Donnerstag, 8. Dezember 2022
24.11.2022 06:00
Energie

Das soll Solarstrom-Produktion Schub geben

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Der Bundesrat will der Produktion von Solarstrom Schub geben. Für die Förderung grosser Photovoltaik-Anlagen führt er ab 2023 Auktionen ein: Wer Solarstrom am günstigsten produziert, erhält den Zuschlag.

Vorgesehen sind Auktionen für Anlagen, die keinen Strom für den Eigengebrauch erzeugen, wie der Bundesrat am Mittwoch mitteilte. Solche Anlagen befänden sich typischerweise auf den Dächern von Lagerhallen oder Scheunen. Mit einem Bonus für alpine Solaranlagen will der Bundesrat für mehr Winterstrom sorgen.

Auktion

Die Neuerung soll sicherstellen, dass grosse Photovoltaik-Anlagen auch dann gebaut werden, wenn die für die Projekte Verantwortlichen den Strom nicht selbst brauchen. Leistet die Anlage mehr als 150 Kilowatt (kW), wird die Höhe der einmaligen Vergütung gemäss einer Auktion bestimmt. Wer Geld erhält, muss auch bauen.

Förderbeiträge sollen auch die in Auktionen wegen der höheren Kosten nicht konkurrenzfähigen Solarmodule an Staumauern oder an Lärmschutzwänden erhalten. Damit sie zum Zug kommen, können für sie Spezialauktionen durchgeführt werden.

Höhenbonus für alpine Anlagen

Alpine Anlagen erhalten einen Höhenbonus, weil sie für die Erzeugung von Winterstrom wichtig sind. Photovoltaik-Testanlagen in den Bergen benötigen keine Baubewilligung, müssen aber nach zwei Jahren wieder abgebaut werden. Der Bundesrat reagiert mit dieser Regelung auf die vom Parlament im Herbst beschlossene Solaroffensive.

Ausgebaut wird auch die Förderung der Stromproduktion mittels Wasserkraft, Wind, Geothermie und Biomasse. Neue Anlagen erhalten bis zu 60 Prozent der Investitionskosten. Bei Wasserkraftanlagen werden auch Vergrösserungen und Erneuerungen unterstützt.

Strengere Vorschriften für Geräte

Angepasst hat der Bundesrat zudem die Energieeffizienzverordnung. Für mehrere Geräte gelten neu strengere Energieeffizienz-Vorschriften, etwa für Haushalts-Wäschetrockner, elektrische Heizgeräte und Küchengeräte in Gewerbebetrieben. Das soll den Energieverbrauch senken. Um Innovationen den Weg zu ebnen, hat der Bundesrat mit einer Anpassung der Stromversorgungsverordnung die Durchführung von so genannten Sandkasten-Projekten geregelt.

Der Bundesrat revidierte dazu mehrere Energieverordnungen. Mit dem Paket werden die Ende Jahr auslaufenden Einspeisevergütungen durch Investitionsbeiträge ersetzt. Die Neuerungen stützen sich auf vom Parlament 2021 vorgezogene Entscheide aus dem Mantelerlass für eine sichere Stromversorgung. Über den gesamten Energie-Mantelerlass berät das Parlament noch.

Mehr zum Thema
Politik & Wirtschaft

Bundeshaus in Bern.Monika Gerlach Die Zusammensetzung des neuen Bundesrates könnte laut dem Politologen Patrick Emmenegger dazu führen, dass bei der Liberalisierung der Landwirtschaft auf die Bremse getreten werde.  Er führt…

Politik & Wirtschaft

Die Schweiz bezeichnet Ueli Maurer als «einzigartig» und als «Spezialfall».zvg «In der Freiheit liegt das Geheimnis unseres Staates»: Der scheidende Bundesrat Ueli Maurer hat in seiner Abschiedsrede an die Vereinigte…

Politik & Wirtschaft

Albert Rösti ist auf einem Bauernhof in Kandersteg aufgewachsen.Daniel Salzmann Am Mittwoch wurden Elisabeth Baume-Schneider (SP) und Albert Rösti in die Landesregierung gewählt. Vermutlich am Donnerstag wird klar sein, wie…

Politik & Wirtschaft

Seit 1848 wurden bisher 121 Personen in die Landesregierung gewählt.Monika Gerlach Elisabeth Baume-Schneider ist die zehnte Frau im Bundesrat und Albert Rösti der 111. Mann. Nur gut ein Jahr lang…

One Response

  1. Photovoltaik-Testanlagen in den Bergen benötigen keine Baubewilligung, müssen aber nach zwei Jahren wieder abgebaut werden.
    Das ist sicher nicht nachhaltig!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE