Freitag, 7. Oktober 2022
14.08.2022 07:10
Spanien

Entwurf für neues Tierschutzgesetz empört Bauern

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Von: AgE

Empört haben Bauern- und Jagdverbände in Spanien auf einen Entwurf für ein Tierschutzgesetz reagiert, den die Regierung in Madrid kürzlich verabschiedet hat.

Konkret geht es um den Schutz von Haustieren, ausdrücklich nicht von Nutztieren. Mit dem geplanten Gesetz sollen Tiere im spanischen Recht zu  «empfindungsfähigen Wesen» erklärt werden. Vorgesehen sind zum Beispiel höhere Strafen für Misshandlungen von Haustieren. Hierfür sollen künftig Geldstrafen von bis zu 600’000 Euro und auch Haftstrafen verhängt werden können.

Keine Kampfhähne

Mit der neuen Vorschrift will die Regierung ausserdem dem in Spanien weit verbreiteten Aussetzen von Haustieren begegnen. Deshalb sollen künftig alle Haustiere einschliesslich Jagdhunden gekennzeichnet werden.

Daneben ist vorgesehen, dass die Zucht nur noch von registrierten, professionellen Züchtern durchgeführt werden darf. Jagdhunde sollen sterilisiert werden müssen, wenn sie ausserhalb von Wohnungen gehalten werden oder unkontrollierten Kontakt zu anderen Hunden haben können, oder wenn Hunde verschiedenen Geschlechts zusammen in einem Raum leben.

Zu den weiteren geplanten Neuregelungen zählt das Verbot einer Verwendung von Tieren in Aktivitäten, bei denen sie verletzt oder getötet werden könnten. Hierzu zählen Hahnenkämpfe oder das Taubenschiessen, bei dem Tauben ähnlich dem Tontaubenschiessen mit einer Kanone in die Luft geschleudert und dann geschossen werden.

Arbeitstiere herausnehmen

Nicht unter das Gesetz fallen sollen neben Kampfstieren und Versuchstieren auch sämtliche Nutztiere. Bei diesen kommt in Spanien weiterhin zum Beispiel die betäubungslose Kastration männlicher Ferkel und das Schreddern männlicher Küken zur Anwendung. Jagdverbände kritisierten den Gesetzentwurf. Im Fokus steht dabei die Absicht der Regierung, die Jagdhundezucht lediglich noch professionellen Züchtern zu überlassen. Nur dem Jäger selbst seien die Eigenschaften seines Hundes bekannt, so die Jäger. Man könne sich bei der Zucht eines guten Jagdhundes nicht auf fremde Züchter verlassen.

Der Bauernverband Asaja wertete das Gesetz als ein Beispiel «für die Angriffe und Aggressionen dieser Regierung gegenüber dem Agrarsektor und dem ländlichen Raum». Auf Einzelheiten des Entwurfs ging der Verband nicht ein. Asaja fordert aber, Arbeitstiere wie Jagd- und Hütehunde aus der Regelung
herauszunehmen.

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