Freitag, 15. Januar 2021
22.01.2018 06:35
EU-Milchmarkt

Lieferverzicht am wirksamsten

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Von: AgE

Ein Mengenreduktionsprogrammist nach Ansicht des European Milk Board (EMB) weiterhin das wirksamste Kriseninstrument und sollte deshalb auf EU-Ebene dauerhaft gesetzlich verankert werden, um die Milchmenge in Krisenzeiten senken zu können.

Wie EMB-Präsident Romuald Schaber am vergangenen Donnerstag bei der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin feststellte, hat allein die Ankündigung des Hilfsprogrammes im Jahr 2016 ausgereicht, um die Notierungen steigen zu lassen. Dagegen hätte die davor von der EU-Kommission ergriffenen Massnahmen kaum Wirkung gezeigt. 

Wende durch Reduktionsprogramm

Millionenschwere Hilfspakete seien geschnürt, die Obergrenzen der Interventionsmengen angehoben worden und Produzentenorganisationen sowie Molkereien hätten die Möglichkeit zur besseren Produktionsplanung bekommen, zählte Schaber auf. Die Wende habe aber erst das Reduktionsprogramm gebracht. Es habe einen wichtigen Beitrag zur Erholung der Milchpreise von 25,68 Cent/l (30.48 Rp.) im Juli 2016 auf 34,16 Cent/l (40.27 Rp.) im Juli 2017 geleistet und sei aus Sicht der Milcherzeuger zudem unbürokratisch in der Abwicklung gewesen.

Der EMB-Präsident verwies auf eine wissenschaftliche Analyse des EU-Mengenreduktionsprogramms, die das EMB in Auftrag gegeben habe. Demnach könnten mit der Massnahme schon bei geringer Reduzierung der Milchmenge landwirtschaftliche Betriebe erhalten und unterstützt werden. Kritik übte Schaber indes an der Intervention. An sich sei die öffentliche Lagerung ja ein probates Instrument, um saisonbedingte Mehrmengen aufzufangen, räumte der EMB-Präsident ein.

Pulver vom Markt nehmen

Mittlerweile sitze die EU-Kommission aber auf fast 380’000 t Magermilchpulver. Der hohe Interventionsbestand verhindere die dringende Markterholung. Der EMB-Präsident schlägt deshalb alternative Vermarktungs- oder Absatzwege vor, beispielweise als Tierfutter, damit das Magermilchpulver „vom Markt kommt“. Schaber warnte vor einer neuerlichen Milchkrise, die er bereits am Horizont aufziehen sieht.

Zuvor sollten sich EU-Kommission und nationale Gesetzgeber besser rüsten. Ein freiwilliger Lieferverzicht müsse dann zeitiger umgesetzt werden und nicht erst, wenn die Preise „total im Keller“ seien, betonte Schaber. Zudem sei eine Deckelung der Produktion nötig, damit die anderen ihre Milchmengen nicht steigerten und die Wirkung des Instrumentes so zu nicht gemacht werde.

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