Samstag, 2. Juli 2022
20.01.2019 13:20
Deutschland

35000 demonstrieren in Berlin für Agrarwende

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Am Samstag haben 35000 Menschen für eine Agrarwende in Deutschland demonstriert. Zusammen mit 171 Traktoren, die Bauern aus ganz Deutschland nach Berlin gefahren hatten, zogen sie vom Brandenburger Tor vors Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

«Wir haben es satt!» So lautet das Motto der Demonstration, die am Samstag 35000 Menschen und 717 Traktoren aus ganz Deutschland vors Brandenburger Tor in Berlin lockte. Zum neunten Mal organisierte das Bündnis «Wir haben es satt!» am Auftakt-Wochenende der Messe für Land- und Ernährungswirtschaft Internationale Grüne Woche die Demonstration, um für eine Agrarwende einzustehen.
«Lautstark, bunt und entschlossen haben wir heute Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner einen unmissverständlichen Auftrag gegeben: Schluss mit der falschen Agrarpolitik», erklärte ‹Wir haben es satt!›-Sprecherin Saskia Richartz im Namen der über 100 Organisationen, die zur Demonstration aufgerufen hatten.
«Überfälliger Umbau der Landwirtschaft» 
Das Demonstrationsbündnis forderte die Bundesregierung auf, den überfälligen Umbau der Landwirtschaft anzupacken. Die Gelegenheit sei da: «Bei der aktuellen Reform der EU-Agrarpolitik (GAP) entscheidet die Bundesregierung massgeblich mit, welche Landwirtschaft künftig durch Steuergelder finanziert wird. In Deutschland werden jedes Jahr 6,3 Milliarden Euro an EU-Agrargeldern ausgeschüttet, mehr als drei Viertel davon als pauschale Subventionen je Hektar Fläche. In der Praxis heisst das: Die 3.300 flächengrössten Betriebe erhalten eine Milliarde Euro im Jahr, während die kleinsten 200.000 Bauernhöfe sich knapp 700 Millionen teilen müssen.» Das schreibt das Bündnis in ihrer Medienmitteilung. 
Politik für Bauern
Zudem zitierte das Bündnis Moritz Schäfer, ein Bauer aus dem hessischen Schwalmtal, der als einer der 171 Traktorfahrer extra nach Berlin gereist war. «Wir haben die Agrarpolitik der Bundesregierung satt. Wir ackern tagtäglich für gutes, enkeltauglich produziertes Essen. Dafür verlangen wir politische Unterstützung», sagt der 32-Jährige. Laut Medienmitteilung habe er einen Betrieb mit 100 Kühen und bewirtschafte 250 Hektaren. «Meine Kühe stehen auf der Weide, ich produziere das Futter hier vor Ort und sähe vielfältige Fruchtfolgen. Insekten, Wasser und Klima danken es mir, die Politik aber nicht. Julia Klöckner muss endlich die Interessenvertretung der Industrie beenden und eine Politik für Bauern, Bienen und lebensfähige Dörfer machen», fordert Schäfer laut der Medienmitteilung im Namen der Traktorfahrer.
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