Donnerstag, 4. März 2021
11.02.2021 18:21
Milchmarkt

«Importgesuch schwächt Milchbauern»

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Von: blu

Die Branchenorganisation Milch (BOM) hat ein Importgesuch über 1500 Tonnen Butter eingereicht. Für BIG-M ist dies ein harter Schlag. Die Position der Bauern werde weiter geschwächt, kritisiert die Bauernorganisation.

Die Butter war in den vergangenen Monaten in der Schweiz ein rares Gut. Deshalb wurden 2020 rund 6000 Tonnen eingeführt. Der jährliche Bedarf in der Schweiz liegt bei rund 43’000 Tonnen.

Importgesuch von 1500 Tonnen

Und die Importe dürften auch 2021 weitergehen. Butter bleibt auch 2021 ein knappes Gut, teilte die BOM in einem Communiqué mit. BO Butter hat die BO Milch haben eine Kommission zur Beurteilung des Butterlagers gebildet.

Mitte Januar hat diese Kommission die Marktlage analysiert. Sie hat entschieden, ein Importgesuch im Umfang von 1500 t zu stellen. «Damit wird es möglich sein, die Importbutter möglichst über das ganze Jahr verteilt ausserhalb der starken Schweizer Marke «Die Butter» im Handel zu platzieren», heisst es weiter.

Buttermangel bei Milchpreisverhandlungen kein Thema mehr

Für die BIG-M ist dieses Gesuch ein fatales Zeichen. «Die BOM geht nicht mehr davon aus, dass die Milchbauern die Produktion so sehr steigern können, dass mit dem bisherigen System der Inlandbedarf an Butter wieder gedeckt werden kann», schreibt die Bauernorganisation in ihrem jüngsten Newsletter.

Dass die geringe Produktion auch eine Folge der nicht kostendeckenden Preise sei, werde von Handel und Verarbeiter nicht anerkannt, kritisiert die Organisation. Mit dem Gesuch wird die Position der Produzenten aus der Sicht von BIG-M geschwächt. «Man gibt den Milchverarbeitern und dem Lebensmittelhandel die Gewissheit, dass auch im laufenden Jahr zusätzliche Buttermengen importiert werden. Damit wird der Buttermangel in künftigen Milchpreisverhandlungen kein Thema mehr sein», so BIG-M.

«Signal ist harter Schlag»

Ein solches Signal vor den milchstarken Frühlingsmonaten sei ein harter Schlag für die Milchbauern. BIG-M zeigt sich erstaunt, dass die Produzentenorganisationen wie die Schweizer Milchproduzenten (SMP) zum jüngsten Gesuch keine Reaktion zeigen. «Haben sie es gar verpasst, Forderungen im Zusammenhang mit diesen Importen zu stellen?», fragt sich BIG-M.

Die Bauernorganisation ist zudem verärgert, dass für die Importbutter immer noch keine eine eigene Verpackung kreiert wurde. Diese werde stattdessen immer noch getarnt verkauft. BIG-M ist über die aktuelle Lage an Milchmarkt besorgt. «Will man in der BOM nichts gegen den tiefen Milchpreis machen oder kann man nicht?», fragt sich die Organisation. «Wer eine Lösung will, findet einen Weg. Wer keine will, findet Gründe», schliesst der Newsletter. Für BIG-M ist klar: «Der Buttermangel ist Folge von schlechten Milchpreisen.»

17 Responses

  1. Tiptop, Sehr Gut ! Butter importieren ist immer ein gutes Marktsignal für alle. Fairerweise müsste ein gerechter Mindesmilchpreis die letzten 12 Monate erreicht worden sein, was er ganz sicher heute nicht ist. Wie hoch ist dieser ? Sterneföfi , immer höhre ich die “ reiche Schweiz“ aber 80 Pp für normale Milch sind dann nich möglich !!!!

