Sonntag, 17. Januar 2021
25.03.2019 12:42
Niederlande

Bauernpräsident warnt vor Protektionismus

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Von: AgE

Der Präsident des niederländischen Bauernverbandes (LTO), Marc Calon, sieht den Protektionismus als Folge des aufkommenden Nationalismus im eigenen Land und in anderen EU-Ländern als grösste Gefahr für die heimische Branche.

„Wenn in den Niederlanden rechte Parteien wie das Forum für Demokratie (FvD) und die Partei für die Freiheit (PVV) sowie die Nationale Sammlungsbewegung (RN) in Frankreich und die Alternative für Deutschland (AfD) in Deutschland das Sagen bekommen, dann besteht das Risiko, dass die Grenzen dichtgemacht werden, der Euro scheitert und die Niederlande nichts mehr exportieren können“, warnte Calon am Dienstag vergangener Woche gegenüber „Het Financieele Dagblad“.

Der LTO-Präsident hob hervor, dass die Niederlande der zweitgrösste Agrarexporteur der Welt seien. „Vom holländischen Handelsüberschuss sind 58% dem Handel mit landwirtschaftlichen Produkten zu verdanken“, gab Calon zu bedenken. Dieser Erfolg stünde auf dem Spiel, wenn protektionistische und nationalistische Strömungen an die Macht kämen. In Grossbritannien hätten die Populisten bereits den Brexit auf den Weg gebracht. Die Insel sei der drittgrösste Absatzmarkt für niederländische Agrarprodukte.

Zuletzt habe sich der FvD-Vorsitzende Thierry Baudet für eine vollständige wirtschaftliche und demokratische Souveränität der Niederlande ausgesprochen. Wenn dieser Plan umgesetzt würde, müssten sich „zwei Drittel der Niederländer auf den Rücken legen“ und nur noch ein Drittel könne arbeiten, so Calon. Das gelte für Landwirte und Gartenbauer ebenso wie für die ganze Wirtschaft. Populistischer Nationalismus führe zum Beispiel auch dazu, dass der französische Lebensmitteleinzelhandel keinen holländischen Käse mehr verkaufe.

Der LTO-Präsident betonte, dass den Kosten der EU umfangreiche Einnahmen gegenüberstünden. „Wir zahlen nun jährlich 2,5 Mrd. Euro an die EU und verdienen dadurch beim Handel ein Vielfaches“, rechnete er vor. Unterdessen führten Ministerpräsident Mark Rutte und Landwirtschaftsministerin Carola Schouten ein Rückzugsgefecht. Sie müssten aber vielmehr in einer ehrlichen Kosten-Nutzenanalyse darstellen, dass die Einnahmen bei höheren Beiträgen steigen würden, mahnte Calon an.

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