Freitag, 5. März 2021
03.12.2018 12:18
Ukraine

Kriegsrecht beeinträchtigt Agrarsektor kaum

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Von: AgE

Das Landwirtschaftsministerium in Kiew geht davon aus, dass das am vergangenen Mittwoch in zehn Regionen verhängte Kriegsrecht für 30 Tage die Land- und Ernährungswirtschaft der Ukraine nicht wesentlich beeinträchtigen wird.

Eine weitere Verschärfung des Konfliktes könnte jedoch den Fischfang im Asowschen Meer und die für den Export wichtigen Häfen Mariupol und Berdjansk hart treffen. In einer ersten Lageeinschätzung wies der stellvertretende Landwirtschaftsminister Maxim Martynyuk darauf hin, dass im Asowschen Meer ein Grossteil des ukrainischen Fischfangs erfolge und dort die Aufrechterhaltung eines stabilen und klaren Fischereisystems erforderlich sei. 

Den Fischern sei aufgrund der angespannten Lage vorübergehend empfohlen worden, in die Häfen zurückzukehren, ohne dass dies rechtlich bindend sei. Über die Häfen von Berdjansk und Mariupol erfolgten laut Martynyuk im vergangenen Jahr 5% der Getreideexporte. Sollte die Meerenge von Kertsch wegen der „russischen Aggression“ nicht mehr passierbar sein, müssten diese Mengen auf den Hafen von Odessa umgeleitet werden. 

Gegenwärtig gebe es noch keine wesentlichen Probleme für die Ausfuhr von Agrargütern per Schiff, doch könne sich das ändern, wenn im Falle einer verschärften Krise die Hafenkapazitäten verstärkt für militärische Zwecke genutzt würden, erläuterte Martynyuk. Er versicherte, dass die Ukraine ein
zuverlässiger Exporteur bleiben wolle, doch könne es dazu kommen, dass aufgrund von höherer Gewalt nicht alle Lieferverträge terminlich eingehalten werden könnten. 

Wirkungen des Kriegsrechtes auf die Preise für Weizen oder die Frachtraten sind dem stellvertretenden Landwirtschaftsminister bisher ausgeblieben. Martynyuk betonte, dass es für den heimischen Markt keine Risiken für die Lebensmittelversorgung gebe. Das Angebot an Grundnahrungsmitteln übersteige die Nachfrage, auch in den zehn Regionen mit Kriegsrecht.

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