Montag, 17. Mai 2021
20.04.2021 08:14
Frankreich

Neues Gesetz zur Stärkung der Produzenten geplant

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Von: AgE

In Frankreich soll die Position der Landwirte in der Lebensmittelkette durch ein weiteres Gesetz gestärkt werden. Der La-République-en-marche-(LREM)-Abgeordnete Grégory Besson-Moreau legte jetzt einen als Nachfolger des Gesetzes zur Stärkung der Erzeuger gehandelten Entwurf vor. 

Demnach sollen mehrjährige Verträge zwischen den Produzenten und ihren Abnehmern die Regel werden und automatische Anpassungsmechanismen enthalten, beispielsweise über Produktionskostenindikatoren. Deren Art und Ausgestaltung soll den Vertragspartnern überlassen bleiben. Vorgesehen ist zudem, die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Rohstoffe in den nachfolgenden Stufen der Verarbeitung zu fixieren und als Anpassungsvariable auszuschliessen.

Verträge zwischen Lebensmittelherstellern und Einzelhandelsunternehmen sollen laut dem Entwurf Informationen über den Preis der verwendeten landwirtschaftlichen Rohstoffe enthalten und auf diesem aufbauen. Eingeführt werden sollen ausserdem ein Gremium zur Beilegung von Konflikten im Fall einer gescheiterten Mediation, neue Vorgaben für die Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln sowie strengere Auflagen für die Lebensmittelwerbung.

Mitspracherecht für Produzenten

Hier soll den Produzenten des jeweiligen Produkts ein Mitspracherecht eingeräumt werden. Landwirtschaftsminister Julien Denormandie begrüsste den Entwurf. Er sei überzeugt, dass die Vorschläge geeignet seien, die vom ersten Gesetz zur Stärkung der Erzeuger gesetzten Ziele zu erreichen und das Einkommen der Landwirte zu verbessern, erklärte der Minister.

Die Regierung unterstütze die Stossrichtung der Initiative und werde in den kommenden Wochen eine breit angelegte Konsultation zu den Vorschlägen einleiten. Offene Türen rannte Besson-Moreaus Entwurf beim französischen Bauernverband (FNSEA) und der Organisation der Junglandwirte (JA) ein.

Richtiger Zeitpunkt für Vorschlag

Der Vorschlag komme zum richtigen Zeitpunkt und befasse sich mit vielen Themen, die beiden Verbänden schon lange ein Anliegen seien. Nicht ausreichend berücksichtigt sehen FNSEA und JA derweil die Produktionskostenindikatoren.

Sie kündigten Vorschläge an, um den Indikatoren das angemessene Gewicht zu verleihen. Unter anderem sollten diese verpflichtend gemacht werden. 

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