Samstag, 16. Januar 2021
18.12.2012 06:56
Griechenland

Griechische Wirtschaftskrise: Illegaler Holzeinschlag wird zu Gefahr für Wälder

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Von: blu/sda/dpa

Graubraune Dunstschichten und beissender Rauch machen den Menschen in Athen und anderen grösseren Städten Griechenlands in diesen Wintertagen zu schaffen. Der Grund: Viele Griechen verbrennen Holz, um sich zu wärmen und das teure Heizöl zu sparen. Die Wälder sind vor illegalem Holzschlag bedroht.

Bei ungünstiger Wetterlage wie am vergangenen Wochenende und am Montagmorgen sind die Auswirkungen zu spüren.

Heizöl 50 Prozent teurer

Im Zuge der Sparmassnahmen hat die griechische Regierung dieses Jahr die Heizölsteuer an die – deutlich höhere – Steuer für Dieselöl angeglichen. Die Preise für Heizöl stiegen verglichen mit 2011 um mehr als 50 Prozent auf 1,38 Euro pro Liter. Die Regierung hat kürzlich Heizölzuschüsse für Bedürftigte versprochen. Die höheren Preise führen nun dazu, dass in den Schulen die Heizkörper bereits kalt bleiben. Und auch in vielen Hochhäusern sind die Heizungen abgestellt. 
  
Bauern bewachen Olivenbäume

Das teure Heizöl animiert nun illegale Holzfäller dazu, sich an den Olivenbäumen der Bauern zu bedienen. Wie der Tages-Anzeiger am 11. Dezember berichtete, würden beispielsweise die Landwirte auf der Insel Euböa nachts ihre Bäume bewachen. Das ruft auch die Umweltschützer auf den Plan. Die griechische Krise werde zur Gefahr für die „ohnehin bedrohten Wälder“. Der WWF spricht von einem «dramatischen Anstieg» des illegalen Holzeinschlags «quer durch das Land». Dies betreffe auch Wälder nahe der Hauptstadt Athen.

Die Senkung der Strafen für illegales Abholzen in diesem Jahr sei nicht gerade hilfreich, berichtete die Zeitung «Kathimerini». Zudem kürzte der Staat die Etats für die Feuerwehr und Wiederaufforstungsprogramme. Mit den freiwerdenden Mittel wolle der Staat die Haushaltslöcher stopfen, beklagt der WWF.

Feinstaub-Partikel-Konzentration übersteigt Grenzwert

Wie das Umweltministerium in Athen am Montag mitteilte, erreichten die Feinstaub-Kleinpartikel in der Luft in der Athener Vorstadt Aspropyrgos 134 Mikrogramm pro Kubikmeter. Damit wurde der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter übertroffen. Noch  schlimmer war es in der mittelgriechischen Hafenstadt Volos. Dort wurden 606 Mikrogramm pro Kubikmeter Feinstaub gemessen.

In Griechenland herrschten die letzten Tage leichte Südwinde, welche die Konzentration von luftverschmutzenden Partikeln begünstigten. Die Lage sollte sich am Dienstag bessern. Dann sollen starke Nordwinde die Rauchschwaden auflösen, teilte das Wetteramt mit.

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