Freitag, 22. Januar 2021
18.06.2013 10:06
Nordirland

Kein Witz – Agenten bewachen Obama mit Traktoren

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Von: Reto Blunier

In Nordirland findet derzeit der G8-Gipfel statt. Das Sicherheitsaufgebot ist riesig, um die Staatsoberhäupter zu bewachen. Die Agenten von US-Präsident Barack Obama nehmen eher unübliche Methoden in Anspruch. Mit Traktoren soll Obamas Sicherheit gewährleistet werden.

Am See Lough Erne in Nordirland (GB) herrscht Ausnahmezustand. Die acht Staatsoberhäupter aus den USA, Russland, Japan, Grossbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Kanada treffen sich zu ihrer jährlichen, zweitägigen Veranstaltung. Diskutiert werden unter anderem der Syrien-Krieg, das Thema Steuerflucht sowie die Geschäftspraktiken im Rohstoffhandel.

Agenten als Bauern verkleidet

Der kleine nordirische Ort Enniskillen und das unweit gelegene Golfressort wurden zu einem Hochsicherheitsareal. Nicht weniger als 8000 Beamte bringt die nordirische Polizei zusammen, um  US-Präsident Barack Obama, Bundeskanzlerin Angela Merkel und deren  Kollegen zu sichern. Die schöne Seenlandschaft, umgeben von grünen Hügeln, Schafweiden und malerischen Bauernhäuschen, geht dabei fast vergessen.

Die 8000 Beamten sind für den US-Präsidenten Barack Obama aber nicht genug. Sein Sicherheitsapparat schickte 200 Agenten auf die Insel. Diese sollen Obama vor sämtlichen Gefahren schützen. Der Secret Service setzt dabei auch aussergewöhnliche Methoden ein, wie „Blick am Abend“ in seiner Montagsausgabe berichtete. Die Sicherheitsmänner flitzen mit Traktoren vor und im Sicherheitsareal umher. Dabei verkleiden sie sich als Bauern. Doch die Tarnung war vermutlich zu wenig gut. Gemäss der britischen „Sun“ flog diese rasch auf. Die brandneuen Traktoren würden sofort ins Auge stechen, berichten Anwohner. Diese nennen Obama bereits Barack O’Farmer.

Überwachung von Internetusern endet in tiefen Umfragewerten

Doch der Präsident hätte gute Kunde dringend nötig. Seine Umfragewerte sind in den vergangenen Wochen eingebrochen. Gemäss einer am Montag veröffentlichten Erhebung des TV-Senders CNN fiel die Zustimmung zu Obama in der US-Bevölkerung im Monat Mai um acht Prozentpunkte auf 45 Prozent. Dies sei der niedrigste Wert für den Präsidenten seit anderthalb Jahren, hiess es. Besonders bei den unter 30-Jährigen steht der Präsident nicht hoch im Kurs.

Die systematische Überwachung von Internetnutzern durch den Geheimdienst NSA und die Ausspähung von Journalisten der Nachrichtenagentur AP durch das Justizministerium nagten am Image seiner Regierung. Auch die gezielte Überprüfung von  konservativen Lobbygruppen durch die Steuerbehörde IRS wurde nicht goutiert.

Obama wird noch Deutschland reisen. Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel dürfte auch die angedachte Freihandelszone zwischen der EU und den USA diskutiert werden.

G8 repräsentiert die Hälfte der globalen Wirtschaftsleistung

Alljährlich treffen die Staats- und  Regierungschefs der acht führenden Industrienationen zum G8-Gipfel zusammen. Neben Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien,  Japan, Kanada, Russland und den USA ist auch die Europäische Union bei jedem Treffen vertreten. Die G8 repräsentieren knapp 13 Prozent der Weltbevölkerung und die Hälfte der internationalen Wirtschaftsleistung (Stand 2011). Die Treffen gehen auf die erste Ölkrise zurück. 

1975 kamen die Vertreter von sechs Ländern (Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, USA, Japan) zum ersten «Weltwirtschaftsgipfel» zusammen. Später wurde die G6-Runde um Kanada (1976) und Russland (1998) zur G8 erweitert. 

Die Vorbereitung der Gipfel ist Sache der jährlich wechselnden Präsidentschaft. In diesem Jahr ist Grossbritannien an der Reihe. Die Konferenz kommt in einem Golf-Hotel im nordirischen Lough Erne zusammen. 

Kritiker bemängeln, die G8-Runde repräsentiere vor allem die Interessen der führenden Industrieländer zum Nachteil ärmerer Staaten. Aufstrebende Länder mit grosser Bevölkerung wie China und Indien sind ebenso wenig vertreten wie Staaten aus Afrika und Lateinamerika. Sie haben jedoch in der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) Sitz und Stimme. sda/dpa

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