Samstag, 23. Januar 2021
14.02.2016 06:22
EU

EU-Molkereien bezahlten 34 Rappen

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Von: AgE

Die Molkereiunternehmen in der Europäischen Union haben im vergangenen Jahr ausnahmslos weniger Geld an ihre Lieferanten gezahlt als 2014. Die Kürzungen des Milchgeldes fielen jedoch unterschiedlich stark aus.

Nach Angaben des niederländischen Bauernverbandes (LTO) lag die durchschnittliche Auszahlungsleistung für ein Kilogramm Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiss bei den 16 im Preisvergleich erfassten Milchverarbeitern aus Nord- und Mitteleuropa im Jahr 2015 bei 30,83 Cent (34 Rp/kg). Das waren 7,3 Cent (8 Rp.) oder 19,2 % weniger als im Vorjahr.

In der jüngeren Vergangenheit sei lediglich 2009 mit 27,53 Cent noch weniger an die Erzeuger gezahlt worden, berichtete der LTO. Er wies mit Blick auf die Unternehmensergebnisse jedoch darauf hin, dass Zuschlagszahlungen wie Rückvergütungen noch nicht berücksichtigt seien, weshalb die Auswertung nur einen vorläufigen Charakter habe.

Granarolo bezahlte 42,8 Rappen

An der Spitze des momentanen Rankings für 2015 steht mit einem Milchpreis von 38,9 Cent/kg (42,8 Rp./kg) die norditalienische Granarolo, die bereits im Vorjahr den ersten Platz innehatte. „Vizemeister“ wurde erneut die finnische Genossenschaftsmolkerei Hämeenlinnan mit 38,0 Cent/kg (41,7 Rp.), wobei allerdings laut LTO noch eine Nachzahlung aussteht.

Den dritten Platz sicherte sich Dairy Crest aus Grossbritannien mit 34,4 Cent/kg (37,8 Rp.). Dieses Unternehmen profitierte in dem auf Euro basierenden Vergleich allerdings von der Stärke des britischen Pfundes. So errechnet sich für Dairy Crest in Euro gegenüber 2014 ein Abschlag beim Milchgeld von „lediglich“ 12,7 %, der in heimischer Währung mit 22,7 % tatsächlich überdurchschnittlich hoch ausfiel. Auch bei First Milk wirkten sich die veränderten Wechselkursrelationen positiv auf den Milchpreis aus, wenn die Betrachtung in Euro erfolgt.

Politik stützt Milchpreis in Frankreich

Die französischen Molkereien im LTO-Preisvergleich schnitten 2015 besser als im Vorjahr ab. Konnten Lactalis, Sodiaal, Bongrain und Danone ihren Lieferanten 2014 im EU-Vergleich nur eine durchschnittliche Vergütung des Rohstoffes bieten, rangieren sie im aktuellen Ranking weiter vorne. Die noch vorläufigen Milcherzeugerpreise lagen mit 32,0 Cent/kg bis 33,1 Cent/kg klar über dem Durchschnitt der anderen Milchverarbeiter in der Gemeinschaft, und die Abzüge beim Milchgeld fielen mit 12,8 % bis maximal 15,5 % unterdurchschnittlich aus. Laut LTO hat die politische initiierte Branchenvereinbarung zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Handel zur Stützung der Milchpreise in Frankreich offenbar Wirkung gezeigt.

Etwas unter der vom niederländischen Bauernverband berechneten EU-Durchschnittsvergütung blieben 2015 die Auszahlungsleistungen von Friesland Campina mit 29,8 Cent/kg (32,7 Rp.) und die von Arla mit 29,1 Cent/kg (32 Rp.) Milch. Ausstehende Nachzahlungen könnten dies jedoch noch ändern, teilte die LTO mit. Nur in die zweite Hälfte der „Milchpreistabelle“ schaffte es 2015 mit dem zehnten Platz die Müllermilch. Das betreffende Milchgeld für die Lieferanten wurde gegenüber 2014 um 8,4 Cent oder 23,1 % auf 28,2 Cent/kg (31. Rp.) gekürzt.

Noch schlechter schnitt der LTO zufolge das Deutsche Milchkontor (DMK) ab. Deren Erzeuger bekamen laut aktuellen Daten ihre Milch mit 27,4 Cent/kg (30.1 Rp.) vergütet. Das waren ohne die noch mögliche Nachzahlung 9,4 Cent oder gut ein Viertel weniger als im Vorjahr. Weiter hinten rangierten im LTO-Ranking nur noch die niederländische DOC Kaas und die irische Glanbia mit Milchpreisen unter der Marke von 27 Cent/kg (29,7 Rp./kg).

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