Sonntag, 29. Januar 2023
07.12.2022 14:14
EU

Landbesitzer fordern Kurswechsel

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Von: AgE

Einen Kurswechsel beim Green Deal hat die Organisation Europäischer Landbesitzer (ELO) gefordert. Um den Herausforderungen des Klimawandels angemessen zu begegnen und ein besseres Gleichgewicht zwischen nachhaltiger Produktion und dem Schutz der biologischen Vielfalt herzustellen, sei ein Umdenken erforderlich, so der Tenor einer Erklärung zum Naturschutzpaket der EU-Kommission.

Nach Einschätzung der Organisation werden die Gesetzesvorschläge der Kommission den anstehenden Herausforderungen nicht gerecht. Bei der Anpassung an den Klimawandel müsse über den Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen hinausgegangen und sich auf Anpassung und Widerstandsfähigkeit konzentriert werden.

Die Landbesitzer sehen zudem durch Einschränkungen ihre Unternehmen und die damit verbundenen Arbeitsplätze im ländlichen Raum bedroht.

Fairer Kostenausgleich nötig

Beim Vorschlag zur Wiederherstellung der Natur kritisiert die ELO offene Finanzierungsfragen. Gebraucht würden freiwillige, vertragsbasierte Systeme sowie eine angemessene Bewertung der Ökosystemleistungen, um langfristig einen fairen finanziellen Ausgleich für die Kosten zu gewährleisten.

Betont werden in der Erklärung auch die Grundsätze der Verhältnismässigkeit und der Subsidiarität. Grundsätzlich falsch ist nach Ansicht der Landbesitzer, die Produktion von Lebensmitteln und nachwachsenden Rohstoffen in der EU einzuschränken.

Stattdessen müssten Lebensmittelverschwendung und der Treibhausgasausstoss bei der Produktion verringert und Ernährungsfragen angegangen werden. Gewarnt wird ausserdem vor einer Verlagerung der Produktion in Drittstaaten mit geringeren Umweltstandards.

Vertrauen in Politik untergraben

Aus Sicht der ELO wird insbesondere der Vorschlag zur Wiederherstellung der Natur das Vertrauen in die Politik untergraben. Landeigentümer und Bewirtschafter hätten ihre Unterstützung für die Umsetzung des Natura-2000-Netzwerks unter der Voraussetzung bekundet, dass soziale und wirtschaftliche Aktivitäten mit ökologischen Zielen kombiniert werden könnten.

Die soziale und die wirtschaftliche Komponente dieser Vereinbarung seien in den letzten 30 Jahren aber systematisch ausgehöhlt worden.

Entwürfe «unpraktikabel und schwer nachvollziehbar»

«Wir Landeigentümer und Bewirtschafter von Ackerland und Wäldern in ganz Europa sind an vorderster Front von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen und bekennen uns uneingeschränkt zu den Zielen der Klimaneutralität und des Schutzes der Ökosysteme», so der Vorsitzende der Familienbetriebe Land und Forst, Max von Elverfeldt.

Nach seiner Einschätzung werden diese Ziele durch das EU-Naturschutzpaket indes nicht befördert. Die Entwürfe seien «unpraktikabel und schwer nachvollziehbar». Kommission, Rat und Europaparlament müssten schnellstmöglich nachsteuern. 

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