Sonntag, 24. Oktober 2021
28.09.2021 06:06
USA

Agrarminister wirbt für produktive Landwirtschaft

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Von: aiz

Die USA gehen für eine produktive und technikfreundliche Landwirtschaft auf Werbetour. Der US-amerikanische Agrarminister Tom Vilsack rief dafür eine «Koalition für eine produktive Landwirtschaft» ins Leben. Die Versorgung der Welt mit Lebensmitteln und eine klima- und umweltfreundliche Landwirtschaft sind nur möglich, wenn moderne Technik zum Einsatz kommt.

Die EU gehe mit ihrer „Farm to Fork“-Strategie leider einen anderen Weg und werde ihrer Verantwortung im Kampf gegen den Hunger kaum gerecht, kritisierte Vilsack auf dem „Future of Food and Farming Summit“ des Nachrichtendienstes „Politico“. Die Strategie der EU mit ihren Verminderungszielen für den Pflanzenschutz und für Düngemittel senke die Produktivität und führe zu höheren Preisen. Deshalb zeichne die Strategie keine Lösung vor allem für die sichere Versorgung mit Nahrungsmitteln auf.

Seine „Koalition für eine produktive Landwirtschaft“ finde bereits in Mexiko und einigen südamerikamischen Ländern Zustimmung, und er werde bei allen hochrangigen Treffen auf der Welt dafür werben, kündigte Vilsack an.

Allerdings sieht der US-Agrarminister mit den Europäern auch Gemeinsamkeiten. Die Ablehnung gegenüber der Genschere sei in der EU bei Weitem nicht so ausgeprägt, wie die Zurückweisung der traditionellen Gentechnik. Nach Ansicht von Vilsack kommt den neuen Züchtungstechniken wie CRISPR/Cas eine entscheidende Rolle für die Klimawende in der Landwirtschaft zu. Neue Sorten sorgten für mehr Wurzelmasse und ermöglichten ein „Carbon Farming“.

Zudem sei die Genschere wichtig bei der Züchtung von krankheitsresistenten Sorten und damit besser als ein Verbot von Pflanzenschutzmitteln. Zur Vermeidung von Methanemissionen aus der Rinderhaltung setzten die USA auf Futtermittelzusatzstoffe und eine Nutzung von Biogasen. Eine Verminderung von Tierzahlen und ein Werben für eine fleischlose Ernährung sei jedenfalls nicht der richtige Weg, betonte Vilsack. Der US-Minister hob hervor, dass zahlreiche Landwirte in der EU die „Farm to Fork“-Strategie ablehnten.

Von einem „brutalen Wechsel“ durch die Strategie spricht Christine Lambert, Präsidentin des Europäischen Bauernverbandes (COPA). Eine ausreichende Versorgung mit bezahlbaren Nahrungsmitteln werde durch die Ziele der Strategie infrage gestellt. Eine möglichst umfassende Selbstversorgung der EU könne mit einer drastischen Reduktion von Betriebsmitteln, einer 10%igen Flächenstilllegung oder 25% Biolandbau nicht erreicht werden, kritisierte Lambert. Den US-amerikanischen Weg, nach dem mehr erzeugt werden soll mit weniger Belastung für das Klima und die Umwelt, hält die COPA-Präsidentin für den richtigen.


Wojciechowski verteidigt „Farm to Fork“

EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski wehrte sich gegen die Vorwürfe aus den USA und vom EU-Bauernverband. „‚Farm to Fork‘ ist keine Strategie, um die Erzeugung in der EU zu vermindern“, stellte der EU-Agrarkommissar klar. Im Gegenteil: Die Produktivität werde verbessert, etwa wenn sie die Bedeutung der Präzisionslandwirtschaft herausstelle.

Der Biolandbau sei zudem eine Überlebenschance für Kleinbetriebe und trage damit auch zum Erhalt der Produktion bei. Der Biolandbau sichere die Versorgung der nächsten Generation mit Nahrungsmitteln ab, ist Wojciechowski überzeugt. Sollte es einzelne Risiken in der Strategie für die Versorgung geben, könnten die Ziele rasch angepasst werden, beschwichtigte der EU-Agrarkommissar seine Kritiker.

Eine umfassende Folgenabschätzung für die Strategien der EU-Kommission kündige Wojciechowski für das kommende Jahr an. Erst wenn die EU-Mitgliedstaaten ihre nationalen Strategiepläne im Rahmen der GAP-Reform fertiggestellt hätten, könnten die Folgen abschätzt werden.

 

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