Dienstag, 28. September 2021
14.09.2021 08:15
EU

EU für «Farm to Fork»-Strategie

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Von: aiz

Mit 94 zu 20 Stimmen und zehn Enthaltungen verabschiedeten der Agrar- und der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments Ende vergangener Woche einen Bericht über die «Farm to Fork»-Strategie der EU-Kommission. Der Bericht soll im Oktober vom Plenum des Parlaments abgestimmt werden und hat noch keinen gesetzgebenden Charakter.

Die Abgeordneten halten die Ziele der Strategie zur Verminderung von Pflanzenschutzmitteln, Düngemitteln und Antibiotika mehrheitlich für machbar. Die von der EU-Kommission angeregte Halbierung der gefährlichen Pflanzenschutzmittel bis 2030 sowie die ins Auge gefasste Reduzierung von Düngemitteln um 20% und von Antibiotika im Stall um 50% sollen in Gesetze gegossen und den EU-Mitgliedstaaten zur Vorschrift gemacht werden.

Zudem fordern die Abgeordneten eine Herkunftskennzeichnung für alle Lebensmittel, also auch für Molkereiprodukte und Fleisch in Verarbeitungserzeugnissen. Damit die Erzeugung nicht in andere Länder abwandert, wollen die Europaabgeordneten nur noch Agrarimporte zulassen, die den strengen Auflagen der EU im Pflanzenschutz genügen.

Bauernvertreter fordern realistische Ziele

Das Abstimmungsergebnis im Parlament wird von EU-Agrarverbänden kritisiert. „Es wurden rote Linien überschritten“, hält der Europäische Bauernverband (COPA) fest. Vor allem beim Pflanzenschutz und bei der Verminderung von Düngemitteln gehen die Abgeordneten nach Ansicht von COPA zu weit. Bis zur Abstimmung im Plenum will der europäische Bauernverband deshalb noch möglichst viele Parlamentarier ansprechen und hofft auf eine Abmilderung des jetzt abgestimmten Berichts.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, betont, dass die europäischen Landwirte grundsätzlich bereit seien, den eingeschlagenen Weg zu mehr Umweltschutz weiterzugehen: „Die Bäuerinnen und Bauern haben im globalen Maßstab bereits ein hohes Niveau an Nachhaltigkeit erreicht. Wenn die EU wirklich will, dass wir Landwirte den Transformationsprozess erfolgreich gestalten und bewältigen, muss sie uns mit einem pragmatischen politischen Rahmen unterstützen, der auf realistischen und fachlich abgewogenen Zielen beruht. Dazu muss auch die Handelspolitik endlich gleiche Produktionsstandards für Lebensmittelimporte aus Drittstaaten festsetzen“, so Rukwied.

Konkret lehnt der Deutsche Bauernverband beispielsweise ab, die in der „Farm to Fork“-Strategie festgelegten Ziele für Pflanzenschutzmittel, Nährstoffverluste und Düngemittel in verbindliche Rechtsvorschriften umzusetzen. „Mehrere Studien und Folgenabschätzungen zeigen, dass diese Ziele zu CO2-Verlagerungseffekten führen und die Stabilität der Lebensmittelerzeugung in der EU gefährden würden“, betont Rukwied.

Weiters müsste aus Sicht des Verbandes viel konkreter herausgestellt werden, wie eine immer nachhaltigere europäische Landwirtschaft vor Billigprodukten aus Drittstaaten, bei deren Erzeugung keine Rücksicht auf Umwelt und Natur genommen wird, geschützt werden kann.

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