Montag, 6. Dezember 2021
22.10.2021 08:53
EU

Europaparlament für Methanstrategie

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Von: aiz

Das Plenum des Europaparlaments hat am Donnerstag die Resolution zur Methanstrategie, welche eine Reduktion des Treibhausgases in allen Sektoren vorsieht, mit 563 Stimmen angenommen. 122 EU-Abgeordnete votieren gegen die Parlamentsposition, elf enthielten sich ihrer Stimme. 

Methan ist als Treibhausgas (THG) deutlich wirkmächtiger als CO2. Es hat die 25- bis 80-fache Treibhauswirkung von CO2. In der EU macht es 10 Prozent der THG-Emissionen aus.

Insgesamt sollen die Methanemissionen der EU bis 2030 um 35 bis 37 Prozent gegenüber 2005 sinken (Projektion bestehende Massnahmen: 29 Prozent). Die Strategie umfasst daher neben dem Energiesektor (Erdöl, Erdgas, Kohle) auch die Landwirtschaft und die Abfallwirtschaft. In der EU gehen 53 Prozent der anthropogenen Methanemissionen auf die Landwirtschaft zurück, 26 Prozent auf Abfälle und 19 Prozent auf den Energiebereich. In der EU werden fünf Prozent der globalen Methanemissionen verursacht.

«Die Reduktion von Methan ist langfristig notwendig. Einseitige Massnahmen zulasten der Landwirtschaft sind aber nicht der richtige Weg», sagte Alexander Bernhuber, Umweltsprecher der ÖVP im EU-Parlament, und betonte, dass biogene Methanemissionen im Vergleich zu 1990 bereits um 22% reduziert wurden. Zudem werde die Landwirtschaft strenger in die Pflicht genommen als andere Sektoren.

«Für mich ist eine unterschiedliche Bewertung von biogenen und fossilen Methanquellen wesentlich. Genauso muss das EU-Parlament die positive Wirkung der Weidehaltung für Biodiversität und Treibhausgasreduktion anerkennen. Vorgaben zu Bestandsreduktion und weitere Einschränkungen der Viehwirtschaft sind hier fehl am Platz», sagte Bernhuber, der entsprechende Änderungen im Plenum vorgeschlagen hat.

Der EU-Abgeordnete informierte weiter, dass Methan bereits als Teil der Reduktionsziele in der Lastenteilungsverordnung berücksichtigt wird, weitere verpflichtende Massnahmen seien daher obsolet. Abschliessend warnte er vor den Auswirkungen auf Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion. «Pauschale Verbote dürfen die Lebensmittelversorgung nicht gefährden. Bevor Reduktionsziele durch Verbote erreicht werden, fordere ich wissenschaftliche Folgenabschätzungen von der EU-Kommission ein», so Bernhuber.

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