Dienstag, 9. August 2022
26.06.2022 07:15
Deutschland

Handel setzt auf Billigimporte statt heimische Ware

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Von: AgE

Scharfe Kritik am Einkaufsverhalten des Detailhandels bei Obst und Gemüse übt der Zentralverband Gartenbau (ZVG). 

«Trotz aller Werbeslogans setzen die Einkäufer des Lebensmitteleinzelhandels offensichtlich selbst zur Hochsaison der deutschen Ware lieber auf billige Importe», beklagt ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer im Interview mit Agra-Europe. Seiner Einschätzung nach sparen die Verbraucher zuerst bei frischem Obst und Gemüse. Der Handel nutze dies für billige Einstiegspreise. So werde grüner Spargel aus Peru günstiger angeboten als der aus Deutschland.

Schlechte Stimmung im Gartenbau

Den gleichen Effekt habe bei Erdbeeren kostengünstige Tiefkühlware in der Hauptsaison. Laut Fleischer liegen die Erzeugerpreise bei Spargel und Erdbeeren deutlich unter denen der letzten Jahre, und das bei explodierenden Kosten. Ähnliches sei für andere Produktbereiche zu erwarten.

Die Stimmung in den Gartenbaubetrieben beschreibt der Generalsekretär als «schlecht», und zwar über alle Sparten hinweg. Nur die wenigsten schauten derzeit positiv in die Zukunft. Viele beschäftigten sich mit einem Ausstieg aus der Produktion bestimmter Kulturen. Die nächste Saison werde daher «äusserst unsicher».

Hilfreiche Unterstützung

Als hilfreiche Unterstützung wertet Fleischer die vorgesehene Anpassungsbeihilfe. Er moniert aber zugleich, dass der vorgelegte Verordnungsentwurf mit den direktzahlungsberechtigten Betrieben nur einen Teil des Gartenbaus einbeziehe. Insbesondere fehlten noch Angebote für die besonders betroffenen Unterglasbetriebe, wie etwa jene mit Gemüse, Jungpflanzenanbau oder Kulturpilzanbau.

Zudem sei nicht verständlich, dass der Zierpflanzenbau aussen vor bleiben solle. Für das angekündigte Kleinbeihilfeprogramm erwartet der Generalsekretär vergleichbare Unterstützungsleistungen wie beim ersten Hilfsprogramm. Zudem betont er die Forderung nach einem Beitragszuschuss zur Mehrgefahrenversicherung, wie er in anderen EU-Mitgliedstaaten üblich sei. Hierfür brauche man einen bundeseinheitlichen Ansatz.

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