  2. Lieber Ueli, Sehr traurig was abläuft, wenn Du nicht zuviel investiert hast, dann steig aus. Schau nur noch für Dich wie es anderer auch tun. Es dankt Dir deinen Arbeitseinsatz niemand. Es sieht so aus, als ob heute jeder der ein Lebensmittel produziert ein Idiot ist. Eine Wertarbeit ist nicht mehr gefragt. Politiker, Beamte, Künstler, Gewerkschafter, Hundetrainer usw sind alle Systemrelevant (Satyre fertig)

  3. Unser Käser sagte mal Milchpreis steigt nur wenn es zuwenig Butter hat.
    Man will politisch, und auch von anderer Seite, dass der Milchpreis nicht steigt.
    Ich habe meine Konsequenzen gezogen, melke noch 2 Monate…..
    Ich freue mich auf das schöne, lockere Leben

    1. schönes leben??? wofür haben wir eine ausbildung gemacht.mit all den vorzügen als eigener chef.
      für uns bauern gibts nur noch 2 schöne momente.geburt…tod.
      alles muss an die wand gefahren werden.nur der hunger ,könnte den verstand ein bisschen in eine andere richtung bringen. man siehts ja jetzt.niemand will verzichten.
      auf höchster ebene ,muss man sich rechtfertigen—- wer eigentlich lebensmittel produziert.

      1. Ich höre nicht mit der Landwirtschaft auf.
        Bei der Milchproduktion stimmt Aufwand und Ertag nicht. Es ist doch himmeltraurig dass ein Liter Milch nicht einmal 80 Rp. Wert ist.
        Cola ein Wasser und Zuckergemisch kostet ja mehr!

        1. Dein gesunder Menschenverstand ist super!
          So können sich Deine Berufskollegen vergrössern und somit dank Skaleneffekt kostengünstiger produzieren!!

  4. Der Milchpreis ist sicher nicht allein entscheidend. Aber solche Momente sollten genutzt werden um eine Standortbestimmung durchzuführen. Wenn Alternativen da sind, ev. ein ausserlandwirtschaftliches Einkommen, oder sich die Hofnachfolge sowieso von der Milchproduktion distanziert, macht es schon Sinn sich die Restlaufjahre bequemer zu gestalten.
    Mir hat das Freiheit verschafft.

  5. Der Milchpreis wird nie steigen. Sie werden Butterimporte auch beantragen wenn es genug Milch in der Schweiz hat,sie Wissen genau sie kriegen sowieso, und weil es Günstiger ist werden die immer machen.

  6. Ursula mit nicht landwirtschaftlicher Ausbildung aber dessen wenigem Hintergrund sehr im Bewusstsein hat, fragt:
    Warum wehrt sich euerer Verband nicht für einen Kostendeckenden Milchpreis?
    Oder warum muss die Milch für zweitrangig wichtige Lebensmittel verwendet werden und nicht mehr für CH Butter? Wehrt euch, resigniert nicht!

  7. Die Faust im Sack hat noch nie etwas genützt.
    Ich verstehe die Resignation und euere Ohnmacht. Das geht schon zu lange so.
    Aber wo ist euere Lobby für euren Berufsstand.
    Früher gab es Zünfte, was gibt es heute?
    Verbände, Parteien, Einzelne Vorbilder, Grossbauern, Kleinbauern, Hobby bauern und Bäuerinnen !
    Es ist Zeit wieder einmal für euch an die Urne zu gehen. Aber wenn nichts eingereicht ist, gibt es nichts abzustimmen ????‍♀️
    DANKE FÜR EUERE Antwort.

    1. danke ursula. es werden immer fähige leute gesucht.bitte melde in die vorderste linie.
      du wirst sofort merken ,wer mit wem verbandelt ist.keiner tut dem andern was,sitzungsgelder bezogenund kopfnicken. ich habe 50jahre erfahrung und läuft seit jeh gleich.
      ursula vor..ich erwarte grosses von dir

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