenen Jahr auf insgesamt 5,5 Milliarden Euro (5.78 Milliarden CHF) das waren 6 % mehr als 2020.

Klima macht zusätzlich zu schaffen

Allerdings klagte der Verband der landwirtschaftlichen Kleinbetriebe (Cia) zuletzt vor allem mit Blick auf die Gemüseproduktion über stark gestiegene Kosten, die nur teilweise durch Preiserhöhungen im Handel ausgeglichen würden. Vom Verbraucherpreis kämen ohnehin nur 6 %bis 8 %bei den Produzenten an.

Die Primärproduktion sei nämlich weiterhin stark fragmentiert, so dass sie kaum über Marktmacht verfüge, so der Verband. Erschwerend hinzugekommen seien Ernteeinbussen durch den Klimawandel. Allein im vergangenen Jahr habe Spätfrost in den Obst- und Gemüsekulturen Schäden von etwa 800 Millionen Euro (839 Millionen CHF) verursacht. Zudem habe die zunehmende Verbreitung der Marmorierten Baumwanze zu Einbussen durch Saugschäden von 700 Millionen Euro (734 Millionen CHF) geführt.

Märkte weggebrochen

Darüber hinaus seien wichtige Exportmärkte, zum Beispiel in Russland, Weissrussland und
Algerien, wegen Wirtschaftssanktionen dauerhaft oder vorübergehend weggebrochen. Vor diesem Hintergrund sieht Cia den Fortbestand vieler Betriebe gefährdet. Deshalb forderte der Verbandsvorsitzende Dino Scanavino von der EU, Produktionsüberschüsse vom Markt zu nehmen und diese an Bedürftige zu
verteilen. Derweil solle Rom Unterglasanbauern steuerliche Vergünstigungen für Treibstoff und Strom gewähren und den Fonds für die Entwicklung von Agrarbetrieben aufstocken. Ferner forderte Scanavino, die Hilfsgelder für die Obst- und Gemüsebranche gezielter einzusetzen und die Liquidität notleidender
Betriebe mit Agrarkrediten zu stützen.

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